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Karriereförderung Warum es sich lohnt, Mitarbeiter beim Ausstieg zu unterstützen

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Beim Einstieg den Ausstieg planen

Unternehmen sind gut beraten, die Entwicklung eines Mitarbeiters eng mit ihm abzustimmen. So finden sie schon bei der Rekrutierung heraus, ob ein Kandidat eine Stelle nur als Zwischenstation sieht oder als langfristige Perspektive – also wie lange sie voraussichtlich mit ihm planen und wieviel sie in seine Entwicklung investieren können. Aber Achtung: Im Bewerbungsgespräch und in der Probezeit werden die wenigsten mit offenen Karten spielen.

Diese Phase sollten die Firmen aber nutzen, um verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen, etwa Fach- oder Führungskräfteprofile sowie abteilungsübergreifende  Optionen – und Offenheit gegenüber einer zeitlich begrenzten Zusammenarbeit zu signalisieren. Das schafft Vertrauen, so dass spätestens nach Ablauf der Probezeit ein offenes Gespräch über die Perspektiven möglich ist. Bei regelmäßigen Gesprächen kristallisiert sich auch heraus, ob ein Mitarbeiter seine Karrierevorstellungen geändert hat oder unzufrieden ist.

Nachfolgeregelung vorbereiten

Die Einschätzung der Absprungwahrscheinlichkeit hilft auch bei der Vorbereitung der Nachfolger. Scheidet der Mitarbeiter aus, ist die Nachbesetzung schon vorbereitet. Sollte eine wichtige Fachkraft doch einmal vollkommen unvermittelt ausscheiden, kann ein Mitarbeiter aus dem Talentpool mit dem nötigen Potenzial in die offene Stelle hineinentwickelt werden.

Mutige Unternehmen gehen so weit, den Mitarbeitern von Beginn der Zusammenarbeit an Unterstützung beim Ausstieg zuzusagen. Warum? Dieses Vorgehen fördert das Arbeitgeber-Image, das wichtig für Neurekrutierungen ist.

Mitarbeiter, die bei ihrer persönlichen Karriereplanung unterstützt werden und deren Weggang im positiven Sinne begleitet wird, bewerten ihre Ex-Arbeitgeber in sozialen und beruflichen Netzwerken eher positiv und empfehlen ihn weiter. Ein gutes Auseinandergehen zahlt sich vor allem dann aus, wenn der Mitarbeiter in ein Kundenunternehmen oder zu einem Geschäftspartner wechselt. Oder wenn er nach ein oder mehreren  Veränderungen mit neuen Erfahrungen, Markt- oder gar Wettbewerberwissen wieder ins Unternehmen zurückkehrt.

Beruf



Die Unterstützung beim Ausstieg ist umso wichtiger, wenn die Trennung nicht auf Initiative des Mitarbeiters erfolgt, sondern aus unternehmerischen Gründen – zum Beispiel, wenn ein Geschäftsbereich ausgelagert wird und dem Mitarbeiter im verbleibenden Betrieb keine zufriedenstellende Position angeboten werden kann. Wird diesem Mitarbeiter eine Outplacement-Beratung finanziert, ist er in der Regel in wenigen Monaten in einer neuen Position, die auch seinen Vorstellungen entspricht. Je nach Bedarf kann der „alte“ Arbeitgeber noch Qualifikationsmaßnahmen übernehmen oder für die Zeit nach dem Wechsel eine „Onboarding“-Begleitung.

Die Exit-Strategie in der Personalentwicklung zahlt sich aus – denn wie heißt es so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben.

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