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Neue Studie Das sind Deutschlands bewerberfreundlichste Unternehmen

Schaffen es Abreitgeber dem Bewerbermangel mit digitalen Lösungen Herr zu werden? Quelle: imago images

Die Kehrseite einer niedrigen Arbeitslosenquote: Die Zahl potentieller Mitarbeiter ist für die Unternehmen viel geringer. Sie müssen es Bewerbern daher so einfach wie möglich machen. Wem das gelingt, zeigt eine Studie.

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Statt mit einer altbackenen Papp- oder Plastik-Mappe, die den Schriftzug „Bewerbung“ trägt, bieten viele Unternehmen die angenehme Möglichkeit, sich über ein paar Klicks auf LinkedIn oder unterwegs per Smartphone auf neue Jobs zu bewerben. Manche präsentieren auf ihren hauseigenen Social-Media-Kanälen gar Einblicke in den Arbeitsalltag. So kreativ müssen Firmen auch sein, um in Zeiten des häufig zitierten Bewerbermangels den Konkurrenzkampf um passende Mitarbeiter zu gewinnen. Das geht zumindest aus der Auswertung einer Umfrage von 3320 Studierenden in Deutschland zu ihren Anforderungen im Bewerbungsprozess hervor, die der WirtschaftsWoche vor Erscheinen exklusiv vorlag.

Das schwedische Forschungsunternehmen Potentialpark hat die Studie durchgeführt und 141 Unternehmen in Deutschland bezüglich der Anforderungen der Studierenden untersucht und daraus das Ranking der „bewerberfreundlichsten Unternehmen Deutschlands“ erstellt.

Eine zentrale Erkenntnis: Bewerberfreundlichkeit sollte jetzt und in den kommenden Jahren keinesfalls vernachlässigt werden. Immerhin sinkt mit einer geringeren Arbeitslosenquote auch die Anzahl der möglichen Bewerber und der Kampf um junge Talente wird somit härter. Im November vergangenen Jahres lag die Arbeitslosenquote in Deutschland bei 4,8 Prozent – das entspricht dem niedrigsten Wert seit Beginn der Zählung durch die Bundesagentur für Arbeit.

Doch wie gestaltet ein Unternehmen den Bewerbungsprozess überhaupt besonders nutzerfreundlich? Potentialpark unterteilt das Ranking dafür in vier Kategorien, aus denen sich in Kombination dann das gesamte Ranking ergibt: Karrierewebseite, Social Media, Online-Bewerbung und Mobile. Das gesamte Ranking finden Sie in Tabellenform am Ende dieses Artikels.

Karrierewebseite

Über die Karrierewebseite sollten die Unternehmen einen guten Überblick über die Arbeit vermitteln und sich selbst vorstellen. 20 der 141 untersuchten Unternehmen bieten auf ihren Webseiten sogar ein „Matching-Tool“ an. Wer den eigenen Lebenslauf oder Daten aus dem LinkedIn-Profil hochlädt, bekommt direkt passende Stellenangebote im jeweiligen Unternehmen angezeigt. Das funktioniert mit Hilfe von künstlicher Intelligenz, die Schlagwörter aus den Lebensläufen den Jobangeboten zuordnet. So viel vorab: Wie auch in den Vorjahren ist Fresenius der Gesamtsieger des Rankings und sichert sich dank der eigenen Online-Präsenz auch in der Kategorie „Karrierewebseite“ den ersten Platz. Es folgen Ernst & Young, Thyssenkrupp und die Deutsche Telekom.

Social Media

Letztere gewinnt, wie im Vorjahr, die Kategorie Social Media: Die Platzierung erhält die Telekom laut der Studie für „regelmäßig bespielte Karriereauftritte auf den wichtigsten sozialen und professionellen Netzwerken.“ Die Mehrheit der Unternehmen ist auf LinkedIn aktiv, 65 Prozent bei Facebook und 60 Prozent bei Twitter. Und 56 Prozent nehmen sich Zeit, um auf Instagram ihre karriererelevanten Accounts zu verwalten. Übrigens: 37 Prozent der deutschen Bewerber glauben, dass Bewertungsplattformen für Arbeitgeber die glaubwürdigsten Informationsquellen für Stellenangebote und Arbeitgeber sind (sieben Prozent mehr als im Vorjahr). Und diesen Web-Auftritt können Firmen, wie die Telekom, nicht unbedingt durch nett in Szene gesetzte Videos aufbessern.

Online-Bewerbung und Mobil

Aus der Befragung von Potentialpark geht hervor, dass mehr als die Hälfte der Bewerber eine Online-Bewerbung bereits aus Frust abgebrochen hat. Dem gilt es entgegenzuwirken, wenn man es als Arbeitgeber mit der Bewerberfreundlichkeit ernstmeint. Zum Beispiel durch Chatbots, die Bewerber durch strukturierte Konversation durch den Bewerbungsprozess leiten. Bayer, Evonik oder P&G bieten sogar die Möglichkeit, den Status einer Bewerbung zu jeder Zeit abzurufen.

83 der untersuchten Unterhemen bieten bereits die Möglichkeit, sich vom Smartphone aus zu bewerben. Etwas weniger, nämlich 80 Unternehmen, unterstützen die Bewerbung über LinkedIn, wo sich viele Firmen und Jobsuchende tummeln. Nicht unwichtig, wo 57 Prozent der Bewerber ihr Smartphone für karriererelevante Aktivitäten wie die Jobsuche nutzen.

Bringt man die Wünsche der befragten Studenten auf den Punkt, erhoffen sie sich etwa folgendes: „Bessere Beschreibungen der Anforderungen an den Bewerber, schnellere Antwort und (automatische) Bestätigung des Bewerbungseingangs.“ Oder im Hinblick auf Social Media: „Nicht immer nur versuchen aalglatt mit den üblichen Werten auf sich aufmerksam zu machen, sondern wirklich authentische Einblicke geben.“

Insgesamt kristallisierten sich im Ranking Fresenius, Thyssenkrupp, die Telekom, Ernst & Young und Deloitte als die bewerberfreundlichsten Unternehmen Deutschlands heraus. Sie erfüllten die Anforderungen im Ranking am besten. Die diesjährigen Überraschungen wegen deutlicher Platzierungsveränderung sind Ergo (Platz 8; + 36 Plätze), Bosch (Platz 10; +61 Plätze), Deutsche Bahn (Platz 17; +50 Plätze) oder auch Allianz (Platz 33; -27 Plätze) und Henkel (Platz 79; - 53 Plätze).

RangUnternehmenDifferenz
zu 2018
1Fresenius0
2Thyssenkrupp+1
3Deutsche Telekom-1
4Ernst & Young0
5Deloitte0
6Capgemini Deutschland+5
7Bayer+7
8ERGO+36
9BASF-1
10Bosch +61
11SAP+2
12Continental+19
13ProSiebenSat.1 Media-3
14OTTO-2
15ALTANA+1
16TÜV Nord+3
17Deutsche Bahn+50
18PwC-9
19Techniker Krankenkasse-2
20Unilever+43
21TÜV Rheinland+77
22Roche+5
23TARGOBANK+15
24Deutsche Apotheker- und ÄrztebankNeu
25ABB+9
26Dell+91
27Infineon-19
28Daimler+5
29Rohde & Schwarz-5
30L'Oréal-5

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