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Pakete, Nachbarn, Internet So gehen Sie im Homeoffice mit Störungen um

Beim Arbeiten zuhause können Umgebungsgeräusche stärker stören als die typischen Bürogeräusche. Quelle: Fotolia

Im Homeoffice endlich in Ruhe arbeiten? Schön wär's. Zu Hause lauern erstaunlich viele externe Störquellen. Mit ein paar Maßnahmen können Sie sie minimieren. Manchmal hilft bei sensiblen Zeitgenossen aber nur die Flucht.

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Sind Sie bereits die Packstation fürs Haus? Nach den ersten Tagen im Homeoffice sieht man die eigene Wohnung oft mit anderen Augen. Was abends und am Wochenende im Vergleich zum Großraumbüro eine Oase der Ruhe ist, wartet werktags mit unerwartet vielen Störungen für produktives Arbeiten auf. Plötzlich wissen Sie, wie viele Paketdienste es tatsächlich gibt, dass der Grundschüler von nebenan mit Blockflöte angefangen hat oder dass das Internet häufiger ausfällt als gedacht.

Wer sich für den Wechsel ins Homeoffice entschieden hat, sollte darauf gefasst sein, dass die eigenen vier Wände kein akustischer Reinraum sind. Einige externe Störquellen lassen sich aber minimieren beziehungsweise vermeiden.

Homeoffice-Störung: Paketboten

Die Chancen stehen gut, dass Sie nach Beginn der Heimarbeit schnell zur inoffiziellen Packstation der Nachbarschaft werden. Denn Paketboten haben ein gutes Gedächtnis. Sie merken sich, wenn ein Anwohner tagsüber häufiger zu Hause ist. An einem schlimmen Tag können dann schon mal Boten von DHL, DHL Express, Hermes, UPS, GLS, DPD und Amazon vor der Tür stehen, obwohl für den Betroffenen gar kein Paket dabei ist. Anfangs macht man das gern mit, schließlich ist das Teil der nachbarschaftlichen Hilfsbereitschaft. Wer allerdings häufig oder ständig im Homeoffice arbeitet und auf Konzentration angewiesen ist, wird schnell merken, dass das so nicht funktioniert.

Natürlich kann man die Klingel ignorieren oder sogar abstellen. Das fällt allerdings schwer, wenn man selbst ein wichtiges Paket erwartet und nicht sicher ist, welcher Dienst gerade vor dem Haus steht. Da ist es eine sehr gute Idee, sich bei DHL oder Hermes eine Kundennummer zu besorgen. Die wird bei einer Bestellung im Adressfeld eingetragen und man erhält vor der Zustellung eine Benachrichtigung. Dann lässt sich die Sendung in eine Filiale beziehungsweise einen Paketshop umleiten und im Feierabend abholen. Kommen Lieferungen an mehreren Tagen hintereinander, lassen sie sich per Wunschtag bündeln und die Störung hält sich in Grenzen.

Wenn ein Paketdienst meist denselben Boten schickt, lohnt sich womöglich ein direkter Appell. Bitten Sie freundlich darum, möglichst nicht gestört zu werden, wenn für Sie kein Paket dabei ist. Manch ein Bote hat dafür Verständnis und merkt sich den Wunsch tatsächlich.

Homeoffice-Störung: Nachbarn

Wer mit Homeoffice beginnt, stellt häufig überrascht fest, dass viele Nachbarn tagsüber zu Hause sind. Die Chancen stehen gut, dass die meisten von ihnen nicht still am Computer sitzen. Gespräche, Musik oder schwere Schritte aus den Wohnungen nebenan können sehr viel mehr ablenken als die weitgehend gleichbleibende Geräuschkulisse im Büro.

Wer damit arbeiten kann, für den sind Ohrstöpsel eine naheliegende Wahl. Sehr effektiv sind zudem Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Funktion. Gute Geräte überlagern Störungen so wirksam mit weißem Rauschen, dass Sie womöglich sogar den klingelnden Paketboten überhören. Man kann Störungen auch einfach aus dem Weg gehen. Ist in der angrenzenden Wohnung gerade Klavierunterricht oder Kaffeeklatsch angesagt, ist eine Pause vielleicht die bessere Wahl als genervtes Weiterarbeiten. Oder Sie ziehen einfach um. Vielleicht bietet schon das Nachbarzimmer einen sehr viel niedrigeren Lärmpegel. Grundsätzlich ist es im Homeoffice eine gute Idee, einen Ausweichplatz in einem zweiten Raum zu haben.

Homeoffice-Störung: Internet fällt aus

Homeoffice ist meist abhängig von einem Internetzugang. Zwar kann auch im Büro mal die Leitung gestört sein. Bei der Heimarbeit aber löst ein Internetausfall besonderen Stress aus. Es lohnt sich, für einen solchen Fall die Störungshotline des Anbieters griffbereit zu haben. Dort erfahren Sie, ob es sich um einen generellen Ausfall handelt oder ob nur Ihr Anschluss betroffen sind. Das Problem lässt sich nicht in absehbarer Zeit beheben und das Büro des Arbeitgebers kommt als Ausweichstätte nicht infrage? Dann gibt es diese Alternativen:

  • E-Mails und kurze Recherchen lassen sich am Handy erledigen.
  • Wer am Computer nur wenig online erledigen muss, kann das Smartphone einfach in den Netzwerkeinstellungen zum WLAN-Hotspot umfunktionieren. Auf diese Weise greift der Computer direkt auf das Mobilfunknetz zu. Allerdings wird das mobile Datenvolumen schnell erschöpft.
  • Wer sich sehr gut mit den Nachbarn versteht, darf vielleicht ausnahmsweise deren Internetzugang benutzen, gegebenenfalls per Gastnetzwerk. Dafür lässt man sich am besten vorab für den Notfall das WLAN-Passwort geben. Ist das Signal aus der Nachbarwohnung zu schwach, hilft ein Repeater.
  • Schauen Sie mal im Netzwerkmenü des Computers nach, ob in Ihrer Wohnung ein öffentlicher Hotspot beziehungsweise Homespot zur Verfügung steht. Bei diesen Angeboten surft man gegen Gebühr. Die Technik kann allerdings unzuverlässig sein.

Kommt das alles nicht infrage, ist ein Internetcafé beziehungsweise ein Café mit gutem WLAN in der näheren Umgebung vorübergehend eine Lösung. Angestellte müssen dann aber beim Arbeitgeber nachfragen, ob die Nutzung eines ungesicherten Internetzugangs in Ordnung geht. Das gilt auch für den Homespot daheim.

Wer bei Internetausfall auf eine echte Alternative zum Homeoffice angewiesen ist, kann vorab nach Coworking-Spaces in der Nachbarschaft Ausschau halten. Die vermieten Arbeitsplätze häufig stundenweise oder machen vielleicht auf Nachfrage in einem Notfall eine Ausnahme. Wer im Homeoffice mit einem Desktop-Computer arbeitet, braucht für ein solches Szenario einen einsatzbereiten Laptop.

Fazit: Wer beim Wechsel ins Homeoffice sofort ideale Arbeitsbedingungen erwartet, wird vermutlich enttäuscht. Der Job in der eigenen Wohnung hat wie die Arbeit im Büro Eigenarten, was mögliche Störquellen angeht. Manche lassen sich abstellen, vermeiden oder zumindest einschränken. Außerdem gilt: An Homeoffice muss man sich gewöhnen, kann es aber auch – das gilt ebenso für die Stolperfallen.

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