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Generation Y Wie die Chefs von morgen ticken

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Generation Y - das Expertengespräch

Roundtable: Sophia von Rundstedt, Geschäftsführerin der Personalberatung von Rundstedt & Partner, Jan Rinnert, stellvertretender Vorsitzender des Technologiekonzerns Heraeus, Marius Möller, Personalvorstand der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC und Jutta Rump, Professorin für Personalmanagement an der FH Ludwigshafen, im Gespräch mit WirtschaftsWoche. Quelle: Foto: Bert Bostelmann für Wirtschaftswoche

Herr Rinnert, für viele Absolventen bedeutet Karriere heute nicht mehr, so schnell wie möglich immer höhere Positionen zu erklimmen, denn sie wollen auch Zeit mit Familie, Freunden oder Bekannten verbringen. Würden Sie jemanden mit so einer vermeintlich laschen Haltung einstellen?

Rinnert: Was heißt hier lasch? Alle, die heute zwischen 20 und 30 sind, werden 45 bis 50 Jahre aktiv im Beruf sein. In dieser langen Zeitspanne ändert sich natürlich viel. Darauf müssen Unternehmen reagieren und für die Arbeitnehmer Aufgaben finden, die auf ihre Fähigkeiten entlang der unterschiedlichen Lebensphasen abgestimmt sind. Dazu gehört auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und die Frage für mich als Arbeitgeber: Wie kann ich das am besten gestalten?

Von Rundstedt: Es wird immer wichtiger, den Mitarbeitern auch größere Freiräume zu gewähren - sofern die unternehmerische Situation dies erlaubt - und das auch entsprechend zu kommunizieren. Wir haben zum Beispiel einen Mitarbeiter, der geerbt hatte und mit dem Geld eine Weltreise machen wollte. Er wollte direkt kündigen, weil er dachte, das macht kein Arbeitgeber mit. Als wir dann sagten, dass er danach unbedingt wieder kommen soll, war er total überrascht.

Rump: Die Generation Y erwartet von ihren Führungskräften, dass sie sich für private Belange interessieren und darauf auch Rücksicht nehmen. Zum Beispiel, dass der Chef weiß, wenn die Hochzeit bevorsteht, ein Haus gekauft wurde oder Angehörige gepflegt werden müssen. Und in der Zeit vorübergehend Entlastung anbietet.

Die Gewinner unter den Arbeitgebern
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ThyssenKruppDer Industrieriese aus Essen hat 16 Plätze gutgemacht und rangiert auf Platz 40 bei den beliebtesten Arbeitgebern der Wirtschaftswissenschaftler. Ein anderes Unternehmen, das bei Volkswirten und Betriebswirten an Beliebt stark zugenommen hat, ist...
EADSEuropas größter Luft- und Raumfahrt-, sowie zweitgrößter Rüstungskonzern, EADS, liegt auf Platz 38. Das ist eine Verbesserung von 14 Plätzen. Nicht weiter verwunderlich: EADS liegt in der Gunst der Ingenieure auf Rang neun.
AlstomBei den Ingenieuren hat der Energie- und Transport-Konzern Alstom die größten Sprünge in puncto Beliebtheit gemacht. Von Platz 61 ging es hoch auf Platz 41.
General ElectricDer US-Konzern General Electric ist bei deutschen Ingenieuren ebenfalls stark in der Achtung gestiegen. Auf der Beliebtheitsskala ging es um 16 Plätze nach oben - macht Rang 29.
ABBImmerhin neun Plätze gut machte der Elektrotechnikkonzern ABB. Bei Ingenieuren liegt er auf Platz 25 der beliebtesten Arbeitgeber.
Electronic ArtsBei den Informatikern stehen natürlich die Softwarekonzerne stärker im Focus als Industrieriesen wie ThyssenKrupp. Der Spielehersteller Electronic Arts ist auf der Beliebtheitsskala von Null auf Platz acht geschossen und ist somit der beste Neueinsteiger in der Bewertung.

Möller: Deswegen sagen wir bei uns zum Beispiel auch nicht Work-Life-Balance, sondern Work-Life-Choice. Mit Mitte 20 kommt der Mitarbeiter gerade von der Hochschule, ist tendenziell ungebunden, mobil und hat kein Problem damit, auch mal 50 Stunden die Woche zu arbeiten - die Karriere steht für viele Neueinsteiger im Mittelpunkt. Mit Anfang 30 sieht es dann schon anders aus: Dann fordern Familienplanung und vielleicht der Hausbau mehr Aufmerksamkeit. Später, wenn die Kinder aus dem Haus sind, wollen viele unserer Mitarbeiter wieder mehr arbeiten. Unternehmen sind gut beraten, wenn sie sich auf die berechtigten Wünsche ihrer Mitarbeiter nach Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit oder Sabbaticals einstellen. Firmen, die flexible, individuelle Lösungen anbieten können, werden die Gewinner sein im "War for talents".

Sophia von Rundstedt, 41, Geschäftsführerin der Personal- beratung von Rundstedt & Partner Sie wollte als Kind Sängerin werden, griff dann aber doch lieber zum BGB. Nach dem Jurastudium und Stationen in einer Unternehmens- beratung stieg sie vor zehn Jahren in die gleichnamige Personalberatung ihres Vaters ein. Quelle: Bert Bostelmann für WirtschaftsWoche

Traditionell haben in erster Linie die Unternehmen die Bedingungen diktiert, die Arbeitnehmer meist einfach zu akzeptieren hatten. Warum dreht sich jetzt der Wind?

Von Rundstedt: Aufgrund des demografischen Wandels werden Bewerber zu Umworbenen. Wer zwischen Mitte 20 und Mitte 30 ist und etwas zu bieten hat, kann auch Ansprüche stellen. Mindestens genauso wichtig aber ist ein Perspektiv- und Wertewandel dieser sogenannten Generation Y. So akzeptieren sie beispielsweise seltener Hierarchien und orientieren sich eher an ihren individuellen Bedürfnissen als an kollektiven Mustern.

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