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Hochschulranking Das sind die besten Unis für Informatiker

Die Uni in Karlsruhe ist bekannt dafür, gute Informatiker auszubilden. Quelle: Imago

Google ist einer der begehrtesten Arbeitgeber für Informatiker. Max Vogler hat dort seinen ersten Job ergattert. Weil er an einer renommierten Uni studiert hatte – aber nicht nur deshalb.

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Es ist mehr als ein Sprichwort: Manchmal öffnet sich eine entscheidende Tür im Leben genau dann, wenn eine andere gerade zugefallen ist. So war es bei Max Vogler. Eigentlich wollte er nach seinem Abitur ein freiwilliges soziales Jahr in Stuttgart machen. Doch das klappte nicht – und so stand er im Herbst plötzlich ohne einen Plan da. Ein Freund erzählte ihm von der Uni in Karlsruhe, auch als KIT bekannt. Und so begann Vogler dort wenig später sein Informatikstudium.

Heute, gut zehn Jahre danach, arbeitet Vogler als Softwareentwickler bei Google in Zürich. Ein Traum, sagt Vogler, sei das schon damals im Studium gewesen. Dass er sich erfüllt hat, dürfte auch damit zu tun haben, dass Vogler seinen Master vor drei Jahren am KIT abgelegt hat. Es ist eine der renommiertesten Hochschulen in Informatik.

Im aktuellen Hochschulranking der WirtschaftsWoche landet das KIT in Informatik auf Rang vier. Die Employer-Branding-Beratung Universum fragte etwa 500 Personalverantwortliche von Unternehmen mit zehn bis zu Tausenden Beschäftigten, wo sie ihre Mitarbeiter am liebsten rekrutieren – und worauf sie dabei achten. Im Fach Informatik hält jeder vierte von ihnen die Technische Universität Berlin für die beste Adresse. Es folgen die Technische Universität München und die RWTH Aachen auf Platz zwei und drei. Als beste Fachhochschule für Informatiker punktet die Hochschule München. In Wirtschaftsinformatik gilt sie ebenfalls als beste FH, unter den Unis landete in dem Fach auch die TU München vorn.

Wichtigste Lektion? Selbstständigkeit!

Vogler erinnert sich an ein äußerst anspruchsvolles Studium. In der Schule, erzählt er, war er immer einer der Besten. In der Uni habe er die Prüfungen dann gerade so geschafft. „Ich musste meine Einstellung zum Lernen überdenken“, sagt er. Aber im Grunde genommen war das die wohl wichtigste Erkenntnis aus seinem Studium: selbst erkennen, wo man noch etwas tun muss – und sich dann eben auch an die Arbeit machen. „Eigentlich wie im Berufsleben.“ Das KIT lässt seinen Studenten viel Freiraum: Es gibt kaum Anwesenheitspflichten. Wer den Nebenjob oder das Praktikum gerade für dringender hält, kann Prüfungen verschieben – oder sich ein Skript besorgen und es versuchen, ohne in der Vorlesung gesessen zu haben. Das selbstständige Denken sei das Wichtigste, was er aus seinem Studium mitgenommen hat, erzählt Vogler. „Ich bin gut darin, ein Problem zu erkennen – und von A bis Z zu lösen“, sagt der 30-Jährige.

„Die Dinge in die Hand nehmen, ein Thema vorantreiben, das gewinnt an Bedeutung“, sagt auch Axel Keulertz, der das Hochschulranking bei Universum betreut. Befragt nach den Softskills, bei denen sich die Unternehmen von den Hochschulen mehr Engagement in der Ausbildung wünschen, verwiesen die Personaler häufiger als im vergangenen Jahr auf Lern- und Arbeitstechniken, aber auch auf Organisations- und Zeitmanagement.

Unter den Kriterien, die den Unternehmen außer dem Studienfach wichtig sind, landet die Persönlichkeit ganz vorn. Gefolgt von der Praxiserfahrung. Vogler begann schon im zweiten Semester, nebenbei als Entwickler zu arbeiten. Einfach war der Berufseinstieg trotzdem nicht für ihn. Am KIT, erzählt Vogler, bekomme man schon im ersten Semester zu hören, „dass die Unternehmen zu uns kommen – und nicht umgekehrt.“ Er habe das allerdings etwas anders erlebt. „Je internationaler die Stelle wird, auf die man sich bewirbt, desto unwichtiger wird der Name.“ Bei Spotify oder einem Tech-Start-up im Silicon Valley jedenfalls, glaubt Vogler, hätten die wenigsten je vom KIT gehört.

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Er bekam trotzdem eine Einladung von Google, kurz vor seiner letzten Prüfung. Schon während seines Studiums hatte er sich dort für Praktika beworben – aber nie etwas gehört. „Ich denke, dass da irgendwo eine Lampe aufgeleuchtet hat, als mein Abschluss näher rückte.“ Für Vogler hieß das: Noch ein bisschen mehr lernen. Im Netz war schließlich recht gut dokumentiert, welchen Fragen man sich in Vorstellungsgesprächen bei Google stellen muss. Also traf Vogler sich zwei Monate lang zur Vorbereitung eins, zwei Mal in der Woche mit Freunden – und spielte die Bewerbungsrunden durch. Mit Erfolg: Heute ist er in einem Team, das Googles Dienste vor Hackern schützt.

Mehr zum Thema: Die Absolventen dieser Unis haben bei deutschen Unternehmen die besten Chancen – die Ergebnisse des WirtschaftsWoche-Hochschulrankings 2021.

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