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Karriere

Wie Sie mehr verdienen können

Simone Janson Freie Autorin

In den USA verdienen Top-Manager das bis zu 2000-fache ihrer Angestellten, hierzulande gibt es ein starkes Gefälle zwischen Männern und Frauen. Wer einige Regeln befolgt, hat gute Chancen auf eine Gehaltserhöhung.

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Manager mit Geld im Sacko

Top-Manager müsste man sein und in den USA leben. Zumindest, was das Gehalt angeht. Denn hier hat die Job- und Recruiting-Community Glassdoor gerade die Gehälter von 500 Unternehmenslenkern ausgewertet und mit denen ihrer Mitarbeiter verglichen. Die Gehälter der CEOs wurde den Berichten der Börsenaufsichtsbehörde United States Securities and Exchange Commission (SEC) entnommen, die der Mitarbeiter den Angaben bei Glassdoor.

Ganz vorne beim Gehalt liegt David M. Zaslav vom Medien- und Unterhaltungskonzern Discovery Communications. Seine Jahresbezüge belaufen sich auf über 156 Millionen US-Dollar und sind damit fast 2000 Mal so hoch wie das Durchschnittssalär seiner Angestellten (80.000 US-Dollar). Eine ebenfalls noch astronomisch erscheinende Gehaltskluft besteht bei den CEOs der Fast-Food-Kette Chipotle (Faktor 1522) oder der Einzelhandelskonzerne CVS Health (Faktor 1192) und Walmart (Faktor 1133) im Verhältnis zu ihren Mitarbeitern. Gehälter, von denen viele in Deutschland nur träumen.

Gehaltsgefälle im Alter steigend

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    Hierzulande gibt es auch zwischen Männern und Frauen immer noch ein starkes Gehaltsgefälle. Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen lag in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2014 gut 19 Prozent niedriger als das der Männer - das ergab die Auswertung von 72.000 Fragebögen von lohnspiegel.de, einer Seite des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Bei jüngeren Frauen zwischen 21 und 30 Jahren liegt die Differenz bei rund 13 Prozent, in der Altersgruppe zwischen 31 und 40 Jahren beträgt er 16 Prozent, bei den 51- bis 60-Jährigen sind es 20 Prozent und zwischen 61 und 65 Jahren rund 23 Prozent Rückstand.

    Der Einkommensrückstand von Frauen lässt sich über die große Mehrzahl der Berufe beobachten. Er reicht von drei Prozent bei Technischen Zeichner/innen über 13 Prozent bei Einkäufer/innen, 16 Prozent bei Bankkaufleuten und bis zu 23 Prozent bei Versicherungskaufleuten.

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    Nun sind an den Gehaltsunterschieden eine Reihe von Faktoren schuld: Leistung, der Grad der Verantwortung, Mut, Bildungsstand, Herkunft, die Art des gewählten Berufes, familiäre Umstände, Teilzeitarbeit - und manchmal auch einfach nur das Glück, im richtigen Moment am richtigen Ort gewesen zu sein, um die Weichen für seine Karriere gestellt zu haben.

    Viele sind auch in Gehaltsverhandlungen zu bescheiden, stellen sich bei Verhandlungen ungeschickt an und da Geld nach wie vor ein Tabuthema ist, tun sie sich schwer mit der richtigen Einschätzung ihrer Fähigkeiten. Oder man will höflich bleiben, niemanden verärgern, nicht gierig erscheinen oder hat Angst vor einer Kündigung - da wartet man lieber, bis der Chef auf einen zukommt und wartet und wartet...

    Beim Chef präsent sein

    Doch überraschenderweise schätzen viele Chefs sogar Mitarbeiter, die sich für mehr Gehalt stark machen, erklärt die Management-Trainerin Cornelia Topf: "Man zeigt damit, dass man karrierebewusst, motiviert und informiert ist - nämlich darüber, was für die jeweilige Branche und das jeweilige Aufgabengebiet üblich ist. Wer hingegen lange keine Gehaltsforderungen stellt, erweckt den Eindruck, dass er sich nichts zutraut oder bald kündigen will."

    Wer finanziell vorankommen will, sollte sich daher weiterbilden, Fachliteratur lesen, sich in einem bestimmten Aufgabengebiet Spezialwissen aneignen - und darüber reden.

    Überhaupt: Darüber reden! Wer glaubt, es geht beim Erfolg rein um Leistung, der irrt. Man muss einfach sichtbar im Unternehmen sein, im Meeting den Mund aufmachen, renommierte Projekte übernehmen und Präsentationen halten, damit man vom Chef stärker wahrgenommen wird.

    Was hilft, ist eine Art Tagebuch, in das man über Monate hinweg minutiös seine Erfolge und Leistungen einträgt. Im Gehaltsgespräch kann man dem Chef dann nämlich genau belegen, wann man für das Unternehmen beispielsweise neue Kunden gewonnen oder Kosten gesenkt hat.

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      Mit eigenen Leistungen kontern

      Selbstkritik ist hingegen fehl am Platze, ebenso wie allzu großes Lamentieren. Dass die Ausbildung der Kinder viel kostet, bringt einem bestenfalls Mitleid, aber überzeugt keinen Chef. Argumente und Leistungsbeweise müssen her. Und man sollte sich auf etwaige Gegenargumente vorbereiten, etwa: "Wir müssen Kosten senken". Wer vorbereitet ist, kontert nun mit den eigenen Leistungen wie: "Es ist mir klar, dass wir die Kosten senken müssen, um die Rendite zur erhöhen. Aber ich habe mit meiner Mehrleistung bereits die Rendite erhöht".

      Brutto-Durchschnittsgehälter nach Branchen
      Frankfurter Bankenskyline Quelle: dpa
      Radlager Quelle: dpa
      Computer Quelle: dpa
      Autoindustrie Quelle: dpa
      Versicherung Quelle: dpa
      Medizintechnik Quelle: dpa
      Messe Quelle: dpa

      Die Crux ist: "Wer weiß, was er will, wirkt gleich deutlich überzeugender", erklärt Topf und erläutert: "Wichtig ist, dass man ganz konkrete Forderungen in Euro und Prozent stellt. Wer mehr Geld will, muss das ganz konkret beziffern und gegebenenfalls begründen, wie er zu dieser Summe kommt."

      Wer hingegen seine Forderung mit: „Eigentlich hätte ich etwas mehr Gehalt verdient", einleitet, hat schon verloren. „Netter Versuch", wird der Chef denken, und den Mitarbeiter freundlich zur Tür geleiten.

      Beruf



      Und wenn der Chef bei seinem Nein bleibt? Dann sind Boni, Urlaubsgeld und andere Sonderleistungen eine gute Alternative. Denn sie sind sogar netto oft lukrativer als mehr Gehalt. Die Palette der Möglichkeiten reicht vom Bonus am Ende des Jahres oder eines Projektes über Firmenwagen und Sachzuwendungen bis zu Privilegien wie Büroschlüssel oder Firmenparkplatz.

      Eine andere Möglichkeit sind erfolgsabhängige Bezahlung oder Prämien. Einfach vorbereiten, informieren - und verhandeln.

      Die Autorin betreibt das Blog "Berufebilder". Sie können auch über Twitter mit ihr in Kontakt treten.

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