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Industrie 4.0 Arbeiten zwischen Technologie und Teamwork

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Kollektives Gelingen statt individuellem Heldentum

Verhalten in der Teamarbeit konkret vereinbaren: Wenn wir zusammen etwas schaffen wollen, hilft es, sich auf einige Regeln zu einigen: Was ärgert und behindert uns? Worauf wollen wir achten, damit es gut geht? Das braucht auch eine konstruktive und wertschätzende Fehler und Feedback-Kultur. Den Erfolg spüren wir in besserer Performance.

Teamarbeit im täglichen Miteinander forcieren und üben: Oft fühlen wir uns großartig mit unseren Ideen und Ausarbeitungen. Darauf sind wir in unserer Kultur und Belohnungssystemen angelegt: Individuelles Heldentum vor kollektivem Gelingen. Umso mehr gilt es beharrlich nachzufragen: Wer war hat an der Lösung mitgewirkt? Gemeinsame Arbeit verhilft auch zu besserer Qualität und Akzeptanz, zu weniger Konflikten und Diskussionsschleifen.

Die unterschiedlichen Typen eines Teams

Bereichsübergreifende Prozesse gemeinsam optimieren: Die Silos in unseren Unternehmen sind schon sprichwörtlich. Über viele Jahre haben wir uns in unserer Linienstruktur eingerichtet und das Business Process Reengineering vielfach zum Scheitern gebracht. Akzeptiert werden Workflows, die die Arbeit zuweisen. Für schnellere Durchlaufzeiten und höhere Kosteneffizienz müssen wir aber über Abteilungsgrenzen hinweg gut kooperieren. Das verstehen alle; weil es aber um Einfluss und Macht geht, kann eine klare Ansage des Vorstands nötig sein. Der Effekt: Schnellere, kostensparende Abläufe.

Kritische Situationen mit Teamgeist meistern: Erfolg entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in konkreten Interaktionen mit dem Kunden, zwischen Kollegen, Führungskräften und Mitarbeitern. Da heißt es sich vorher zu verständigen: Wie wollen wir es mit unserer Präsentation morgen beim Kunden halten? Wie einig sind wir: Moderation, Einleitung, Präsentation, Diskussion, Schlusswort? Das macht es leichter und reibungsloser.

Den Kompetenzen im Team vertrauen

Das heißt auch die überkommenen Bedeutungen von persönlicher Durchsetzungskraft, Seniorität und Position infrage stellen. Das heißt auch noch mehr die Vorschläge derer berücksichtigen, die es mit ihrer Erfahrung und Kompetenz wissen müssen, fachlich und planerisch. Nicht den eigenen Illusionen in die Falle gehen, sondern gemeinsam zu realistischeren Einschätzungen kommen und weniger Enttäuschungen erleben.

Foren für Austausch und Miteinander schaffen: Wissen ist eines der wenigen Güter, die sich durch Teilen vermehren. Der notwendige Teamgeist im Unternehmen verbreitet sich im offenen Austausch, in Coffee Talks, Weeklies und Daily Stand-ups, Besuchen zwischen Abteilungen. Das können Führungs­kräfte sichtbar vorleben. Wissen zurückhalten ist überholtes Machtdenken. Geteiltes Wissen reduziert Widerstände und Doppelarbeiten. 

Widerstand gegen Teamarbeit positiv ansprechen: Woher kommen Angst, Ärger, Skepsis? Welche Erfahrungen haben die Kollegen schon gemacht? Was müssen wir in Zukunft besser machen? Schaffen Sie damit ein gutes und persönliches Beispiel für Achtsamkeit im Team und holen die Leute zurück ins Boot.

Externe Unterstützung, Begleitung und Partnerschaft passend wählen: Worauf kommt es an? Noch mehr Vergleichsdaten, Best Practices und kluge Strategien? Oder Umsetzung mit Gespür für die Organisations­realität? Hier wird Teamverhalten am wirkungsvollsten gefördert. Denn Veränderung beginnt immer sofort, hier und jetzt, und das sollte gemeinsam sein.

In Arbeit
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Teamarbeit in der Personalführung verankern: Teamarbeit sollte keine einsame Initiative irgend­wo im Unternehmen sein. Sie braucht eine organisationsweite Unterstützung. In Beurteilungs­kriterien, Zielvereinbarungen, im Führungsprozess. Sie darf nicht nur Worthülse sein, sondern muss im täglichen Verhalten spürbar werden. Sonst verkommt die Absicht zum Witz: Team – toll ein anderer macht’s.

Gute Teamarbeit ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil. Mit Teamgeist gelingen die Dinge besser und schneller. Das gilt im Unternehmen, und darüber hinaus, zum Beispiel in Think Tanks, Labs, Communities und Plattformen. Das praktizieren die Menschen im Internet längst. Es ist so viel Motivation, Wissen und Kreativität in der Welt, die nach Öffnung und Austausch verlangt. Angst vor den Mitbewerbern müssen wir nicht haben, wenn wir es schaffen, die Herausforde­rungen im Unternehmen gemeinsam, schnell und leicht anzugehen. Angst müssen wir nur davor haben, dass die Menschen uns in der Schwerfälligkeit unserer Organisationen nicht mehr folgen wollen.

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