Mitarbeitermotivation 23 Millionen schieben Dienst nach Vorschrift

Die neue Gallup-Studie belegt, dass den Unternehmen 99 Milliarden Euro Umsatz durch die Lappen gehen, weil sie den Faktor Mensch gering schätzen und ihre Leute nicht richtig motivieren. Ein teurer Manager-Fehler.

Bei vielen Mitarbeitern führt geringe Wertschätzung zu Demotivation. Quelle: Fotolia

Die Deutschen arbeiten gerne. Wer morgen aufhören könnte zu arbeiten, weil er über Nacht reich geworden ist, würde in den meisten Fällen trotzdem weiterhin seinen Job machen. Zumindest sagten das 74 Prozent der vom Marktforscher Gallup befragten

1.429 Beschäftigten. 66 Prozent von ihnen freuen sich schon morgens beim Aufstehen auf den Tag. Doch so gut sich diese Ergebnisse lesen, so bitter ist eine andere Erkenntnis der Studie: Nur 16 Prozent der Belegschaften sind mit Herz und Hand bei ihrem Job. Sie sind diejenigen, die die Extra-Meile für ihre Firma gehen und die sich jedes Unternehmen wünscht.

Demgegenüber stehen nochmal 16 Prozent, die gar keine emotionale Bindung zu ihrer Firma haben und denen das Schicksal der Firma letztlich gleichgültig ist.

Was Unternehmen tun können, um ihre Mitarbeiter zu motivieren

Ebenso unerfreulich auch diese Erkenntnis: 68 Prozent der Mitarbeiter haben „nur eine geringe emotionale Bindung“ an ihr Unternehmen. Das bedeutet: die große Masse der Belegschaften – hochgerechnet immerhin 23,1 Millionen Arbeitnehmer – liefern nicht den höchstmöglichen Einsatz. Die Folge: Die Mitarbeiter machen Dienst nach Vorschrift, wodurch der deutschen Wirtschaft bis zu 99 Milliarden Euro an Produktivitätseinbußen verloren gehen.

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Die Gründe für die mangelnde Leidenschaft hat Gallup ebenfalls untersucht. Nicht nachvollziehbare Beförderungspraxis, Führungskräfte ohne Führungstalent, keine Hinterfragen der eigenen Führung, Fremd- und Selbstbild der Vorgesetzten klaffen auseinander. Kurz: „Das Problem ist hausgemacht,“ so Marco Nink, Experte von Gallup. So sind beispielsweise 66 Prozent der Arbeitnehmer davon überzeugt, dass Leistung sich in ihrem Unternehmen nicht lohnt, weil es dafür weder Lob und Anerkennung, noch mehr Geld oder eine Beförderung gibt. Außerdem mangelt es an Feedback beziehungsweise an der Kommunikation im Allgemeinen: Weniger als die Hälfte der Befragten sagte, dass in den letzten sechs Monaten ein Gespräch mit ihrer Führungskraft stattgefunden hat.

Nink: „Mitarbeiter haben durch Gespräche das Gefühl, dass ihnen Aufmerksamkeit entgegengebracht wird und sie im Mittelpunkt stehen.“ Und weiter: „Menschen werden lieber kritisiert als ignoriert.“

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