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Mehr Geld, mehr Glück Warum sich Besserverdiener gesünder fühlen

Sag mir, wie es dir geht, und ich weiß, wie lange du lebst: Laut einer aktuellen Studie fördert ein höheres Einkommen das persönliche Gesundheitsempfinden. Sorgen macht nur die psychische Belastung jüngerer Menschen.

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Saudischer Prinz verklagt "Forbes"
Prinz Walid bin Talal von Saudi Arabien, Milliardär und Mitglied der saudischen Herrscherfamilie, ist pikiert, weil er auf der "Forbes"-Liste der Superreichen nur auf Platz 26 gelandet ist. Sein Vermögen sei von dem US-Wirtschaftsmagazin zu niedrig bewertet worden, empörte sich der Prinz. "Forbes" hatte sein Vermögen mit 20 Milliarden US-Dollar angegeben. Jetzt hat die Geschichte ein juristisches Nachspiel: bin Talal klagt laut der Zeitung "Guardian" vor einem Londoner Gericht gegen "Forbes" wegen "Geringschätzung". Sein Vermögen sei fast zehn Milliarden US-Dollar größer, beharrt der Prinz. Er hält die Unterbewertung demnach für Absicht und wirft dem Magazin eine grundsätzliche Parteilichkeit gegen saudi-arabische Geschäftsleute vor. Prinz Walid bin Talal hat über seine Firma Kingdom Holding Unternehmensbeteiligungen in aller Welt. Er schwelgt gerne in Luxus und hat sich erst kürzlich einen nach seinem Geschmack ausgestatteten Airbus A380 als Privatflugzeug gekauft. Quelle: dpa
Platz 18Der Unternehmer Karl Albrecht gründete mit seinem Bruder Theo des Aldi-Handelsimperium. Der 93-Jährige hat laut Forbes ein Vermögen in Höhe von 26 Milliarden Dollar. Er ist der einzige Deutsche unter der Top-20-Reichsten der Welt. Quelle: dpa
Platz 10Luxusartikel ist das Metier von Bernard Arnault, dem Chef des Konzerns LVMH, Moet Hennessy Louis Vuitton. Damit häuft er mittlerweile ein Vermögen in Höhe von 29 Milliarden US-Dollar an. Als die französische Regierung 2012 die Reichensteuer einführte, setzte sich Arnault nach Belgien ab - und beantragte dort die Staatsbürgerschaft. Quelle: dapd
Platz 9Sie ist die einzige Frau unter den zehn reichsten Menschen der Welt. Liliane Bettencourt verdiente mit ihrem L'Oreal -Imperium bis heute 30 Milliarden US-Dollar. Quelle: AP
Platz 8Er ist Asiens reichster Mann. Li Ka-Shing aus Hong Kong verdiente mit seinem Investment-Imperium Cheung Kong, Hutchison Whampoa and Husky Energy im vergangenen Jahr zusätzliche 5,5 Billionen US-Dollar. Mittlerweile gehören im 31 Milliarden US-Dollar. Quelle: REUTERS
Platz 7 und 6Die Brüder Koch belegen den 7. und 6. Platz der Forbes Reichen-Liste. Der 72-jährige David (im Bild) verdiente im vergangenem Jahr 34 Milliarden US-Dollar. Er und sein 77-jährigen Bruder Charles (34 Milliarden US-Dollar Vermögen) führen den Mischkonzern Koch Industries an, der in den Bereichen Rohstoffe (Erdöl und Erdgas) und Nahrungsmittel aktiv ist. David setzte sich während des US-Wahlkampfes für die Abwahl des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama ein. Quelle: REUTERS
Platz 5Der Oracle Chef, Larry Ellison, kaufte im vergangenen Jahr 98 Prozent der Hawaii-Insel Lanai - inklusive zwei Hotelressorts und einem Hausbauprojekt. Immobilien waren Ellisons Lieblingsobjekt im Jahr 2012. Der Return kann sich sehen lassen - mittlerweile ist er der drittreichste Mann der Vereinigten Staaten. Ellison hält ein Vermögen in Höhe von 43 Milliarden US-Dollar. Quelle: AP/dpa

