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Geschäftsreisen in Krisengebiete Wie Sie Ihre Mitarbeiter richtig vorbereiten

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Kommunikation klappt nicht immer

Dieses im Fachjargon Tracking genannte Lokalisieren über die Buchungsdaten funktioniert allerdings nur, wenn Flüge und Hotels über die Kette gebucht wurden. Ein mal eben über das Smartphone reservierter Ryanair-Flug oder das über eine Web-Plattform wie Booking.com bestellte Hotelzimmer fließen nicht in die Datenbanken der Reisebüroketten ein – wenn dann noch, wie etwa bei Anschlägen nicht selten, das Mobilnetz überlastet oder abgeschaltet wird, ist der Reisende erst mal nicht mehr auffindbar.

„Bei den Attentaten in Brüssel waren viele unserer Kunden betroffen“, erinnert sich FCm Travel-Chef Mark Tantz, „einige von ihnen sogar im Flughafengebäude.“ Die wurden über ihre hinterlegten Mobilfunknummern kontaktiert, FCm organisierte die Rückreise per Shuttle oder Mietwagen. „Hätten die ihre Dienstreise selbstständig im Internet gebucht', wäre ihr Aufenthaltsort unbekannt gewesen.“

Damit das Zusammenspiel zwischen Geschäftsreisekette und Kunde im Ernstfall reibungslos funktioniert, braucht es allerdings auch beim Unternehmen bestimmte organisatorische Vorkehrungen: „Aus Gründen des Datenschutzes wollen manche Kunden nicht, dass wir direkt mit den Reisenden Kontakt aufnehmen“, sagt CWT-Key-Accounterin Eggler. „Aber dann stehen wir bei kleinen und mittelständischen Kunden häufig vor dem Problem, dass uns der Ansprechpartner fehlt – wir wissen dann nicht, bei wem wir sicherheitsrelevante Informationen loswerden können.“ Auch bei großen Unternehmen klappt die Kommunikation nicht immer. Probleme gibt es öfter, „weil es zwischen Sicherheitsabteilung und dem für Reisebuchungen zuständigen Travel Management keine vorab definierten Kommunikationsregeln gibt.“

Die gefährlichsten Flughäfen der Welt
Platz 10: TegucigalpaIn der Hauptstadt von Honduras zu landen ist gleich in dreifacher Hinsicht eine Herausforderung. Denn die Landebahn ist mit zwei Kilometern äußerst kurz – bis Mai 2009 war sie sogar nur 1,8 Kilometer lang. Bevor die Piloten die Maschinen dort aufsetzen lassen können, müssen sie eine scharfe Kurve fliegen – und vorher erfolgreich über bergiges Gelände manövrieren. Seit Jahren wird überlegt, den Flughafen zu verlegen. Doch die Hauptstadt ist mit rund 870.000 Einwohner die größte Stadt des Landes. Der Airport Tegucigalpa gilt laut iPilot als zehntgefährlichster der Welt. Die Flugsimulatoren-Kette hat das Adrenalin-Ranking zusammengestellt. Quelle: imago images
Platz 9: Insel SkiathosDer Skiathos Island National Airport gilt als noch gefährlicher. Die Seiten der Landebahn werden nur vom Meer begrenzt und obwohl große Boeing-Maschinen den Flughafen anfliegen, verfügt er nicht über ein Instrumentenlandesystem – die Piloten müssen auf Sicht fliegen. Auch Nachtanken können die Flieger auf der griechischen Insel nicht. Skiathos ist die kleinste der bewohnten Inseln der nördlichen Sporaden und ist bekannt für ihren Wein und ihre Oliven. Quelle: imago images
Platz 8: CourchevelMitten im Skigebiet Courchevel liegt auf 2007 Meter Höhe dieser Flugplatz, der deshalb auch Altiport genannt wird. Die Landebahn ist mit 537 Metern besonders kurz und dazu noch ungewöhnlich steil. Linienflugzeuge landen dort nicht mehr, Hobbypiloten müssen ihre Privatmaschinen hangaufwärts landen. Starten müssen alle Maschinen wie ein Skispringer – nicht zuletzt deshalb hat es der Flughafen Courchevel in die James-Bond-Filme „Der Morgen stirbt nie“ sowie „Goldeneye“ geschafft. Quelle: GNU
Platz 7: MadeiraNahe der Inselhauptstadt Santa Cruz befindet sich einer der gefährlichsten Flughäfen der Welt. Denn die Landebahn liegt an einem Steilküstenhang und wird streckenweise nur von Stelzen gestützt. Passagiere haben bis kurz vor der Landung das Gefühl, einen Berg zu rammen – die Piloten können erst im letzten Augenblick auf die Piste eindrehen. Nur Flugkapitäne mit einer Spezialeinweisung dürfen sich an einer solchen Landung versuchen. Hat die Anreise nach Madeira jedoch geklappt, erwarten einen auf der portugiesischen Insel das ganze Jahr über sommerliche Temperaturen. Etwa 235.000 Menschen haben dort ihren festen Wohnsitz. Quelle: imago images
Platz 6: LuklaWer den Mount Everest besteigen möchte, muss auf dem Flugplatz Lukla in Nepal landen – oder eine Woche zu Fuß anreisen. Piloten können die Piste nur bergwärts anfliegen, weil sie sich mit zwölf Prozent nach unten neigt. Durchstarten ist überhaupt nicht möglich, da es am Ende der Startbahn 600 Meter in die Tiefe geht. Quelle: imago images
Platz 5: London City AirportIn den Docklands der britischen Hauptstadt liegt seit 1987 der London City Airport, der vor allem unter Geschäftsreisenden beliebt ist. Denn der Finanzdistrikt ist ebenso nah wie das Stadtzentrum Londons. Doch die Landung ist nichts für schwache Nerven: Jets fliegen den Flughafen wegen der Bebauung rundum besonders steil an. Wer ungefährlicher anreisen will, kann auf einen der vier anderen Flughäfen der englischen Hauptstadt ausweichen. Quelle: imago images
Platz 4: InnsbruckRund fünf Kilometer von der Innenstadt entfernt liegt der Flughafen Innsbrucks. Um dort zu landen, benötigen Piloten eine Sonderausbildung. Denn die Pisten werden von Bergen umgeben: Beim Start müssen die Piloten schnell an Höhe gewinnen, bei der Landung muss jeder Handgriff sitzen. Oft erschwert Wind die Manöver zusätzlich. Die Hauptstadt Tirols ist bei Touristen beliebt – aber sie reisen nicht unbedingt mit dem Flugzeug an. Quelle: imago images

