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Motivation Chefs glauben an Überstunden

Jeder Dritte Finanzchef glaubt, dass seine Mitarbeiter durch Überstanden zu besseren Leistungen motiviert werden. Die Gegenmeinung ist weniger verbreitet.

Schon wieder urlaubsreif?
Stress im Büro ist mittlerweile für viele zur Alltagserscheinung geworden. Kein Wunder, dass sich deshalb die Mehrheit der Deutschen im Schnitt bereits 45 Tage nach dem letzten Urlaub wieder reif für die Insel fühlt. Dabei trifft die Sehnsucht nach Erholung die Frauen früher als Männer. Aber auch das Alter ist ein Faktor der für teilweise deutliche Unterschiede sorgt. Quelle: dpa
Am schnellsten wieder urlaubsreif fühlen sich die Jungen: die 18 bis 29-Jährigen. Sie würden am liebsten bereits nach fünf Wochen wieder den Arbeitsplatz verlassen. Die mittlere Generation der 30- bis 59-Jährigen ist da schon stressresistenter und bräuchte nach eigenen Angaben alle sechs Wochen eine neue Auszeit. Ganz entspannt sehen die über 60-Jährigen ihrem nächsten Urlaub entgegen. Im Schnitt fühlen sie sich erst nach acht Wochen wieder urlaubsreif. Quelle: dpa
Die Stresstiefs verlaufen übrigens in Zyklen: Schon nach einer Woche fühlen sich 14,9 Prozent der Deutschen urlaubsreif. Der nächste Tiefpunkt setzt nach vier Wochen ein, dann wollen 10,9 Prozent eine Auszeit. Der größte Teil braucht aber spätestens nach drei Monaten wieder Ferien. Hart im nehmen sind immerhin 11,6 Prozent der Deutschen die erst nach sechs Wochen wieder den Drang nach Freizeit verspüren. Auch schnell urlaubsreif fühlen sich übrigens die Einwohner von Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Im Schnitt wollen sie nach 43 Tagen wieder das Büro verlassen. In Hamburg hingegen dauert es mit 57 Tagen am längsten bis sich die Sehnsucht nach Erholung wieder einstellt. Quelle: dpa
Urlaubsparadies Hawaii: Einige Deutsche, nämlich neun Prozent, sind übrigens besonders hart im Nehmen und gaben an, sich nie urlaubsreif zu fühlen. Erstaunlicherweise gibt es hier keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen. Ob dieser Strand von Maui sie umstimmen könnte? Quelle: dapd
Die beliebteste Insel der Deutschen ist Mallorca, die die Deutschen in den Fünfziger Jahren für sich entdeckt haben. Zwei Prozent der Deutschen zieht es allerdings erst nach ein bis zwei Jahren wieder zurück in den Urlaub. Auch dabei zeigt sich, dass die Frauen früher weg wollen als Männer. Nur 1,9 Prozent der weiblichen Befragten gaben an, so lange auf die nächste Auszeit warten zu können. Quelle: PR
Den Traumurlaub wünschen sich die Deutschen im Schnitt nach 45 Tagen zurück. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Das Insitut hat im Auftrag des Reiseportals lastminute.de 1107 Männer und Frauen ab 18 Jahren in Deutschland online gefragt, ab wann sie sich wieder urlaubsreif fühlen. Quelle: Reuters
Sie fühlen sich urlaubsreif? Rechnen Sie doch mal nach, wie lange Ihr letzter Urlaub zurückliegt - vielleicht liegen Sie im deutschen Trend von 45 Tagen. Quelle: Handelsblatt Online

Überstunden sind in Finanzabteilungen an der Tagesordnung. Doch wirkt sich Mehrarbeit positiv auf die Arbeitsmoral der Mitarbeiter aus? Ein Drittel der CFOs ist dieser Meinung, wie eine Umfrage der Personalberatung Robert Half unter 2100 Finanzchefs in 13 Ländern zeigt.

40 Prozent der Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen arbeiten zwei bis dreimal in der Woche länger, jeder Zehnte verlässt sogar nie pünktlich das Büro. Doch nur 27 Prozent der Chefs befürchten dadurch negative Auswirkungen auf die Arbeitsmoral ihrer Mitarbeiter. 30 Prozent der befragten Finanzmanager sind vom Gegenteil überzeugt.

Zeichen freiwilliger Leistungsbereitschaft?

Studienautor Sladjan Petkovic von Robert Half gibt dafür eine einfache Erklärung: "Viele Chefs im Finanz- und Rechnungswesen interpretieren Überstunden als Zeichen freiwilliger Leistungsbereitschaft ehrgeiziger Mitarbeiter, die Karriere machen wollen". In der Praxis erlebe Petkovic zudem, dass Menschen, denen die Arbeit Spaß macht, sich in der Regel stärker am Ergebnis orientierten als an der benötigten Zeit. Entsprechend empfänden sie Überstunden meist nicht als Belastung. Petkovic rät Chefs eher dazu, neue Mitarbeiter einzustellen, als den vorhandenen dauerhafte Mehrarbeit abzuverlangen.

In Arbeit
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Nur sieben Prozent der befragten CFOs glauben allerdings, dass bezahlte Überstunden oder Zusatzleistungen die Produktivität des Unternehmens im vergangenen Jahr erhöht haben. Offenbar glauben also auch viele Freunde der Überstunden selbst nicht an den Erfolg.

Die meisten Chefs (49 Prozent) glauben, dass die Einstellung von zusätzlichem Personal – in Festanstellung oder auf Zeit – die beste Maßnahme für eine Produktivitätssteigerung ist. Als weitere Gründe für höhere Effizienz geben 39 Prozent der Befragten Investitionen in eine bessere technische Ausstattung und 33 Prozent eine Verbesserung der Arbeitsprozesse an.

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