Macht mehr Geld gesund? Eine Frage, mit der sich das Medienunternehmen Nielsen beschäftigt hat. Das Institut hat gut 6.000 Haushalte in Deutschland nach ihren „gesundheitsspezifischen Einstellungen“ und Gewohnheiten befragt, und ist dabei zu einem zentralen Ergebnis gekommen: Je älter wir sind und je mehr Einkommen wir haben, desto besser schätzen wir unsere persönliche Gesundheit ein. Während sich 75 Prozent der Befragten mit einem ordentlichen Gehalt rundum gesund fühlen, sind dies bei Befragten mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen nur 60 Prozent. Insgesamt zwei Drittel aller Befragten fühlen sich gesund.

Junge Menschen leiden unter psychischem Stress

Betrachtet man diejenigen, die sich nicht gesund fühlten – insgesamt also rund ein Drittel der Befragten – so ist davon rund die Hälfte sowohl körperlich als auch psychisch belastet. Weitere 37 Prozent sind hingegen nur körperlich und 12 Prozent nur psychisch belastet. Jüngere Menschen leiden dabei eher unter psychischem Druck als ältere. Das könnte laut Nielsen in der wirtschaftlichen Unsicherheit beim Einstieg in das Berufsleben und in der Doppelbelastung junger Familien liegen. Dementsprechend ist die psychische Belastung der jüngeren Befragten in 2012 im Vergleich zum Vorjahr auch stärker gestiegen als bei den älteren Studienteilnehmern. Insgesamt stieg dieser Wert über alle Bevölkerungsgruppen hinweg um 3 Prozentpunkte.

In acht Schritten zum Burn-Out

Das Einkommen spielt auch beim Gefühl des Abgesichert-Seins gegen Krankheiten eine Rolle. Die Haushalte mit einem hohen Einkommen stimmen der Aussage „Ich bin gut gegen Krankheiten abgesichert“ mit 78 Prozent zu, während die Haushalte mit einem niedrigeren Einkommen nur zu 55 Prozent zustimmen konnten. Insgesamt geben aber zwei Drittel an, gut gegen Krankheiten abgesichert zu sein.

