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Körpersprache checken: So wirken Sie souverän Quelle: imago images

So wirken Sie souverän – selbst wenn Sie nervös sind!

Vortrag, Präsentation, TV-Interview – mit der Erfahrung sinkt die Nervosität. Aber schon vor dem ersten Auftritt können Sie ganz einfach sichtbare Zeichen von Aufregung vermeiden.

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Unser Kolumnist Marcus Werner ist Fernsehmoderator und Buchautor und arbeitet als Berater für Kommunikation und Persönlichkeitsentwicklung.

Sie wären vor Publikum gerne cooler? Die oberste Regel ist ja immer die: Sei du selbst. Der Tipp mit der Authentizität ist schön und gut. Denn so können wir selbst in stressigen Momenten, in denen wir unter Beobachtung stehen (auf der Bühne, vor der Kamera, an der Flipchart), unsere ganz eigene Art entdecken, lieben und ausstrahlen. Aber was, wenn morgen ein wichtiger Auftritt ansteht und Sie sich sagen: Mir geht die Pumpe. Das wird morgen nichts mit authentisch souverän?

Dafür gibt es einen Tipp aus dem Sofort-Hilfe-Kit: Erkenne die eigenen Nervositäts-Signale und schalte sie ab. Dann sind Sie vielleicht immer noch nervös. Aber Sie kommen weniger nervös rüber – und wenn Sie das wiederum wissen, sinkt Ihre Nervosität tatsächlich. Ein Kreislauf hin zu Souveränität. Gut, nicht wahr?

1. Halten Sie Augenkontakt (aus)

Eine der größten Herausforderung direkt am Anfang des Textes – und am Anfang des Treffens. Blicken Sie den Leuten offen in die Augen. Schon direkt bei der Ankunft, beim Kennenlernen, bevor es losgeht. Überwinden Sie das Bedürfnis, ausweichend in der Gegend herumzugucken. Selbst wenn Sie denken, dass Sie Ihren Gesprächspartner mittlerweile regelrecht anstarren: Halten Sie es noch ein paar Sekunden aus. Wer anderen „auf Augenhöhe“ begegnet, erntet Respekt. Umso leichter ist es für Sie, die anderen von sich und Ihrem Anliegen zu überzeugen.

Natürlich dürfen Sie auch mal versonnen zur Decke schauen, wenn Sie beim Reden einen Gedanken entwickeln. Sie dürfen auch auf Ihre Kaffeetasse blicken, wenn Sie nach ihr greifen. Aber überprüfen Sie sich selbst: Sehnen Sie sich danach, dem festen Blick Ihres Gegenübers zu entkommen? Dann halten Sie stand. Den enormen inneren Widerstand zu brechen, ist wirklich faszinierend und macht Spaß.

2. Reden Sie sofort mit

„Und? Wie war Ihre Anreise?“

„Och, eigentlich ganz schön. Der ICE war halb leer und ich habe den Eindruck, der Kaffee an Bord ist besser geworden. War richtig gemütlich.“

Mitreden. Auch und gerade beim banalen Smalltalk. Das hat zwei Vorteile:

a. Man hält Sie von vorne herein für kommunikativ (erster Eindruck von Ihnen als Redner oder Rednerin also schonmal top).

b. Sie müssen das Eis nicht erst brechen, wenn Sie mit Ihrem offiziellen Vortrag dran sind. Das gibt auch Ihnen das gute Gefühl: Die kennen mich ja schon.

3. Killen Sie Ihre entlarvenden Gesten

Achten Sie mal darauf: Wenn TV-ungeübte Leute in Talkshows zu Wort kommen und endlich ihre Botschaft loswerden – wie oft greifen sie direkt nach ihrem Beitrag zum Wasserglas. Und zwar nicht, weil der Durst sie dazu zwingt, sondern einfach, weil sie fertig sind mit ihrem Statement und sich jetzt unbewusst fragen: Was  in aller Welt soll ich nun tun, während meine Worte nachhallen?

Beobachten Sie mal in einem Meeting Ihre Kollegen. Fast jeder, der das Wort ergreift, macht beim oder direkt nach dem Reden irgend etwas Sinnloses. Am Halstuch herum zuppeln, die Sitzposition ändern, den Teelöffel auf der Untertasse verschieben, mit dem Kugelschreiber zwischen den Fingern herum wackeln, sich durch die Haare fahren, auf dem Stuhl wippen, sich an der Nase reiben, mit der flachen Hand imaginären Staub von der Tischplatte wischen.

Die meisten merken gar nicht, wie das unterschwellig auf andere wirkt: angespannt. Gönnen Sie sich mal diese Übung: Werfen Sie in Meetings etwas ein und tun Sie dabei und unmittelbar danach nichts. Punkt. Und achten Sie darauf, wie das auf Sie selbst wirkt. Ich wette: unglaublich selbstbewusst.

4. Lächeln Sie – innerlich und nach außen

Sie sollen sich natürlich nicht zu einem idiotischen Dauergrinsen zwingen, von dem Sie selbst denken: Was mache ich hier eigentlich?

Es geht darum, eine unbewusste Miesepeter-Mine zu verhindern, die schnell mal unbewusst entsteht, wenn man nach vorne geht und den Laptop hochfährt oder in Diskussionen konzentriert zuhört. Ich empfehle einen entspannten Gesichtsausdruck – gerne mit der Andeutung eines Lächelns. Probieren Sie es aus. Am besten auch mal vorm Spiegel. Wenn Sie das Gefühl haben: Das passt gut zu mir, dann gönnen Sie sich künftig einen Hauch von Glück im Blick.

Denn Lächeln hat auch schon wieder mehrere positive Effekte:

a. Zum einen wirken Sie ausgeglichen und sympathisch. Dass das für Sie fast immer von Vorteil ist, ist logisch.

b. Ihre Mitmenschen reagieren auf Ihr Lächeln meist ebenfalls freundlich. Das macht es Ihnen leichter.

c. Ihr Lächeln hebt Ihre eigene Stimmung. Die Laune folgt sozusagen der Mimik.

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