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Headhunter-Ranking Deutschlands beste Personalberater 2018

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Hoodie trifft auf Nadelstreifen

Diese Entwicklung untermauert auch eine Studie der Marktforschung GfK im Auftrag der Beratung Etventure vom Frühjahr dieses Jahres. 62 Prozent der befragten Entscheider nannten dabei die digitale Transformation als eines der drei wichtigsten Firmenziele. Bei 68 Prozent soll der Geschäftsführer oder CEO den Wandel verantworten, 46 Prozent wollen verstärkt Digitalexperten einstellen.

Nur: Jenen Headhuntern, die sonst für tradierte Branchen nach altbewährten Methoden arbeiten, fehlt es in der Digitalszene und bei Start-ups an Know-how und Netzwerken. Die klassischen Personalberater hätten oft kein Verständnis für die Kultur der Digitalszene, glaubt Christel Gade. Headhunter, die sich nicht durch digitale Denke und enge Kontakte zur Szene hervortun, finden deshalb in der Regel keinen Zugang zur Branche. Zu groß sind die Unterschiede zwischen Old Economy und den Silicon-Valley-Jüngern. Dort treffen nicht nur Hoodie und Nadelstreifen aufeinander, sondern vor allem: Unverständnis. „Wenn der Personalberater das Geschäftsmodell nicht versteht, traut der Gründer ihm auch nicht zu, die passenden Leute zu finden“, sagt Daniel Biene, Partner der Beratung Change Group, die sich auf die Digitalszene spezialisiert hat. Biene selbst hat zunächst zwei Start-ups gegründet, bevor er sich als Headhunter selbstständig gemacht hat – und ist dementsprechend gut vernetzt.

DigitalversteherBevor Daniel Biene Headhunter wurde, gründete er selbst zwei Start-ups. Quelle: Gene Glover für WirtschaftsWoche

Biene, Wolff und ihre Kollegen füllen damit eine wichtige und lukrative Lücke. Denn klassische Headhunter, die von 80.000 Euro aufwärts verdienen, sind für Start-ups meist zu teuer. Doch für die Spezialisten lohnt sich das Geschäft dennoch. Nicht nur, weil sie die üblichen 30 Prozent vom Jahresgehalt als Honorar abrechnen. Sondern weil Gründer insbesondere in der Wachstumsphase schnell und viel Personal benötigen. Langfristig ist es daher günstiger, Headhunter zu bezahlen, als Zeit für die Suche zu verlieren und dabei das Geld ihrer Investoren zu verbrennen.

Die Suche nach Digitalexperten hat sich bereits verändert. Auch wenn D-Level-Gründerin Katharina Wolff genau so begonnen hat: Heute reicht es nicht mehr, nur in den sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn zu suchen. Die Konkurrenz ist groß, dementsprechend bekommen die gefragten Experten jeden Tag bis zu zehn solcher Anfragen. Und auch die bewährte Methode, Konferenzen zu besuchen und dort auf Kandidatenfang zu gehen, funktioniert in der Digitalszene nicht, sagt Daniel Biene.

Alles steht und fällt mit dem persönlichen Netzwerk der Berater. Katharina Wolff etwa trifft die Ansprechpartner nicht nur beim Gründerball in Berlin, sondern lädt ihre Kunden zur Kontaktpflege auch schon mal aufs Oktoberfest ein. Ihr Tag besteht hauptsächlich darin, darüber nachzudenken, wem sie einen Gefallen tun kann – um ihn irgendwann einmal erwidert zu bekommen. „Nur wer die Besten kennt“, sagt Wolff, „der wird auch die Besten empfohlen bekommen.“

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