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Karriereleiter

Nervige Kollegen: Mit der „Spiel-Haltung“ lächeln Sie drüber

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Sehen Sie den Job als Spiel!

Und nun stellen Sie sich eine Schlange vor, die sich züngelnd und zischend einen Baum hinauf windet, um einem Vogel die Brut aus dem Nest wegzufressen. Genau deshalb finden wir Schlangen oft ja so abstoßend.

Was aber, wenn ein niedliches Eichhörnchen (als ausgewiesener Nesträuber) der Schlange zuvorkommt und die frisch geschlüpften Küken klaut? Dieses drollige Fellbündel geht doch nur seinem Instinkt nach. Wer will schon immer Nüsschen fressen. Oder?

Ob der Hotelgast auf der Poolliege links neben Ihnen schnarcht oder der geliebte Partner rechts – dazwischen liegen Welten. Die Lieblingskollegin erlaubt sich einen Scherz über Ihre neue Frisur. Und danach dieser blöde Herr Krause. Im ersten Fall ein nettes Necken, im zweiten eine dreiste Unverschämtheit eines Fieslings.

Und jetzt kommt's: Sehen Sie es doch einfach anders. Und zwar so, dass es Ihnen nicht mehr so zusetzt. Damit es auf möglichst viele Konstellationen passt (von der beiläufigen frechen Bemerkung bis zu strategischem Ausbooten bei nächsten Karriereschritten):

Sehen Sie den Job als Spiel!

Das bedeutet: Haben Sie Spaß daran, sich den Herausforderungen zu stellen, die Ihre Kollegen für Sie bereit halten. Man lebt ja nur einmal. Nehmen Sie das Spiel an. Ein Fußballspiel wäre viel weniger aufwändig, weniger anstrengend und weniger riskant für die Gesundheit, würde man es nie anpfeifen. Aber dann entginge Spielern und Fans eine Menge Spaß am Spiel.

Gelingt es Ihrer Kollegin Dörthe mal wieder, sich beim Essen in der Kantine direkt neben Carsten zu setzen, um Ihnen den Aufstieg steiniger zu machen, dann denken Sie sich: 1 zu 0 für Dörthe. Und lächeln Sie in sich hinein. Und warten Sie auf die nächste Gelegenheit, in dem Sie charmant zum 1 zu 1 ansetzen. Nicht fies, nicht hinterhältig. Sondern fair und gelassen. Reagieren Sie auch auf Fouls souverän. Und lassen Sie sich nicht mehr runter ziehen.

Wird in der Konferenz ein Scherz auf Ihre Kosten gemacht, versuchen Sie sich klar zu machen: In jedem Spielfilm wäre dieser Moment wohl einer zum Mitlachen und Mitfiebern. Warum nicht auch in Ihrem Leben? Wenn Sie so denken, fallen Ihnen mit Sicherheit bessere Konter ein, als wenn Sie voller Trauer und Selbstmitleid im Stuhl versinken.

Denken Sie jetzt an eine Situation in Ihrem Job, die Sie bisweilen zur Weißglut treibt, und versuchen Sie jetzt, diese Situation als Schachzug des anderen zu sehen, der das Spiel namens „Job“ spannender macht.

Sicher müssen Sie sich da erstmal in Ruhe reindenken. Und die größte Herausforderung ist es, diese Gelassenheit beizubehalten, wenn Sie merken, dass die anderen in der Firma diese nicht aufbringen. Aber dann sind Sie eben cooler.

Mir persönlich ist es auf diese Weise gelungen, einen der brutalsten Tiefschläge zu verknusen, die ich je in meinem Berufsleben aushalten musste. Ich dachte mir damals: Der andere hat auf diese Chance gelauert, und hat sie im richtigen Moment auf meine Kosten genutzt. Unsympathisch? Ja. Aber mit der inneren Haltung „Diese Wendung hat eine gewisse Dramatik in die Karriere reingebracht“, habe ich es geschafft, es sportlich zu sehen. So ist es mir gelungen, den anderen als eine Spielfigur von vielen im großen Game namens „Marcus' Berufsleben“ zu sehen.

Sehen Sie Ihren Job als Spiel, gelingt es eher, die Situationen von der Außenperspektive zu bewerten. Mit mehr Abstand. Und das Ganze wirkt weniger persönlich.

Wir sind jeweils nur einer von knapp acht Milliarden Menschen. Und jeder macht seine Spielzüge. So gesehen ist auch unser eigener Beitrag zum Ganzen halb so wild. Ist das nicht entspannend?

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