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Personalberater-Ranking Das sind Deutschlands beste Headhunter

Die besten Personalberater Deutschlands 2017. Quelle: Illustration: Kati Szilágyi

Kaum ein Unternehmen kommt ohne Headhunter aus. Eine exklusive Umfrage zeigt die beliebtesten Personalberater – und was sie besser machen als andere.

Es könnte so schön sein in Mettmann. Die 39.500-Einwohner-Stadt mit ihren malerischen Fachwerkhäusern liegt am Rand des Bergischen Lands zwischen Düsseldorf und Wuppertal, umgeben von fünf Golfplätzen und vom grünen Neandertal. Doch was Spaziergänger und Tagestouristen anlockt, schreckt Unternehmen eher ab: Talente aus Metropolen in Kleinstädte zu locken kann ganz schön schwierig sein.

Das muss auch Michael Opitz immer wieder erfahren. Dann zum Beispiel, wenn der Prokurist des Tiefkühlkostproduzenten Eismann neue Mitarbeiter für den Vertrieb oder die IT-Abteilung sucht. „SAP-Experten mit speziellen Fähigkeiten kann ich ohne Headhunter kaum noch besetzen“, sagt Opitz. Seinen Suchauftrag verteilt er daher gleich an mehrere Headhunter. Um seine Chancen zu erhöhen. Und um nicht viel Zeit zu verlieren. Wer den passenden Kandidaten zuerst findet, bekommt das Honorar.

Deutschlands beste Personalberater 2017.

Manche Unternehmen finden keine Spezialisten. Andere haben Angst vor Fehlbesetzungen. Wer will schon eine exponierte Stelle falsch vergeben? Ein Fauxpas des Chefpersonalers kann für negative Schlagzeilen sorgen, die Belegschaft verärgern und Löcher in die Firmenkasse reißen.

Besonders wenn die Zeit knapp ist und der Druck hoch, wenden sich Vorstände, Aufsichtsräte und Geschäftsführer an Personalberater – in der Hoffnung, dass die nicht nur einen guten Kandidaten ausfindig machen, sondern auch den besten. Welcher Headhunter aber ist wirklich sein Geld wert? Wer hat die größte Expertise in welcher Branche? Auf wen ist Verlass bei der Managerkür?

Die besten Personalberater für IT, Digitalisierung und Medien

Verlässliche Antworten auf diese Fragen sind schwer zu finden, angesichts von 2000 Anbietern mit 7100 Personalberatern, die bundesweit um Mandate und Manager konkurrieren.

Hinzu kommt, dass Headhunter ein Selbstverständnis des Elitären und Seriösen pflegen, viel Wert auf Anonymität legen – und selten mit einer erfolgreichen Besetzung prahlen. Zumal Unternehmen sie meist schon bei Vertragsschluss verpflichten, über alle Details der Personalsuche Stillschweigen zu bewahren.

Die besten Personalberater aus der Automobilbranche

Das ist die Kehrseite der Diskretion: Sie macht die Suche nach dem passenden Berater noch schwieriger. Um die intransparente Branche zu durchschauen, hat die WirtschaftsWoche eine exklusive Umfrage gestartet: Zusammen mit Christel Gade, Professorin für Personal und Organisation von der IUBH Internationalen Hochschule Bad Honnef, gaben mehr als 1000 Unternehmen zum zweiten Mal ausführlich Auskunft über die zuverlässigsten Headhunter in den verschiedenen Branchen (Informationen zur Methodik siehe Kasten).

Die besten Personalberater für Finanzdienstleistungen

Der Branche geht es offenbar bestens.

Umsatztreiber Konsumgüterindustrie und Maschinenbauunternehmen

Für 2017 erwartet der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater einen Umsatz von 2,15 Milliarden Euro nach einem Plus von 26 Prozent seit 2014.

Ein gutes Signal, nachdem der Umsatz nach der Jahrtausendwende auf rund 760 Millionen Euro jährlich gefallen war. Die besten Kunden sind Firmen aus der Konsumgüterindustrie und Maschinenbauunternehmen, die 2015 (jüngere Zahlen liegen noch nicht vor) für je 13,3 Prozent der Umsätze sorgten.

Gleichzeitig ist der Markt der Headhunter im Umbruch: Die Platzhirsche müssen sich anstrengen, um Kunden von ihrer Unersetzbarkeit zu überzeugen, seit ehrgeizige Neulinge auf den Markt drängen. Es ist in diesem stark wettbewerblichen Umfeld längst nicht mehr damit getan, ein Mandat zu gewinnen, die Adresskartei durchzugehen und einem Unternehmen einen Kandidaten zu empfehlen – erst recht nicht, wenn jeder Personalreferent die sozialen Medien nach gefragten Qualifikationen durchforsten kann: Der Plattformkapitalismus verändert auch die Arbeit von Headhuntern.

Zur Methodik

Und wer konnte sich 2017 besonders auszeichnen? Die Höchstnote in der Kategorie „Generalisten“ erhielt unter anderem Spencer Stuart. Deutschland-Geschäftsführer Nicolas von Rosty und seine Kollegen sind auf Führungskräfte mit einem Jahresgehalt von 200.000 Euro und mehr spezialisiert. Eine Nische, die der Headhunter für zukunftssicher hält: „Bei Führungskräften kommt es traditionell stark auf die Persönlichkeit und immer mehr auch auf kulturelle Passung an“, sagt von Rosty und: „Die lässt sich nicht von Algorithmen aus dem Lebenslauf filtern.“ Dazu brauche es vielmehr erfahrene Berater und einen sorgfältigen Auswahlprozess.

