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„I am doing Home Office“ Das sind die zehn häufigsten Fehler beim Business-Englisch

Quelle: imago images

Deutsche Muttersprachler und die englische Sprache werden oft keine Freunde. Woran das liegt und wie man allzu typische Denglisch-Fehler vermeiden kann.

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Deutsche, die Englisch sprechen, sind eine nahezu unerschöpfliche Quelle für Erheiterung. Ihr berühmtester Vertreter der jüngeren Geschichte ist EU-Kommissar Günther Oettinger, der mit seiner schwäbischen Aussprache zum Youtube-Hit wurde. Man muss ihm allerdings lassen: Er spricht die Sprache zumindest und verfügt über das für ihn relevante Vokabular – und schlägt sich selbst als EU-Kommissar offensichtlich ganz gut durch.

Während Niederländer oder Skandinavier das Englische scheinbar mühelos, fließend und lediglich mit leichtem, aber charmantem Akzent beherrschen, tun sich Deutsche häufig schwer mit der Sprache, die von Vokabular und Struktur her doch eigentlich gar nicht so schwierig für sie sein dürfte.

Wer in einem international agierenden Unternehmen arbeitet, wird nicht umhinkommen, sein Schulenglisch um zumindest die wichtigsten Business-Englisch-Wendungen zu erweitern. Die gute Nachricht ist: In der Regel braucht man fürs Geschäftsenglisch zwar einen gewissen unverzichtbaren Wortschatz, doch kennen wir diese Begriffe häufig sowieso schon – denn sie haben ohne deutsche Entsprechung bereits Einzug ins Geschäftsleben gehalten.

Gerade wegen der Ähnlichkeit beider Sprachen entstehen selbst bei fortgeschrittenen Englischkenntnissen allerlei lustig klingende Konstruktionen, die in der Regel leicht zu vermeiden sind. Sprachexperten der Online-Lernplattform Babbel haben die zehn häufigsten zusammengestellt:

  1. „Wie“ immer mit “how“ übersetzen: Funktioniert bei How are you, aber leider nicht überall sonst. So entstehen falsche Konstruktionen wie „How does this look like“, wenn wir eigentlich wissen wollen What this will look like („Wie das aussehen wird“).
  2. „I am doing Home Office“: Wer so ankündigt, dass er heute von zu Hause aus arbeiten will, hat einfach eins zu eins aus dem Deutschen übersetzt. Ein Muttersprachler wird sich allerdings verwundert am Kopf kratzen. Home Office klingt zwar schön international, Englischsprechende würden das aber nie so sagen – jedenfalls nicht in dem Kontext. Das Home Office ist nur das Arbeitszimmer, im britischen Englischen übrigens auch das Innenministerium. Wer von zuhause arbeitet, nennt dies Working from home.
  3. Fehlende Zeitformen: Die beiden Sätze aus den vorangegangenen Beispielen weisen noch einen weiteren typisch deutschen Schwachpunkt auf. Während sich „Wir gucken mal, wie das aussieht“ im Deutschen sehr wohl auch auf die Zukunft beziehen kann, verlangt das Englische hier eine Zeitform. „How this looks like“, oder „I am doing Home Office“, „I make a party“ – das verstehen englischsprachige Kollegen und Kolleginnen zwar, wundern sich aber über die fehlende Zeitangabe.
  4. Falsche E-Mail-Floskeln, „-ing”-Chaos: „Look forward to meet you?“ „Looking forward meet you?“ Klingt beides komisch für Menschen mit Englisch als Muttersprache. Grammatikalisch korrekt ist: „Looking forward to meeting you“. Möglich ist auch, nur die -ing-Form des zweiten, substantivierten Verbes zu verwenden. Also: “I look forward to meeting you“.
  5. Falsche Freunde – scheinbar naheliegende Übersetzungen erweisen sich als falsch: Manche feststehende Ausdrücke bedeuten genau das Gegenteil von dem, was der deutsche Hörer denkt. Zum Beispiel bedeutet to table something nicht „etwas auf den Tisch bringen“, sondern, dass zum Beispiel eine Tagesordnungspunkt erst einmal hintangestellt wird. Der Klassiker unter den false friends ist das Verb to become (werden, nicht bekommen).
  6. Falsche Konjunktionen – since anstatt for: Ein weiterer Fall, in dem versucht wird, Deutsch und Englisch wörtlich zu übersetzen. „I’ve worked at WirtschaftsWoche since 5 years“ ist eine beliebte Satzkonstruktion. Richtig muss es aber heißen: „I’ve worked at WirtschaftsWoche since 2014“ oder „I’ve worked at WirtschaftsWoche for 5 years“.
  7. Falsche Verwendung von Cheers am Ende einer E-Mail: Das Wort bedeutet in diesem Kontext nicht „Prost“, sondern immer „Danke“. Es ist allerdings informeller als Best oder Regards, deshalb sollte man sich gut überlegen, ob dieses Ende in einer geschäftlichen E-Mail angemessen ist.
  8. Denglische Witze: „I think I spider!“ (Ich glaub‘ ich spinne!) Streng genommen ist das kein Fehler, weil wir ja genau wissen, dass das kein korrektes Englisch ist – und eigentlich gehört das auch nicht ins Büro. Trotzdem erfreuen sich direkte Übersetzungen von deutschen Sprichwörtern großer Beliebtheit. Und in diesem Eifer vergessen wir dann, dass die englischsprachigen Teammitglieder zwar die Wörter verstehen, aber den Sinn natürlich gar nicht erfassen können.
  9. Until anstatt by: Wenn die Deadline für Freitag gesetzt ist, muss es heißen „We need to finish this by Friday“ und nicht „We need to finish this until Friday“.
  10. „Uns“ immer mit us übersetzen: „Wir sehen uns morgen“ wird zu „We see us tomorrow“. Klingt schon etwas merkwürdig, oder? Richtig ist: „We('ll) see each other tomorrow.“

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