Jobsuche und Bewerbung So sieht das perfekte Anschreiben aus

Auf einmal steht sie da - bei Xing, LinkedIn oder in der Zeitung: Die Stellenanzeige für den Traumjob. Nun heißt es, eine Bewerbung zu schreiben, die den Personaler umhaut. Doch schon beim Anschreiben lauern Fallen.

Ein Mitarbeiter hält einen Zettel mit der Aufschrift

"Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe Ihre Stellenanzeige gesehen und würde gerne ab sofort bei Ihnen arbeiten. Meine Gehaltsvorstellungen liegen bei 50.000 Euro.
Mit freundlichen Grüßen..."

So geht es schon einmal nicht. Wer sich bei einem Unternehmen bewirbt - Fachkräftemangel hin oder her - sollte sich bestmöglich präsentieren. Und das fängt beim Anschreiben an. Dass das Schreiben keine Kaffeeflecken oder Eselsohren haben sollte, dürfte klar sein, aber was gehört in den Inhalt? Und womit sollte das Anschreiben beginnen?

Noch vor dem ersten Satz fällt der Blick des Personalers in der Regel auf den Briefkopf und die Anrede: Steht da "Sehr geehrte Damen und Herren", hat sich der Bewerber wohl noch nicht einmal die Mühe gemacht, herauszufinden, bei wem er sich bewirbt. Oder ist die Bewerbung für eine Stelle bei BMW vielleicht gleich an Norbert Reithofer adressiert? In beiden Fällen könnte das Anschreiben noch so gut formuliert und noch so individuell sein - bei vielen Personalern wäre der Bewerber hiermit raus, wie die Karriereexperten von Hesse/Schrader wissen.

Tipps für den ersten Satz im Bewerbungsschreiben

Der erste Satz entscheidet

Wer herausgefunden hat, wer der Ansprechpartner für die Bewerbung ist, sitzt aber immer noch vor einem leeren Blatt. Für diejenigen haben Bewerbungscoaches den Rat, nicht mit den immer gleichen Standardfloskeln wie "Hiermit bewerbe ich mich..." oder "Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige in XY ... gelesen" zu beginnen. Der erste Satz darf den Personaler ruhig aufwecken, im besten Falle sogar neugierig machen.

Hat der Bewerber bereits vorab ein Telefonat mit dem Personaler geführt oder ihn persönlich auf einer Jobmesse kennengelernt, kann dieses gemeinsame Erlebnis als Einstieg genutzt werden. Genauso kann ein Freund im Unternehmen als Aufhänger dienen, der einen auf die freie Stelle hingewiesen hat und positives über seinen Arbeitgeber berichtet. Sich auf etwas zu beziehen, wirkt immer besser, als einfach so mit der Tür ins Haus zu fallen. Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, sollten Jobsuchende kurz erzählen, warum sie das Unternehmen gut finden und Teil davon werden wollen.

Dann kommt der inhaltliche Teil: "Das Anschreiben sollte aus drei Teilen bestehen", sagt Karriere-Coach Jürgen Hesse. Erstens sei ein individueller Einstieg nötig, der den Grund für die Bewerbung darlegt. Das kann zum Beispiel sein: Die Stelle als Vertriebsmitarbeiter entspricht genau meinen Fähigkeiten, da ich einem Eskimo den sprichwörtlichen Kühlschrank verkaufen könnte."

Im zweiten Teil sollten dann einige Zeilen folgen, die begründen, warum es ausgerechnet dieser Arbeitgeber sein soll. Warum will man unbedingt bei dieser Firma arbeiten? Warum interessiert man sich für genau diese Stelle in dieser Abteilung? "Zum Schluss sollten Sie Argumente dafür liefern, warum Sie der richtige Bewerber sind", rät Hesse.

Wer im Anschreiben seine Gehaltsvorstellungen angeben soll, tut das am besten eher im hinteren Drittel des Anschreibens und nennt lieber eine Spanne als eine konkrete Summe. Zum Beispiel mit einer Formulierung wie: "Meine Vorstellungen bewegen sich bei einem Jahresbruttoeinkommen von ... bis ... Euro."

Auf Fehler und Formalien achten

Zum Schluss noch ein Satz, dass man sich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freut, ein "Mit freundlichen Grüßen" oder "Mit freundlichen Grüßen aus Hamburg nach Berlin" dazu, und das Anschreiben ist so gut wie fertig.

In Arbeit
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Doch bevor die Bewerbung in den Briefkasten wandert oder der Senden-Button gedrückt wird, sollten Bewerber überprüfen: Stimmt die Rechtschreibung? Sitzt jedes Komma da, wo es hingehört? Sind die Abstände zwischen Adresse und Text groß genug und wurde der linksbündige Flattersatz als Formatierung benutzt? Wenn das alles stimmt, sollte noch ein Freund, Kollege oder Familienmitglied über die Bewerbung schauen.

Neben dem Grammatik- und Rechtschreibe-Check sollte dieser Korrektur-Leser auch überprüfen, ob die Bewerbung wirklich zur Stellenausschreibung passt oder ob sie austauschbar wäre. Macht die Bewerbung neugierig? Will man den Autor des Schreibens kennen lernen?

Und vor allem: Passt der Text zum Verfasser? Denn spätestens im Vorstellungsgespräch wird auffallen, wenn sich jemand in seinem Anschreiben allzusehr verstellt hat. Wenn das alles stimmt, kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

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