IG-Metall-Befragung Arbeitnehmer wollen ein Recht auf Abschalten

Die zunehmend digitalisierte Arbeitswelt stellt alte Schemen auf den Kopf. Deshalb ist Sicherheit im Job ein wichtiges Gut geworden, wie eine Umfrage der IG Metall zeigt. Doch auch Ruhezeiten sind Arbeitnehmern wichtig.

Ein Teilnehmer einer Kundgebung von IG Metall Quelle: dpa

Die überwiegende Mehrheit der Beschäftigten will einer Studie der IG Metall zufolge auch in einer zusehends digitalisierten Arbeitswelt starke Arbeitszeitregeln - „mit Ruhezeiten, mit einem Recht auf Abschalten“.

Damit hätten 96,4 Prozent der befragten Beschäftigen in der Industrie dem Wunsch der Arbeitgeberverbände Gesamtmetall und BDA widersprochen, Höchstgrenzen und feste Ruhezeiten nicht mehr im Gesetz zu regeln. Befragt hatte die IG Metall zwischen Januar und Februar 680.000 Menschen aus rund 7000 Betrieben.

Wie IG Metall-Chef Jörg Hofmann in Berlin sagte, sei das Ergebnis vor der Bundestagswahl im Herbst eine „klare Ansage an die Politik“. Im Übrigen gebe es jetzt schon Öffnungsklauseln, etwa für Beschäftigte in der IT-Branche.

Was Arbeitnehmer wollen

Der Studie zufolge ist für knapp zwei Drittel der Befragten „die faire Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt“ ein wichtiges Thema. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass sich diejenigen Beschäftigen, die selbst um ihren Job fürchten, mit dieser Frage schwerer täten, sagte Hofmann.

Ein weiteres Thema, das die Beschäftigten umtreibt, ist die Digitalisierung. 93 Prozent ist Sicherheit und berufliche Perspektive wichtig oder sehr wichtig. Hierfür braucht es zusätzliche Qualifikationen.

Entsprechend fordert eine Mehrheit von 93 Prozent eine Bildungspolitik, die Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft eröffne und „verbrieftes Recht jedes Beschäftigten auf betriebliche Weiterbildung garantiere“, sagte Hofmann. Gleiche Teilhabechancen verlangten auch, dass die Betreuung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen nicht in eine berufliche Sackgasse führen dürften. 92 Prozent setzten das Thema Vereinbarkeit ganz oben auf die Agenda, sagte der IG Metall-Chef.

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