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Internet-Recht Netzwerk-Ratgeber für Mitarbeiter

Zehn häufige Fragen zu juristischen Problemen für Arbeitnehmer in Sozialen Netzwerken - und was Rechtsexperten raten.

Diese Marken sind bei Facebook top
Platz 20 - Victoria's Secret - 11,09 Millionen FansDie Modemarke des Einzelhandelskonzern Limited Brands engagiert jedes Jahr die absoluten Topmodels für ihre Fashionshows, wie hier (von links nach rechts) Karolina Kurkova, Tyra Banks, Heidi Klum, Gisele Bundchen und Adriana Lima. Wer bei Facebook Fan wird, bekommt exklusiv die Backstage-Bilder der Sessions zu sehen. Quelle: dapd
Platz 19 - Dr Pepper- 11,33 Millionen FansSpätestens durch den von Tom Hanks verkörperten Filmhelden Forrest Gump bekam Dr Pepper Cola Kultstatus. Gump ist beim Präsidenten eingeladen, trinkt 15 Flaschen der braunen Brause und kann dem amerikanischen Staatsoberhaupt nicht mehr die Hand schütteln - weil er so dringend zur Toilette muss. Quelle: ap
Platz 18 - Disney Land - 12,01 Millionen FansInsgesamt viermal weltweit gibt es die Freizeitparks des Disney-Konzerns: In Hong Kong, Tokyo, Paris und Anaheim, Kalifornien. Für eingefleischte Disney-Fans sind das Sehnsuchtsorte, hier treffen sie Mickey Mouse, Goofy und Donald Duck. Die Anziehungskraft der Facebook-Seite scheint ebenso groß zu sein. Quelle: dpa
Platz 17 - Adidas Originals - 12,57 Millionen FansDer deutsche Konzern mit den drei Streifen ist nach Nike der größte Sportartikelhersteller der Welt. Neben unzähligen Bildern der neuesten Schuhmodelle, gibt es im sozialen Netzwerk vor allem Videos und Fanfotos zu sehen. Ein Hund in Trainingsjacke wurde zum Beispiel 2442 mal geteilt. Quelle: dpa
Platz 16 - Nutella - 13,31 Millionen FansEin Glas des süßen Haselnussaufstrich mit 400 Gramm besteht gut zur Hälfte aus Zucker. Die Facebook-Fans diskutieren beispielsweise, auf welchem Brot Nutella am besten schmeckt. „Auf Brot?“, fragt einer. Reis mit Nutella - damit startet er in den Tag. Quelle: Reuters
Platz 15 - Monster Energy - 14,08 Millionen FansAnders als Konkurrent Red Bull verzichtet Monster Energy fast gänzlich auf Werbung im Fernsehen. Stattdessen werden bewusst Extremsport-Events werden vom Wachmacher-Getränk gesponsert, so wie BMX- und Monster Truck-Rennen. „Wir stecken das Geld in die Szene“, heißt es. Die Bilder der Rennen bekommen die Fans direkt auf der Facebook-Seite.
Platz 14 - Ferrero Rocher - 14,24 Millionen FansNoch ein Produkt der Marke Ferrero, für das Internetnutzer gerne ihre Zuneigung ausdrücken. Zumindest auf den Genuss von Rocher, was so viel wie Felsen bedeutet, müssen die gut 14 Millionen Anhänger zwischen April und September verzichten - die goldenen Kugeln gehen dann in die Sommerpause. Quelle: Reuters

Dürfen Mitarbeiter im Internet ungestraft über Kunden, Kollegen oder ihren Vorgesetzten lästern?

Thomas Schwenke: Es gibt eine schmale Grenze zwischen zulässiger Meinungsäußerung einerseits und dem Verstoß gegen Loyalitätspflichten andererseits. Problematisch wird es für die Mitarbeiter, wenn sie die Kritik während der Arbeitszeit üben, Interna verraten, beleidigende Ausdrücke verwenden, dem Unternehmen durch die Äußerung schwerer wirtschaftlicher Schaden entsteht und die Kritik öffentlich ist, also für jedermann sichtbar. In der Vergangenheit rügte zum Beispiel Daimler zu Recht beleidigende Äußerungen von Mitarbeitern in einer Facebook-Gruppe, die sich gegen den Vorstandsvorsitzenden Dieter Zetsche richteten.

In der Gruppe „Daimler-Kollegen gegen Stuttgart 21“ war Zetsche als „Spitze des Lügenpacks“ bezeichnet worden, einige Mitarbeiter hatten die Aussage mit einem „Gefällt mir“ honoriert. Daimler beließ es bei einer Verwarnung, andere Arbeitgeber hätten die Arbeitnehmer aber vielleicht sogar entlassen. Andererseits entschied das Verwaltungsgericht München kürzlich zugunsten einer Mitarbeiterin eines Sicherheitsdienstes, der für O2 tätig ist. Sie hatte bei Facebook die Vertragsleistungen des Mobilfunk-Anbieters kritisiert. Allerdings hatte sie sich als private Kundin beschwert und nicht im beruflichen Kontext.

Die fünf Experten

In welchen Fällen können Social-Media-Aktivitäten den Arbeitsplatz kosten?

Christoph Rittweger: Besonders sensibel sind Fälle, in denen Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse verraten werden. Zwar gelten für Social-Media-Aktivitäten keine speziellen Regeln. In der Praxis erhöht jedoch die Nutzung von internetfähigen Mobiltelefonen am Arbeitsplatz die Gefahr des Geheimnisverrats. Die Möglichkeit, mit der Handykamera aufgenommene Fotos direkt aus dem Büro im Internet zu verbreiten, trägt zu dieser Gefahr bei.

Der Fall einer Friseur-Auszubildenden aus Düsseldorf zeigt, dass auch gedankenlose Äußerungen in den sozialen Netzwerken zu Kündigungen führen können. Sie hatte sich krank gemeldet und schrieb auf ihre Pinnwand: „Ab zum Arzt und dann Koffer packen.“ Als wäre das nicht genug, lud sie auch noch Fotos des Mallorca-Trips hoch.

Was sich deutsche Unternehmen vom Einsatz sozialer Medien versprechen

Facebook ist das wichtigste Netzwerk für private Kontakte, bei Xing und LinkedIn stehen berufliche Beziehungen im Vordergrund. Was müssen Arbeitnehmer in solchen Karrierenetzwerken beachten?

Andreas Splittgerber: Die meisten arbeitsvertraglichen Pflichten gelten im Social Web genauso wie im realen Leben. Vor allem jene zur Vertraulichkeit und zur Rücksichtnahme gegenüber dem Arbeitgeber. Interna, die das Unternehmen betreffen, dürfen nicht veröffentlicht werden – selbst wenn sie noch so harmlos erscheinen. So kann in Einzelfällen eine „Freundschaft“ zwischen einem Arbeitnehmer und dem Mitarbeiter eines Kunden schon eine unzulässige Offenbarung eines Betriebsgeheimnisses sein – weil sich daraus eine Geschäftsbeziehung zwischen den beiden Unternehmen ableiten lässt.

Es ist deshalb ratsam, den Kontakt nicht weiter zu kommentieren. Beschreibungen wie „Unser bester Kunde“ können gefährlich werden. Außerdem muss der Arbeitnehmer sein Profil aktualisieren, sobald er das Unternehmen verlässt. Gibt der Ehemalige seine frühere Position weiterhin als aktuelle Arbeitsstelle an, kann er dafür von seinem Ex-Arbeitgeber abgemahnt werden.

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