Die besten Personalberater für Konsumgüter und Handel

Dazu erstellt von Rosty in einem ersten Schritt zusammen mit seinen Klienten ein Anforderungsprofil: „Es reicht nicht, wenn mir jemand sagt, er braucht einen neuen Marketingleiter.“ Ein guter Berater wolle mehr wissen: Welche strategischen Herausforderungen erwarten den Neuen? Was soll er in einem Jahr erreicht haben? Was in fünf Jahren? Und mit wem muss er zusammenarbeiten?

Die großen Generalisten

Von Rostys Kunden sind häufig überrascht, wie lange es dauert, ein erstes Profil zu erstellen. Dann muss der Headhunter beschwichtigen. „Wenn man ein Haus baut und nicht genug Zeit darauf verwendet, dem Architekten genau zu sagen, was man will, dann kann das nur schiefgehen“, sagt von Rosty: „Genauso ist es auch bei der Suche nach Mitarbeitern.“

Branchenchampions: Maschinen-und Anlagenbau sowie Industrie

Cultural Profiling ist wichtiger geworden

Sind geeignete Bewerber ausgemacht, pickt sich der Auftraggeber die vielversprechendsten heraus. Die finden sich zunächst zu einem persönlichen Gespräch in den Büros von Spencer Stuart ein, weil erfahrene Berater die Persönlichkeit des Bewerbers besser lesen können, sagt von Rosty. Anhand einer detaillierten Auswertung entscheidet dann der Kunde, wen er persönlich treffen – und einstellen möchte. Und was springt am Ende für die Berater dabei raus? Branchenüblich zahlen Unternehmen ein Drittel des ersten Jahresgehalts des vermittelten Managers.

Michael Oberwegner, Deutschlandchef von Heidrick & Struggles, geht einen anderen Weg.

Die besten Personalberater aus Chemie, Pharma und Gesundheit

Er schickt seine Berater einen Tag lang ins Unternehmen seines Auftraggebers – für das sogenannte Cultural Profiling: Der Headhunter spricht nicht nur mit dem künftigen direkten Vorgesetzten, sondern auch mit Mitarbeitern verschiedener Hierarchieebenen: „Danach ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Neue von der Organisation auch angenommen wird“, sagt Oberwegner.

Die besten Personalberater für Beratung, Professional Services

Neben den renommierten Headhuntern haben sich, wie gesagt, einige interessante Neulinge auf dem Markt etabliert. Zum Beispiel Constanze Buchheim, Gründerin und Chefin von i-potentials, spezialisiert auf die Suche von hochrangigen Digitalexperten. Buchheim war Personalmanagerin beim Start-up Spreadshirt, einer Onlineplattform für die Herstellung und den Verkauf von T-Shirts. Die Zahl der Mitarbeiter dort wuchs innerhalb von zwei Jahren von 90 auf 300 – und immer wieder musste Buchheim feststellen, dass die etablierten Headhunter auf die Anforderungen der Digitalwirtschaft noch nicht eingestellt waren. Also beschloss sie, es selbst zu versuchen.

Die besten Personalberater aus der Energiebranche

Die ersten Aufträge erhielt sie über ihr Netzwerk in der Start-up-Szene, außerdem schrieb sie Fachartikel und ein Buch, hielt Reden auf Konferenzen und sammelte mehr als 6000 Follower auf der Karriereplattform LinkedIn. Der Durchbruch sei ihr mit ihrer Arbeit für den Essenszusteller Delivery Hero gelungen. Inzwischen gehören der Onlinebrillenversand Mister Spex und die Parfümplattform Flaconi zu ihren Kunden.

Außerdem profitiert Buchheim von einer hausgemachten Schwäche ihrer Kunden, wie sie sagt: „Viele Unternehmen haben verlernt, wie Recruiting funktioniert.“ Jahrzehntelang seien Bewerber von sich aus auf die Arbeitgeber zugegangen, um einen lukrativen Job zu ergattern. Heute habe sich das Machtverhältnis umgekehrt.

Die besten Personalberater für die Immobilienbranche

Buchheim hat ein Geschäftsmodell daraus entwickelt – und bringt Unternehmen das Rekrutieren bei. Benötigt eine Firma Einsteiger, entwickelt Buchheim mit deren Personalern spezielle Programme. Wie zuletzt bei einem deutschen Sportartikelhersteller. Buchheim analysierte mit ihrem Team zunächst die bisherigen Prozesse zur Mitarbeitergewinnung und gab konkrete Tipps. Die Mitarbeiter benötigten Zusatzausbildungen, lernten Talentakquise – und die Vorzüge der Digitalberatung kennen. Dass ein eher kleiner Laden wie i-potentials für ein globales Unternehmen arbeitete, „war ein wichtiges Signal an den Markt“, sagt Buchheim. Den Schritt in die Selbstständigkeit hat sie nie bereut.

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