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Gehaltsstudie Wann mehr Einkommen motiviert

Eine Gehaltserhöhung kann die Leistung der Mitarbeiter durchaus steigern, resümieren US-Wissenschaftler in einer neuen Studie - aber nur dann, wenn sie als überraschendes Geschenk präsentiert wird.

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Zum neunten Mal haben die Personalvermittler von alma mater rund 1000 Unternehmen befragt, welche Gehälter sie zahlen, wie hoch Einstiegsgehälter sind und welche Absolventen sie bevorzugen. "Bei den präferierten Abschlüssen zeichnet sich beispielsweise ein Wechsel ab", so Knud Bültermann, Vertriebsleiter bei alma mater. Eines der Ergebnisse der Erhebung: Erstmals hat der Master-Abschluss das Diplom als gefragteste Qualifikation überholt: 77 Prozent der Unternehmen gaben an, Master-Absolventen einstellen zu wollen, Stellen für junge Akademiker mit Diplom halten 76 Prozent der Unternehmen bereit. "Auch der Bachelor-Grad genießt im Vergleich mit unseren vorherigen Studien mit 74 Prozent deutlich mehr Wertschätzung", sagt Knud Bültermann, Vertriebsleiter bei alma mater. Quelle: dpa
In puncto Arbeitskräfte sind die Studienteilnehmer optimistisch: 91 Prozent der Unternehmer gehen davon aus, dass sie 2014 genauso viele Akademiker brauchen werden wie in diesem Jahr, vielleicht sogar mehr. "Dies ist zwar ein leichter Rückgang im Vergleich zu den 95 Prozent im Vorjahr, aber immer noch ein hervorragender Wert", so Bültermann. Quelle: dpa
Size does matter: "Nach wie vor gilt die Faustregel: Je größer ein Unternehmen ist, umso höher das Einstiegsgehalt", stellt Bültermann fest. Branchenübergreifend zahlen Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern durchschnittlich 36.313 Euro pro Jahr, bei Konzernen mit über 5.000 Angestellten liegt das Einstiegsjahresgehalt bei 44.679 Euro pro Jahr." Quelle: AP
Außerdem spielt die Branche eine wichtige Rolle: So verdienen Elektrotechniker rund 9,3 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Quelle: dpa
Auch Ingenieurdienstleistungsunternehmen, Automobilzulieferer, Maschinenbauer und Konsumgüterhersteller zahlen überdurchschnittlich. Wer in diesen Branchen einsteigt, kann davon ausgehen, dass sein Einstiegsgehalt 7,14 Prozent über dem Schnitt liegt. Quelle: dpa
Bei Energieversorgern liegt das Einstiegsgehalt für junge Akademiker immer noch 6,67 Prozent über Bundesdurchschnitt. Quelle: dpa
Und auch in den Branchen Chemie und Pharma, dem Banken- und Finanzsektor, dem Baugewerbe und dem Fahrzeugbau bekommen studierte Leute immer noch mehr Geld als anderswo: Das Einstiegsgehalt liegt 4,76 Prozent über dem Durchschnitt. Quelle: dpa

Strengen sich Angestellte mehr an, je mehr sie verdienen? Steigt die Leistung proportional zum Gehalt? Diesen Fragen widmete sich nun ein Team von Wissenschaftlern der Harvard Universität.

Duncan Gilchrist gewann für seine Studie 230 Personen, die regelmäßig Aufträge auf der Website oDesk.com annehmen, eine Vermittlungsplattform für Freiberufler.

Die Aufgabe war ziemlich stupide: Die Probanden sollten eine Datenbank vier Stunden lang mit so genannten Captchas füttern. Mit diesen Buchstabenfolgen stellen Betreiber von Internetseiten sicher, dass der Nutzer tatsächlich ein Mensch ist und keine Maschine.

Doch vorab teilte Gilchrist die Teilnehmer in drei Gruppen. Gruppe A erhielt pro Stunde drei US-Dollar Lohn, konnte insgesamt also zwölf Dollar verdienen. Gruppe B bekam hingegen vier Dollar Stundenlohn. Und Gruppe C durfte sich freuen: Das Budget sei überraschenderweise höher als gedacht, schrieb Gilchrist. Deshalb habe er entschieden, den Stundenlohn von drei auf vier Dollar zu erhöhen.

Nun setzten sich alle an die Tastaturen und tippten drauf los. Am Ende verglich Gilchrist, wie sich die einzelnen Gruppen geschlagen hatten – und machte eine erstaunliche Entdeckung.

Die Mitglieder der Gruppen A und B zeigten keinerlei signifikante Leistungsunterschiede. Beide hatten knapp 800 Beiträge in der Datenbank hinterlassen. Mit anderen Worten: Der höhere Lohn von Gruppe B zeigte keine Auswirkung.

Anders war es bei Gruppe C. Sie hatten tatsächlich mehr als 900 Einträge hinterlassen und somit etwa 20 Prozent mehr geschafft als der Rest.

In Arbeit
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Gilchrist folgert daraus: Höhere Löhne allein erhöhen die Leistung der Angestellten noch lange nicht. Nur wenn der Arbeitgeber das Gehaltsplus als plötzliche Überraschung serviere, könne das die Motivation zumindest kurzfristig steigern.

Das Kalkül dahinter ist klar. Wenn der Mitarbeiter annimmt, dass der Chef ihm etwas Gutes getan hat, will er sich für diese nette Geste revanchieren – und strengt sich mehr an.

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