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Immer mehr Freiberufler Raus aus dem Hamsterkäfig

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Böses Erwachen bei Festanstellungen

Arbeiten im Park und Chillout-Bereich
Ein Testflug in einem zum Labor umgebauten Flugzeug Quelle: dpa
Ein Blick in eine Fabrikhalle von Stryker Quelle: Presse
Der Kid's Corner in einer Deutsche Bank Filiale Quelle: Presse
Ein Kreativ-Raum in einer Schweizer Google-Zweigstelle Quelle: Presse
Ein mann geht an einem IBM-Logo vorbei Quelle: AP
Ein Konzert bei einem BMW-Mitarbeiterfest Quelle: Presse
Telekomlogo an einer Scheibe Quelle: Reuters

Mehr noch: Diese Ernüchterung war der häufigste Grund für Unzufriedenheit. Oft komme es nach der Einstellung zu einem „bösen Erwachen“, sagt InterSearch-Manager Thomas Bockholdt. Das rettende Ufer erweist sich bisweilen als Fata Morgana.

Nun gab es schon immer Menschen, die ihr Glück lieber alleine versuchten. Die der Verlockung eines festen Einkommens, eines schicken Dienstwagens, Weihnachtsgeld und Betriebsrente freiwillig widerstanden. Klassische Freiberufler wie Ärzte, Anwälte und Steuerberater stellen immer noch die Mehrzahl.

Doch der entscheidende Unterschied ist: Zunehmend sind es auch andere Berufsgruppen, die sich als Einzelkämpfer durchschlagen. Jene, die man früher dort nicht vermutet hätte. Und die der beste Beweis dafür sind, dass individuelle Freiheit eben nicht nur Risiken, sondern vor allem Chancen bietet.

Ständiges Geben und Nehmen

Die eigenen Ziele und Träume zu verwirklichen ist den Menschen wichtiger geworden. Deshalb wägen viele ständig ab zwischen Geben und Nehmen. Im Privaten, aber eben auch im Beruflichen. Sie fragen vor allem, was der Arbeitgeber für sie tun kann. Und wenn die Antwort nicht passt, beenden sie die Beziehung. Wer gut ausgebildet und auf dem Arbeitsmarkt begehrt ist, geht oft nur für ein Projekt zu einem Unternehmen. Endet das eine, folgt das andere. Für viele hoch Qualifizierte ist die Selbstständigkeit deshalb die logische Konsequenz.

Nico Schunke zum Beispiel merkte schnell, dass für ihn langfristig nicht die klassische Festanstellung, sondern freiberufliches Arbeiten der richtige Weg sein würde. Der 28-Jährige arbeitete nach seinem Informatikstudium ein Jahr lang als Softwareentwickler in einer Agentur – und machte sich 2010 selbstständig. „Ein Sprung ins kalte Wasser“, sagt Schunke, „aber er hat sich gelohnt.“

Viele Aufträge erhält er über den Dienstleister Hays. Das Unternehmen sieht sich „als Zwischenstation und Vermittler zwischen Freiberuflern und Unternehmen“, sagt Bereichsleiter Jörn Bäumer. Aktuell hat das Unternehmen 300 000 Freiberufler in der Datenbank – im Jahr 2000 waren es gerade mal 34 000. In der Deutschlandzentrale in Mannheim sind 100 Mitarbeiter damit beschäftigt, diese Datenbank auf dem neuesten Stand zu halten.

Ein lohnendes Geschäft

Bei erfolgreicher Vermittlung erhält Hays eine Provision, die Unternehmen sparen sich die meist höheren Suchkosten, Freiberufler wie Schunke kommen regelmäßig an Aufträge und können sicher sein, ihr Honorar auch zu erhalten. Bezahlt werden sie nicht vom Auftraggeber, sondern von Hays.

Zu den Kunden gehören viele deutsche und internationale Großkonzerne, darunter Bayer oder die Deutsche Post. Offenbar ein lohnendes Geschäft: Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Hays einen Gewinn von knapp 69 Millionen Euro. Derzeit hat Hays etwa 5500 IT-Spezialisten im Einsatz.

Das Unternehmen sorgt dafür, dass Experten wie Schunke sich nicht um die Akquise kümmern müssen, sondern sich allein auf die Einsätze konzentrieren können. Mit Erfolg: Seit mehr als zwei Jahren hatte Schunke keine Ausfallzeiten mehr, ständig entwickelt er Software oder leitet IT-Projekte.

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