Für Eggler und ihre Kollegen in den anderen Reisebüroketten hat das stärkere Interesse der Kunden an Sicherheitsdienstleistungen noch einen positiven Zusatzeffekt: Sicherheitskonzepte werden im Rahmen von Firmenverträgen gesondert in Rechnung gestellt und sind damit eine neue Einnahmequelle, um die Erträge aus dem tendenziell unter Druck stehenden Stammgeschäft aufzuhübschen. Zwar steigt die Zahl der Geschäftsreisen, die Durchschnittskosten der Reisen sinken aber: Obwohl der VDR im vergangenen Jahr 182,7 Millionen Geschäftsreisen zählte - vier Prozent mehr als im Vorjahr -, stieg der Reiseumsatz nur um 3,4 Prozent auf 50,9 Milliarden Euro. Ursache sind der sinkende Anteil von Business-Class-Buchungen: Aus Kostengründen vergattern die meisten Unternehmen ihre Reisenden dazu, in der Holzklasse zu fliegen.

Bei ihren Sicherheitsangeboten arbeiten die Geschäftsrseiseketten mit spezialisierten Dienstleistern zusammen, CWT zum Beispiel mit International SOS. Das 1985 von dem französischen Geschäftsmann Arnaud Vaissié und seinem Landsmann, dem Arzt Pascal Rey-Herme, gegründete Unternehmen unterhält weltweit 25 Alarmzentralen und ist mit gut 8000 Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern für etwa 8300 Kunden aktiv. International SOS betreibt 32 eigene Kliniken und zehn Ambulanzflugzeuge, das Netzwerk umfasst rund 60000 geprüfte und zertifizierte Dienstleister.

Zu den Leistungen zählen medizinische Hilfe wie die für einen an Diabetes erkrankten Amerikaner, der im Auftrag seiner Firma in Deutschland war und dem die Medikamente ausgegangen waren. Die International SOS-Niederlassung in Neu-Isenburg half ihm dabei, ein passendes Ersatzpräparat zu bekommen. 60 Leute, davon 22 Koordinatoren und zehn Ärzte, arbeiten dort im Schichtdienst rund um die Uhr.

Andere Alarmfälle sind nicht so einfach zu lösen und erfordern einen hohen organisatorischen Aufwand. Als etwa die Demonstrationen gegen den damaligen Präsidenten Hosni Mubarak während des ägyptischen Frühlings eskalierten, wurde von der Neu-Isenburger Alarmzentrale innerhalb weniger Tage die Evakuierung von mehr als 800 Menschen organisiert. Acht Flugzeuge mussten gechartert, Flugrouten geplant, Landerechte eingeholt und die Betroffenen zu den Flugplätzen gebracht werden.

Partner von International SOS ist das Londoner Beratungsunternehmen Control Risks. Das 1975 als Tochter des Versicherungsbrokers Hogg Robinson gegründete Unternehmen beschäftigt 2000 Mitarbeiter in 100 Ländern auf fünf Kontinenten. Die 33 Niederlassungen bieten das volle Programm - von Sicherheitsleistungen für Geschäftsreisende und längerfristig im Ausland Beschäftigte bis zur Prävention vor Cyberangriffen auf die Unternehmens-IT.

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