Gehaltsunterschiede Tariflöhne in Ost und West nähern sich an

25 Jahre nach der Wiedervereinigung verschwinden die Lohnunterschiede zwischen Ost und West - zumindest in den Tarifverträgen. In den Branchen ohne Tarif ist die Lücke dagegen weiterhin riesig.

Diese Faktoren beeinflussen Ihr Gehalt
älterer Mann im Büro am Computer Quelle: Fotolia
Euro-Münzen liegen auf einer Karte mit dem Bundesland Hessen. Quelle: dpa
Frauen mit verschiedenem Gewicht Quelle: dpa
Kandidatinnen bei Germany´s Next Topmodel Quelle: dpa
Fußballer rasieren sich Quelle: REUTERS
Eine Frau Quelle: Fotolia
Einem Mann kommt Rauch aus den Ohren (Symbolbild) Quelle: Fotolia
Kinder malen. Quelle: dpa
Gehaltsabrechnung und Geld Quelle: dpa
Bier Quelle: dpa
Ein männlicher Körper im Anzug Quelle: Fotolia
Zwei Männer und eine Frau. Quelle: Fotolia
Zwei Hände und ein 500-Euro-Schein. Quelle: dpa
Auf Lohn- und Gehaltsabrechnungen liegen Euromünzen und Eurogeldscheine. Quelle: dpa

Die Tariflöhne sind in Deutschland im Jahr 2015 stark gestiegen. Tarifangestellte haben seit der letzten Runde 3,1 Prozent mehr Geld im Portemonnaie, zu Jahresbeginn hatte es ein Plus von 2,7 Prozent gegeben, Ende 2014 von 3,0 Prozent. Wenn das Statistische Bundesamt oder die Gewerkschaften solche Zahlen kommunizieren, folgt kurz nach dem Jubel immer schnell das Aber: Im Osten der Republik sieht es ganz anders aus. Kein Lohnbericht, kein Gehaltsreport ohne Ost-West-Gefälle. Die gleiche Arbeit ist in den neuen Bundesländern mitunter bis zu 20 Prozent weniger wert.

Laut einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung ist damit nun zumindest bei den Tariflöhnen Schluss: 25 Jahre nach der deutschen Vereinigung haben sich die durchschnittlichen Tariflöhne und -gehälter in Ostdeutschland stark an die im Westen angenähert. Der Unterschied betrage nur noch drei Prozent. Dabei zeigen sich allerdings teilweise deutliche Unterschiede nach Branchen:

Welche Branchen weniger als der Durchschnitt zahlen

Im öffentlichen Dienst, bei Banken und Versicherungen, in der Eisen- und Stahlindustrie, in der Druckindustrie sowie im Einzelhandel (Brandenburg) liegt das Tarifniveau bereits bei 100 Prozent.

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Im Bauhauptgewerbe erreicht es 92 Prozent, im Kfz-Gewerbe (Thüringen) beträgt es knapp 88 Prozent. Im Hotel- und Gaststättengewerbe (Sachsen) liegt das Tarifniveau bei rund 80 Prozent und in der Landwirtschaft (Mecklenburg-Vorpommern) bei 74 Prozent. Darauf weist Dr. Reinhard Bispinck, der Tarifexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, hin.

Weitaus größer ist der Einkommensrückstand bei ostdeutschen Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden. Diese Differenz ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die effektiven Bruttoverdienste im Osten um insgesamt 17 Prozent niedriger ausfallen als im Westen.

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