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Gender-Gap Frauen verdienen fast so viel wie Männer

In Spitzenpositionen sind Frauen nach wie vor unterrepräsentiert - laut neuer Studie ist ihr Anteil sogar deutlich zurückgegangen.

Wo Frauen ähnlich verdienen wie Männer - und wo nicht
Frauen verdienen noch immer weniger als Männer - das ist keine Überraschung. Insgesamt verdienten Frauen 2010 durchschnittlich 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Quelle: Fotolia
Techniker und gleichrangige nichttechnische Berufe Quelle: dpa
Führungskräfte Quelle: Fotolia
Akademische Berufe Quelle: dapd
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Handwerks- und verwandte Berufe Quelle: dpa/dpaweb
Fachkräfte in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei Quelle: AP

Eine aktuelle Studie der Hay Group zeigt: Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen ist im gleichen Job nur gering. Die Hay Group hat in ihrer Studie 599 Unternehmen mit 320.035 Beschäftigten untersucht. Demnach verdienen Frauen im Durchschnitt zwei Prozent weniger als Männer, wenn sie den gleichen Karriereverlauf haben. 2010 lag die Differenz noch bei vier Prozent. „In der öffentlichen Debatte ist oft von sehr großen Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen zu hören. Diese lassen sich durch unsere Studie widerlegen“, sagt Thomas Gruhle, Mitglied der Geschäftsleitung von Hay Group.

In Spitzenpositionen und gutbezahlten Branchen sind Frauen allerdings weiterhin deutlich unterrepräsentiert, ihr Anteil ist laut Studie sogar deutlich gesunken. Bei akademisch qualifizierten Spezialisten und langjährig Beschäftigten im operativen Management (Juniorprofessionals) ist jeder dritte Mitarbeiter eine Frau.

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Im mittleren Management ist nur noch jeder Fünfte weiblich und im Top-Management sind nur noch 3 Prozent Frauen vertreten. „Die oberen Hierarchieebenen sind fest in Männerhand. Das ist ein Grund dafür, dass Männer im Durchschnitt mehr verdienen als Frauen“, sagt Gruhle.

Faktoren wie zum Beispiel die Elternzeit betrachtet die Studie nicht. Das Statistische Bundesamt hatte 2012 noch 22 Prozent Lohnunterschied berechnet. Diese Studie bezieht aber auch ein, dass das Verhalten von Frauen in Lohnverhandlungen oder familienbedingte Erwerbsunterbrechungen einen Einfluss auf den Gehaltsunterschied haben. Hinzu kommt, dass hochdotierte Branchen wie das Ingenieurwesen oder die IT deutlich von Männern dominiert sind. Frauen hingegen arbeiten überdurchschnittlich häufig in der Administration und im Marketing und damit in Branchen, die im Vergleich niedrigere Gehälter zahlen. „Auch die Wahl der Branche trägt also dazu bei, dass Männer oft mehr Geld auf dem Konto haben als Frauen“, so Gruhle.

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