Private Investitionen in Gesundheitsvorsorge steigen

Was Sie über IGeL-Behandlungen wissen müssen
Was sind IGeL-Leistungen?Gesetzlich Versicherte erhalten nicht jede ärztliche Behandlung auf Krankenschein. Wer Leistungen in Anspruch nimmt, die nicht im Kassenkatalog aufgeführt sind, muss sie selber zahlen. Die Rede ist von „Individuellen Gesundheitsleistungen“, kurz IGeL. Ärzte verkaufen die IGeL-Behandlungen gerne: Die können sie anschließend den Patienten gesondert in Rechnung stellen. Quelle: dpa
Was sind die beliebtesten IGeL-Behandlungen?IGeL-Leistungen reichen von A wie Akupunktur zur Migräneprophylaxe bis U wie Ultraschall der Eierstöcke. Letzterer zählt nach Angaben der Krankenkassen und des IGeL-Monitors des Medizinischen Dienstes (MDS) zu den am häufigsten genutzten Angeboten. Das gilt auch für Glaukom-Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt und Verfahren der Alternativmedizin. Quelle: dpa/dpaweb
Welchen Nutzen haben IGeL-Angebote?Der MDS, sprich die Wissenschaftler des IGeL-Monitors, bewertet seit gut drei Jahren die einzelnen Behandlungen, insgesamt 37 IGeL-Leistungen sind bisher analysiert worden. Die Ergebnisse sind nicht besonders erfreulich. 16 Angebote wurden von den Wissenschaftlern als negativ oder tendenziell negativ bewertet, 13 waren unklar und nur vier Leistungen waren tendenziell positiv. Quelle: dpa
Sind IGeL generell notwendig?Bei den privaten IGe-Leistungen ist die Frage der Notwendigkeit schwer zu beantworten. Wären die Behandlungen lebenswichtig, würden sie von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Laut Gesetz müssen deren Leistungen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Trotzdem können einige IGeL-Angebote für den jeweiligen Patienten Sinn machen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Patienten sich schon vor dem Arztbesuch umfassend informieren und wissen, dass sie die Kosten selbst tragen müssen. Quelle: dpa
Wie werden IGe-Leistungen "verkauft"?Besonders viele Angebote unterbreiten Frauen- und Zahnärzte. Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse werden jedem zweiten Patienten private Leistungen angeboten. Für Mediziner gibt es sogar spezielle Verkaufsseminare, in denen die Männer und Frauen im weißen Kittel lernen, IGeL zu verkaufen. In Frauenarztpraxen beispielsweise gibt es oft einen regelrechten Katalog - bei Ankunft in der Praxis kann die Patientin ankreuzen, welches Angebot sie in Anspruch nehmen und privat bezahlen will. Quelle: dpa
Was müssen Patienten beachten?Zunächst sollten sich Patienten ausführlich von ihrem Arzt beraten lassen. Wer Zweifel hat, kann die Meinung eines zweiten Arztes einholen. Je nachdrücklicher der Arzt ihnen die Leistung aufdrängt, desto größer sollten die Zweifel sein. Quelle: dpa
Nicht erpressen lassen!Patienten berichten von Ärzten, die es mit der Wahrheit beim IGeL-Verkauf nicht so genau nehmen. So berichtete eine Frau der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, sie habe den Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung nicht zahlen wollen. Die Ärztin habe daraufhin eine Unterschrift von der Patientin verlangt, um nachweisen zu können, sie über die Leistung aufgeklärt zu haben. Suggeriert werden sollte damit, so die Patientin, die Kasse könnte im Ernstfall die notwendige Behandlung nicht zahlen. Laut den Verbraucherschützern müssen Patienten ein solches Formular keinesfalls unterschreiben. Die gesetzliche Kasse zahlt bei Erkrankungen auch, wenn private Vorsorgeleistungen im Vorfeld abgelehnt wurden. Quelle: dpa

Zum Vergleich: Dieser Anteil lag 2009 nur bei 61 Prozent, wobei bemerkenswert ist, dass sich die Zustimmung zu dieser Aussage seitdem über alle soziodemographischen Gruppen hinweg verbessert hat. Ebenso hat sich die Zustimmung zu der Aussage „Die Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen schaden meiner Gesundheit“, die aktuell bei 62 Prozent liegt, deutlich verringert. Im Jahr zuvor lag der Wert mit 72 Prozent noch deutlich darüber.

Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich insgesamt das Vertrauen in das Gesundheitssystem wieder verbessert. Dennoch ist zu beachten, dass Haushalte mit einem niedrigeren Einkommen Einschnitte im Gesundheitswesen negativer für sich bewerten (68 Prozent) als Haushalte mit höherem Einkommen.

So unterschiedlich reagieren wir auf Stress

Mittlerweile verfügt fast die Hälfte der gesetzlich Versicherten über eine freiwillige gesundheitsbezogene Zusatzversicherung. Seit 2008 nimmt dieser Anteil kontinuierlich zu. Am häufigsten werden Versicherungen für Zahnersatz abgeschlossen – Tendenz steigend. Auch die Abschlüsse von Zusatzversicherungen für Brillen und Sehhilfen nehmen zu. Bei der Art der Zusatzversicherung gibt es keine Unterschiede zwischen den soziodemographischen Gruppen.

Beruf



Fast die Hälfte der gesetzlich Versicherten ist inzwischen bereit, eine private Zuzahlung zu leisten, um ein rezeptpflichtiges Arzneimittel eigener Wahl zu erhalten. Bis zu fünf Euro sind die Befragten bereit, selbst zu tragen. Entsprechend geringer ist der Anteil derjenigen, die eine Zusatzversicherung abschließen, die Kosten für von der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr erstattete Arzneimittel, pflanzliche Arzneimittel und Homöopathika übernimmt: Er beträgt nur noch 22 Prozent. Dies weist darauf hin, dass es für die Versicherten heute selbstverständlich ist, einen persönlichen Beitrag zu ihrer Gesundheit zu leisten.

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