Mittagspause Junge Angestellte verzichten auf Pausen

Wenn Sie gleich in die Mittagspause gehen, nehmen Sie Ihre jungen Kollegen mit. Denn die Kollegen unter 25 lassen häufig ihre Pausen ausfallen. Das ist nicht nur nicht gut, es ist auch verboten.

Fünfzehn Dinge, die Sie in der Mittagspause tun sollten
Machen Sie etwas völlig anderes! Die Arbeitspsychologin Antje Müller rät: „Sie sollten in Ihrer Pause auf keinen Fall dasselbe oder etwas Ähnliches machen wie bei der Arbeit.“ Konkret bedeutet das: Sitzen Sie den ganzen Tag, stehen Sie auf. Gucken Sie den ganzen Tag auf einen Bildschirm, gönnen Sie ihren Augen Erholung. Telefonieren Sie viel, legen Sie das Telefon weg. Sind Sie den ganzen Tag unterwegs, hetzen Sie sich nicht auch noch in der Mittagspause. Sitzen Sie den ganzen Tag im Auto, verlassen Sie das Auto. Quelle: dpa
Ein Kalender Quelle: Reinhold Foeger - Fotolia
Ein Schreibtisch und Uhr an der Wand Quelle: Peter Atkins - Fotolia.com
Salat Quelle: Tomboy2290 - Fotolia
Pommes Quelle: Ralf Dornheim - Fotolia
Leute unterhalten sich beim Essen Quelle: CandyBox Images 2012
Bewegen Sie sich! Sie sollten 30 Prozent der Mittagspause mit Bewegung zu verbringen. „Kaufen Sie sich ein Springseil oder gehen Sie eine Runde walken“, rät Antje Müller. Manche Fitness-Studios oder Yoga-Schulen bieten ein speziell auf die Mittagspause zugeschnittenes Trainingsprogram an. Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Ein Mann sitzt entspannt an einem Schreibtisch Quelle: detailblick - Fotolia
Ein Mann schläft Quelle: Jean B. - Fotolia
Trinken Sie genug! Das gilt nicht nur für die Mittagspause - Sie sollten mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich nehmen. Und zwar vor allem Wasser, Früchte- oder Kräuter-Tees oder Saftschorlen. Meiden Sie Softdrinks und greifen Sie möglichst wenig zu Kaffee und schwarzen Tee. Wer zu wenig trinkt, leidet häufig unter Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Ist auf der Arbeit viel los, nutzen Sie die Pausen um Ihre Flüssigkeitsdepots wieder auszufüllen. Quelle: dpa
Tun Sie was für die Beine! Wer viel sitzt, ist früher tot. Studien haben herausgefunden, dass bereits mehr als drei Stunden Sitzen am Tag die Lebenserwartung reduzieren kann. Stehen ist für die Beine allerdings fast genauso ungesund. Schützen Sie sich vor Herzkreislaufkrankheiten, indem Sie öfter mal persönlich beim Kollegen vorbeigehen, anstatt eine Mail zu schreiben. Kochen Sie sich anstatt einer Kanne Tee nur eine Tasse, dann laufen Sie automatisch öfter in die Kaffeeküche. Legen Sie öfter mal die Beine hoch, auch so unterstützen Sie das Herz bei der Arbeit. Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Tun Sie was für den Rücken! Langes Sitzen oder Stehen schadet nicht nur dem Herz – auch der Rücken und die Gelenke sind betroffen. Nutzen Sie deshalb die Mittagspause für kleine Übungen. Antje Müller rät zu einer kurzen Einheit Rückengymnastik. Die AOK-Krankenkasse hat auf ihrer Internetseite verschiedene Übungen für Viel-Sitzer und -Steher zusammengefasst. www.aok.de. Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com
Gehen Sie nach draußen! Verlassen Sie in der Mittagspause auf jeden Fall den Arbeitsplatz und schnappen Sie frische Luft. Nehmen Sie einen kleinen Umweg zur Kantine oder laufen Sie nach dem Essen noch eine kleine Runde. Frische Luft tut nicht nur dem Körper gut, es fördert auch den Geist - ein Spaziergang in der Natur hilft gegen Konzentrationsschwierigkeiten. Quelle: Stefan Körber/Fotolia
Ein Knopf Quelle: Benno Hoff - Fotolia
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch Quelle: 2010 Helder Ameida

"Mittagspause? Keine Zeit!" Laut einem Faktenblatt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) machen gerade junge Arbeitnehmer keine Pausen. Die BAuA hat 3200 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 24 Jahren zu ihren Arbeitsbedingungen, Arbeitsanforderungen und Belastungen befragt. Das Ergebnis: Etwa ein Fünftel der jungen Leute verzichtet auf die arbeitsrechtlich vorgeschriebenen Pausen, weil sie sonst mit ihrer Arbeit nicht fertig werden. Besonders häufig komme das in der Dienstleistungsbranche vor. Außerdem neigen Frauen offenbar eher dazu, sich für den Job aufzuopfern, als Männer. 54 Prozent derer, die wegen der Arbeitsmenge auf eine Pause verzichten zu müssen, sind junge Frauen.

So macht die Welt Pause

Darüber hinaus erklärt ein Drittel aller Befragten, dass sich Pausen nicht in ihren Arbeitsablauf integrieren lassen. Das ist im Übrigen nicht nur bei den Berufseinsteigern so, denen man gewisse Ambitionen unterstellen kann. Auch in der Gruppe der 15- bis 17-Jährigen - also Azubis und Praktikanten - verzichten 20 Prozent häufig auf Pausen, weil sie sonst ihr Pensum nicht erfüllen können. Und auch die alten Hasen im Job lassen die Pause häufig sein, um früher Feierabend machen zu können oder ihre Arbeit überhaupt zu überwältigen.

In Arbeit
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Arbeitsrechtlich ist die Sache klar: Jeder, der mehr als sechs Stunden täglich arbeitet, hat einen Anspruch auf 30 Minuten Pause, bei mehr als neun Stunden Arbeit steht noch einmal eine Viertelstunde mehr zur Verfügung, heißt es in Paragraph 4 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG). Tatsächlich nimmt sich der Durchschnittsangestellte aber nur 20 Minuten Zeit, um Kraft zu tanken, 29 Prozent essen direkt am Schreibtisch, um Zeit zu sparen, wie die Statistik zeigt.

Das ist allerdings nicht nur zu wenig Pause und damit verboten. es ist auch nicht sonderlich gesund: Pausen und Ruhezeiten sind für die Erholung der Beschäftigten wichtig.


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