New Economics Größe der Firma hat keinen Einfluss auf Gehalt von Frauen

Je größer die Firma, desto höher das Gehalt? Eine neue Studie zeigt: Für Frauen in Führungspositionen stimmt diese Faustregel nicht.

Wer kriegt was? Studie sieht Lohnlücke bei Führungskräften Quelle: Fotolia

In einem Unternehmen mit vielen Mitarbeitern zu arbeiten kann sich auszahlen: Die Aufstiegschancen sind gemeinhin größer und die Gehälter meist höher als in kleinen Firmen. Doch Frauen profitieren von dieser Regel nur bedingt, sagt eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach beschäftigen große Unternehmen nicht nur weniger Frauen in Führungspositionen als kleinere Konkurrenten. Auch die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen- und Männerberufen sind dort größer. Und dies, obwohl laut geltender Forschungsmeinung die Geschlechtertrennung in Konzernen weniger stark ausgeprägt sein soll.

Frauen können sich nur schwer behaupten

Dass Arbeitnehmer in Konzernen statistisch betrachtet besser verdienen, erklären Ökonomen durch interne Arbeitsmärkte, die sich in großen Unternehmen ausbilden: Neue Mitarbeiter steigen auf einer bestimmten Hierarchieebene ein und arbeiten sich dann nach oben. Dadurch erwerben sie Wissen über die Abläufe im Unternehmen und haben im Vergleich zu externen Kandidaten bessere Chancen, in Spitzenpositionen aufzusteigen. Doch wie es scheint, können sich Frauen in diesem Ausleseverfahren nicht ausreichend behaupten. Die Forscherinnen Anne Busch und Elke Horst haben die Daten von über 12.000 Beschäftigten aus dem Sozioökonomischen Panel (SOEP) analysiert. Eine erste Analyse ergab, dass Frauen in leitender Position im Schnitt etwa 3.467 Euro verdienen – rund 30 Prozent weniger als Männer. Im zweiten Schritt schauten sich Busch und Horst den Einfluss der Firmengröße auf die Gehaltslücke zwischen Männer- und Frauenberufen an. Ergebnis: Bei Nichtmanagern hatte die Betriebsgröße keinen signifikanten Einfluss. Klassische „Frauenberufe“, also Tätigkeiten, in denen Frauen die Mehrheit der Beschäftigten stellen, wurden überall vergleichbar bezahlt.

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„Doch das Bild ändert sich, wenn es um Manager geht“, heißt es in der Studie. Auf der Führungsebene gilt: Je größer das Unternehmen, desto größer die Lohnlücke zwischen weiblichen und männlichen Tätigkeiten. Die Forscherinnen vermuten, dass Männer auf internen Arbeitsmärkten großer Unternehmen besser reüssieren, weil die Führungspositionen dort vor allem von Männern besetzt sind. Zudem bildeten sich „inoffizielle Kommunikationskanäle“ zwischen den Chefs aus, die Frauen den Aufstieg erschwerten.

Der Lösungsvorschlag der Autorinnen überrascht nicht wirklich: Großunternehmen sollen künftig mehr Frauen in Führungspositionen einstellen und die Bezahlung, Rekrutierung und Beförderung der Mitarbeiter transparenter machen.

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