Lesetipp So bewerben sich CEOs

Wenn Spitzenführungskräfte einen neuen Job suchen, müssen sie taktisch vorgehen. Wie es mit der Bewerbung für einen Vorstandsjob klappt, erklärt ein neuer Ratgeber.

Für Führungskräfte sind Initiativbewerbungen genau richtig, empfehlen der Management-Trainer Jürgen Nebel und die Marketingspezialistin Nane Nebel in ihrem Buch Die CEO-Bewerbung. Quelle: Fotolia

Spitzenmanager suchen sich keine Jobs, sie werden ihnen angeboten - so lautet die gängigste Empfehlung für Manager. Doch werden ihnen keine oder die falschen Jobs angeboten, kommt die Karriere ins Stocken.

Besser ist es, die Karriere strategisch zu planen - und zwar selbst und ohne Hilfe eines Headhunters. Denn für Führungskräfte seien Initiativbewerbungen genau richtig, empfehlen der Management-Trainer Jürgen Nebel und die Marketingspezialistin Nane Nebel in ihrem Buch Die CEO-Bewerbung. Mit einer kalkulierten offensiven Strategie klappe sogar der Sprung auf einen Vorstandsposten, sagen die beiden Karriereberater. Sie sind auf Führungskräfte aus dem oberen Management spezialisiert und haben die Erkenntnisse aus ihrer langjährigen Coaching-Erfahrung in diesem Buch zusammengefasst.

