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Geschäftsreisen in Krisengebiete Wie Sie Ihre Mitarbeiter richtig vorbereiten

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Ergänzende Auslandsreise- und Notrufversicherung sinnvoll

Als weitere Dienstleistung bietet Cybizz Intell den Kunden ein Sicherheits-Monitoring an, das insbesondere die Städte der RiskCompass-Datenbanken sowie insgesamt 199 Länder berücksichtigt. Ein Trackingsystem zum Lokalisieren reisender Mitarbeiter gehört ebenfalls zu den in Modulform angebotenen Dienstleistungen. Langrock: „Auch dabei bieten wir mehr als andere, wir tracken anhand der GPS-Daten des Mobiltelefons, was eine wesentlich genauere Ortung erlaubt als die Lokalisierung über Buchungsdaten.“

Die Städtedatenbank ist demnächst auch in einer App-Version verfügbar, die Preisgestaltung orientiert sich vor allem an den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen: Das Angebot beginnt mit einem Basispreis ab 7,90 Euro pro Mitarbeiter und Jahr. „Individuelle Lizenz-Lösungen für Großunternehmen und Konzerne sind aber ebenfalls verhandelbar“, sagt Boris Blauth.

Die Fürsorgepflicht der Unternehmen betrifft allerdings nicht nur Schutz vor Terror, Kriminalität und Naturkatastrophen, auch Vorkehrungen etwa für schwere Erkrankungen oder Unfälle gehören dazu. „Wenn es um die Absicherung von Mitarbeitern geht, verlassen sich viele Unternehmen auf die Leistungen der Berufsgenossenschaft“, warnt Andreas Krugmann, Global Account Director bei der SAP-Tochter Concur, die Geschäftsreise-Software anbietet. „Eine ergänzende Auslandsreise- und Notrufversicherung, sogenannte Assistance, ist anzuraten.“

Was Sie schon immer über Geschäftsreisen wissen wollten
Geschäftsreisen Quelle: dpa Picture-Alliance
Buchung Quelle: dpa
Worauf sollte ich bei der Buchung achten?Eine schnelle Reiseverbindung hat für die meisten Geschäftsreisenden oberste Priorität: Für 40 Prozent steht dies immer im Fokus der Buchung. Ebenso sehr wichtig ist den Befragten die Einhaltung der Reiserichtlinien Ihres Unternehmens, Komfort und stressfreies Reisen. Die Nachhaltigkeit der Reiseverbindung spielt dagegen eine verhältnismäßig untergeordnete Rolle. Gerade einmal 26 Prozent legen immer wert auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Unter den älteren Geschäftsreisenden spielen persönliche Präferenzen und Wünsche eine größere Rolle. 81 Prozent der über 40-Jährigen geben an, diese bei der Buchung zu berücksichtigen. Zum Vergleich: In der Gruppe der unter 40-Jährigen sind es gerade einmal 72 Prozent. Quelle: dpa
Welche Verkehrsmittel werden am Zielort benutzt?Am Zielort angekommen wird am häufigsten auf Taxis (42 Prozent), Mietwagen (41 Prozent) und Dienst- beziehungsweise Geschäftswagen (39 Prozent) zurückgegriffen. Auch der Öffentliche Nahverkehr wird viel zur Fortbewegung genutzt: 22 Prozent gaben ihn als das am häufigsten genutzte Verkehrsmittel an. Eher selten wird auf Mietfahrräder oder Carsharing-Anbieter zurückgegriffen. Für nur 16 Prozent der Reisenden stellen diese beiden Möglichkeiten häufig genutzte Varianten dar. Während Unternehmensleiter überdurchschnittlich oft bequem in Shuttle- oder Chauffeur-Diensten reisen (61-65 Prozent), sind alternative Verkehrsmittel besonders für Geschäftsreisende interessant, die viel reisen. Quelle: dpa
Werde ich über Risiken im Ausland informiert?In der Regel werden Mitarbeiter bei der Suche nach Informationen zu Risiken im Ausland unterstützt. Das gaben 73 Prozent der befragten Geschäftsreisenden an. Die Auskünfte über das Zielland werden Mitarbeitern hauptsächlich über das Intranet verbreitet, zum Beispiel durch die Einbindung von Links zum Auswärtigen Amt oder Robert-Koch-Institut. Ebenso üblich ist die Verbreitung von Informationen über die Abteilung, die sich um die Buchung der Reisen kümmert. Übliche Vorkehrungen im Risikomanagement sind die Vergabe von zentralen Telefonnummern, die Verfügbarkeit von Ansprechpartnern und die Überwachung von eintretenden Naturereignissen, Epidemien oder politischen Unruhen im Zielland. Quelle: dpa
Passkontrolle Quelle: dpa
Reiseunterbrechung Quelle: dpa

Das hilft nicht nur dem Reisenden in seiner Notlage, es hilft auch dem Unternehmen, finanzielle Risiken zu begrenzen. „Die ärztliche Behandlung eines Unfalls im Ausland kann schnell zu Kosten im fünfstelligen Bereich führen, beispielsweise wenn eine Operation oder ein Rücktransport nötig sind“, sagt Krugmann. „Gerade kleinere Unternehmen können solche hohen Kosten in Schwierigkeiten bringen.“ Zumal der Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaften nur in direktem Zusammenhang mit der Berufsausübung greift. Wer nach dem Geschäftstermin in Rom einen Spaziergang unternimmt und auf der Spanischen Treppe stürtzt oder einen Herzinfarkt erleidet, ist nicht durch die Berufsgenossenschaft abgesichert, zahlen muss dann der Arbeitgeber.

Die Assistance-Leistungen bieten neben dem finanziellen Schutz noch mehr: Sie helfen, eine Erkrankung schnell und fachgerecht behandeln zu lassen. Kaum ein Geschäftsreisender kennt sich an seinem Reiseziel so gut aus, dass er wüsste, wo in Lagos zum Beispiel ein guter Zahnarzt zu finden ist, der auch noch Englisch oder Deutsch spricht. „Die Firmen sollten eine Notfall-Hotline anbieten können, die schnell unterstützt und ein Krankenhaus oder einen guten Arzt schnell lokalisiert“, sagt Krugmann.

Welche Versicherungen Unternehnmen für ihre Geschäftsreisenden abschließen sollten, hängt davon ab, wie die Mitarbeiter reisen. Einige Anbieter haben Allround-Pakete für Firmen und ihre Geschäftsreisenden im Programm, die Kosten hängen ab von der Zahl der Dienstreisen und der Länge der Aufenthalte. „Krankenversicherung, Assistance und Rückholung sollten unbedingt mit drin sein, Unfall- oder Gepäckversicherungen können nach Bedarf hinzugebucht werden“, rät Krugmann. Das kostet Geld, schützt aber auch – zum Beispiel vor schlechter Pressse, wenn etwas passiert. Krugmann: „Letztlich sind solche Aufwendungen auch Investitionen in das Image des Unternehmens.“

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