So sieht die perfekte Bewerbung 2013 aus
Online-BewerbungDie elektronische Bewerbung ist ja schon fast ein alter Hut und wird auch 2013 nicht verschwinden. Erstmals favorisiert eine Mehrheit von Personalchefs Online-Bewerbung vor den traditionellen Bewerbungen auf Papier. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom bei 1.500 Personalverantwortlichen verschiedener Branchen. 41 Prozent der Unternehmen in Deutschland verlangen demnach Bewerbungen per Internet. Falls das Unternehmen für die Online-Bewerbung ein spezielles Formular auf dessen Homepage anbietet, sollten Sie das auch nutzen – und zwar alle Felder und möglichst ausführlich. Um Tippfehler zu vermeiden und besser zu wirken, sollten Sie die entsprechenden Textbausteine bereits in Ruhe offline vorformulieren. Es schadet auch nicht, diese noch einmal gegenlesen zu lassen. Achtung übrigens bei Sonderzeichen! Das Euro-Symbol kann etwa bei Gehaltsvorstellungen zu unfreiwilliger Verwirrung führen, wenn die Programmversion des Empfängers ein anderes Zeichen daraus macht. Ebenso sollten Sie formatierte Dateien, wie Ihren Lebenslauf oder eingescannte Zeugnisse bereithalten. Quelle: dapd
Bewerbungen per E-MailBei der ebenfalls weit verbreiteten Form der E-Mail-Bewerbung sollten Sie, sofern nicht in der Stellenanzeige angegeben, beim Unternehmen nach dem richtigen Ansprechpartner für die E-Mail-Bewerbung und dessen Adresse fragen. Wie auch bei der Bewerbung auf Papier gilt: Verschicken Sie jede Bewerbung einzeln und individuell. Serienmails sind ein No-Go. Besonders wichtig bei der E-Mail-Bewerbung ist die Betreffzeile: Falls Sie sich auf eine konkrete Stellenanzeige bewerben, sollte der Betreff das Wort Bewerbung, den Job, auf den Sie sich bewerben sowie (falls vorhanden) die Kennziffer der Stellenanzeige enthalten. Bei einer Kaltbewerbungen sollte ebenfalls der Begriff Bewerbung fallen, gefolgt von einer persönlichen Anrede und einem Slogan. Reizwörter erhöhen die Chance, Interesse zu wecken und gelesen zu werden. Also nicht: "Bewerbung für einen Job", sondern konkret: "Meine Bewerbung als Vertriebsleiter / Ihre Anzeige". Und überfrachten Sie die E-Mail nicht: weder mit übergroßen Dateianhängen noch mit epischen Texten. Die Mail soll Ihrem Gegenüber Lust machen, die Anhänge, also Anschreiben und Lebenslauf, zu lesen. Dass Ihre eigene E-Mail-Adresse nicht HotGirl69@hotmail.com, sondern Vorname.Nachname@Provider.de. lauten sollte, ist wohl selbstverständlich. Quelle: dpa
Bewerbung per SmartphoneEin Trend, der sich 2013 verstärken dürfte, ist die Bewerbung mit dem Smartphone. Laut einer Studie der Universitäten Bamberg und Frankfurt findet es mehr als die Hälfte der Befragten gut, wenn Internet-Stellenbörsen und Online-Karriereportale Apps anbieten, über die nach offenen Stellen gesucht werden kann. 58 Prozent haben bereits mindestens einmal Stellenanzeigen oder Arbeitgeberinformationen per Smartphone oder Tablet aufgerufen. 46,5 Prozent begrüßen zudem ein entsprechendes Angebot von Unternehmen. "Die private Verbreitung von Smartphones ändert auch das Suchverhalten von Bewerbern", sagt Tim Weitzel, Autor der Studie. Und was liegt da näher, als sich auch per Smartphone zu bewerben? Firmen machen zumindest keinen Unterschied, mit welchem Gerät die Bewerbung abgeschickt wird. So gab jedes zweite der insgesamt knapp 60 Partnerunternehmen des Online-Jobportals JobStairs an, dass sie die mobile Bewerbung als gleichwertige Alternative zur Online-Bewerbung sehen. Unter diesen Unternehmen sind beispielsweise auch Siemens, die Hypovereinsbank und die Deutsche Bahn. Die Marketing und Software-Entwickler von Milch & Zucker aus dem hessischen Bad Nauheim haben allerdings festgestellt, dass sich bisher nur sieben Prozent der Jobsuchenden über ein mobiles Endgerät beworben haben. Nach oben ist also noch Luft für diese neue Bewerbungsform. Quelle: dpa
Bewerbung per Skype/VideoMittlerweile nutzen auch immer mehr Unternehmen die Möglichkeit, sich mittels Skype oder sonstiger Video-Tools ein erstes Bild vom Bewerber zu machen. "Wir skypen täglich mit unseren Bewerbern", erzählt auch Jela Götting von Adidas. "Das erspart uns die Reisekosten für die Anwärter, falls die sich beispielsweise aus den USA bei uns bewerben." Beim Video-Interview zeigt sich meistens, ob die wichtigsten Anforderungen vom Kandidaten erfüllt werden - wie beispielsweise Sprachkenntnisse oder die notwendige Ausbildungen. Das bedeutet natürlich für den Jobsuchenden, dass auch eine Bewerbung per Skype nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Vorbereiten sollte man sich darauf genauso wie auf ein Vorstellungsgespräch im Unternehmen. Quelle: dpa
Anonyme BewerbungAuch die anonyme Bewerbung - also die ohne Foto und vollständigen Namen - dürfte sich in diesem Jahr weiter durchsetzen. So konnte die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes bereits im April 2012 Erfolge mit der anonymisierten Bewerbung präsentieren: Chancengleichheit für alle, lautete das Fazit des Experiments. Dafür wurden über einen Zeitraum von zwölf Monaten insgesamt 8550 Bewerbungen ohne Name und Foto versandt. Knapp 1300 Personen wurden innerhalb des Projekts zu einem Eignungstest oder einem Vorstellungsgespräch eingeladen, 246 Personen erhielten daraufhin ein Jobangebot oder einen Ausbildungsplatz. Allerdings kann niemand sagen, ob die Bewerber nicht auch dann zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden wären, wenn sie das Anschreiben mit vollem Namen und Foto abgeschickt hätten. Quelle: Fotolia
Die richtige VorbereitungUnerheblich davon, wie Sie sich 2013 bei einem Unternehmen bewerben; einige Standards gelten immer und dazu gehört auch eine gründliche Vorbereitung. "Ich erlebe so oft, dass Bewerber nicht mal die Vorstände fehlerlos aufzählen können", erzählt Götting von Adidas. Dieses Wissen ist zwar erst im tatsächlichen Gespräch von Nöten, aber auch aus der Bewerbung sollte hervor gehen, dass sich der Bewerber mit dem Unternehmen und der ausgeschriebenen Stelle befasst hat und nicht nur anklopft, weil er Geld braucht. Ein Personalchef möchte wissen, was ein Bewerber kann und ob seine Fähigkeiten mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle übereinstimmen. Wer im Bewerbungsschreiben darauf eingeht und 08-15 Formulierungen vermeidet, kann sich positiv von der Masse abheben. Quelle: Fotolia
Fehler vermeidenMan kann es nicht oft genug wiederholen: Achten Sie auf Fehler im Anschreiben und im Lebenslauf! Wer sich im Anschreiben an Puma wendet und die Bewerbung an Nike adressiert, hat schon verloren. "Bei solchen Anschreiben haben Sie gleich keine Lust mehr, weiter zu lesen", sagt Götting. "Wer solche Bewerbungen einsendet, der zeigt ganz unverhohlen, dass er für die saubere und präzise Arbeit nicht geeignet ist." Auch Tippfehler werfen kein gutes Licht auf den Bewerber und wer den Namen des Unternehmens falsch schreibt, disqualifiziert sich sofort. Deshalb einfach das getippte Dokument jemandem zum Gegenlesen geben. Quelle: Fotolia
Aufbau der BewerbungNeben diesen eigentlich selbstverständlichen Punkten ist auch der Aufbau des Anschreibens wichtig. Das perfekte Anschreiben passt auf eine DIN-A4-Seite und besteht aus drei Absätzen. In den ersten Absatz gehört ihre Eigenwerbung – keine Absichtserklärung einer Bewerbung. Sie müssen zeigen, dass Sie für den Job geeignet sind. Vermeiden Sie den Klassiker „Hiermit bewerbe ich mich um eine Stelle als..." Begeistern Sie den Personaler gleich zu Beginn. Etwa, indem Sie von Ihren Erfahrungen, Kenntnissen und Qualifikationen in den Bereichen X und Y berichten. Im zweiten Absatz skizzieren Sie Ihren bisherigen beruflichen Werdegang, am besten in umgekehrter Chronologie. Also zählen Sie das, was Sie zuletzt gemacht haben, als Erstes auf. Bedenken Sie: Im Anschreiben sollen Sie sich auf Ihre Stärken besinnen. Sie beherrschen eine bestimmte Software nicht, sind jedoch gewillt, sie zu erlernen? Fein – behalten Sie das aber bitte für sich. Im dritten und letzten Absatz können Sie auf zusätzliche Qualifikationen eingehen. Nennen Sie aber nur solche, die für den Job auch tatsächlich relevant sind. Also beispielsweise Sprachkenntnisse oder Weiterbildungen. Außerdem müssen Sie dem Personaler erklären, warum Sie die Stelle haben wollen. Dass Sie Ihren jetzigen Chef dämlich finden, hat im Anschreiben allerdings nichts verloren. Im Schlusssatz des Anschreibens steht am besten: "Für ein Vorstellungsgespräch stehe ich gerne zur Verfügung." Das ist höflich, ohne devot zu sein. Quelle: Fotolia
Nicht übertreibenGrundsätzlich gilt für das Anschreiben noch: Übertreiben Sie es nicht. Niemand möchte ständig wechselnde Schrifttypen oder verspielte Formulierungen. Viele überreizen auch beim Formulieren und tragen zu dick auf. "Da wird dann schon mal die Lebenslauflücke wegen Arbeitslosigkeit zum 'Umbau des elterlichen Mehrfamilienhauses' umdeklariert", weiß Jürgen Bühler, Geschäftsführer bei der Personalvermittlung Alma Mater in Stuttgart. "Das merkt natürlich jeder geübte Personalleiter sofort, dass hier etwas kaschiert werden soll." Quelle: Fotolia
LebenslaufLast but not least gehört zu jeder Bewerbung, egal ob anonym, per Smartphone oder klassisch in der Ledermappe, ein ansprechender aber vor allem wahrheitsgemäßer Lebenslauf. Allein 17 Prozent der Personalverantwortlichen haben innerhalb des vergangenen Jahres schon einmal eine Lüge im Lebenslauf eines Bewerbers aufgedeckt und den Kandidaten daraufhin prompt aussortiert, so das Ergebnis einer CareerBuilder-Umfrage. Wer angeblich fließend Englisch spricht, muss sich auch trauen, seine Sprachkenntnisse in einem global tätigem Unternehmen anzuwenden und wer Maschinenbau studiert haben will, sollte nicht nur eine Ausbildung als KfZ-Mechaniker vorweisen können. Weitere 16 Prozent der Personaler siebten Bewerber aus, weil deren Lebenslauf partout nicht zur ausgeschriebenen Stelle passte. Wer sich also bei einem Steakhouse als Manager bewirbt und unter seinen Hobbies "Grillen" oder "Kochen" schreibt, gibt ein runderes Bild von sich ab, als jemand der unter Hobbies nur "lesen" auflistet. So sagt auch Jela Götting von Adidas, dass Bewerber deutlich besseren Chancen haben, "wenn wir bereits aus dem Lebenslauf schließen können, dass ein Kandidat sich für Sport interessiert." Quelle: gms

Die Autoren empfehlen Managern auf der Suche nach einer C-Level-Position, sich direkt an Aufsichtsräte und Vorstände zu wenden und nicht den indirekten Weg über einen Headhunter zu gehen. Denn nur die Aufsichtsräte und Vorstände wissen, welche wichtigen Spitzenpositionen bald zu besetzen sind. Sie müssen allerdings auf besondere Weise angesprochen werden.

Jürgen Nebel & Nane Nebel:

Auf die Performance kommt es an

Die Berater empfehlen dafür drei Kurzdokumente, die im Wesentlichen bisherige Erfolge darstellen: eine Kurzzusammenfassung des Lebenslaufs, eine Darstellung eigener Beiträge zum Geschäftserfolg in bisherigen Jobs und ein kurzes, nicht besonders persönlich gestaltetes Anschreiben. Denn echte Entscheider wollen keine blumigen Formulierungen, sie interessieren sich für die reine Performance. Und die geht nur aus überprüfbaren Bilanzen hervor.

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Das Buch erklärt, wie Führungskräfte herausfinden, welcher nächste Job der richtige für sie ist und wie erfolgreiche Initiativbewerbungen aussehen können. Außerdem enthält der Ratgeber eine Reihe von Musterdokumenten und konkrete Beispiele aus der Beraterpraxis der Autoren. Der Ratgeber richtet sich an obere Führungskräfte, die den Sprung ins Spitzenmanagement schaffen wollen. Eine kritische Auseinandersetzung mit einer kühl kalkulierten Laufbahn kann man da nicht erwarten. Das Buch ist sachlich und prägnant geschrieben und regt an, neue Wege bei der Karriereplanung zu gehen.

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