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Personalführung Wie Sie Mitarbeiter durchschauen lernen

Arbeitgeber könnten viel von Geheimagenten lernen, behauptet Leo Martin. In seinem Buch erklärt der Ex-Agent, wie man Mitarbeiter durchschauen kann.

Zehn Zauberformeln für Mitarbeiterzufriedenheit
1. ZuhörenHören Sie ihrem Mitarbeiter einfach mal aufmerksam zu. Was sind seine Sorgen, Ängste, Nöte? Was spornt ihn an? Wo liegen seine Interessen? Welche Aufgaben übernimmt er gerne und was liegt ihm besonders am Herzen? Der Chef, der ein paar Minuten für seine Mitarbeiter opfert, wird kurz über lang Stunden zurück erhalten. Quelle: Fotolia
2. LobenStellen Sie öfter mal die positiven Ergebnisse in den Mittelpunkt und stärken damit die gewünschte Richtung. Achten Sie darauf, dass der Einsatz dieser Zutat nicht überdosiert wird und stehen Sie auch zu dem Gesagten. Wichtig ist: Die Anerkennung muss aufrichtig sein Quelle: Fotolia
3. Zeit gewährenWer den Lebensrhythmus seiner Mitarbeiter kennt, kann sie für individuelle Arbeitszeiten nutzen. Arbeitet er lieber früh oder spät? Hat er Kinder? Der Chef, der die Vorlieben und Ansprüche seiner Mitarbeiter kennt, sie wenn möglich entsprechend einsetzt, wird die Zufriedenheit steigern können. Quelle: Fotolia
4. Angemessen bezahlenSetzen Sie sich dafür ein, dass Ihre Mitarbeiter gut und gerecht bezahlt werden. Krasse Gehaltsunterschiede bei Mitarbeitern gleicher Qualifikation und mit vergleichbaren Aufgaben sorgen für unproduktive Unruhe.  Quelle: Fotolia
8. Die QualitätstrilogieDas besagt diese Theorie: Drei Schritte sind es laut Joe Juran zum Erfolg. Qualitätsplanung, Qualitätsverbesserung und Qualitätskontrolle. In der Planungsphase wird festgestellt, wer die Kunden eines Unternehmens sind und welche Bedürfnisse sie haben. Im Zug der Qualitätsverbesserung wird die Infrastruktur aufgebaut, die notwendig ist, um die Qualität des Unternehmens zu verbessern. Bei der Qualitätskontrolle wird schließlich die erbrachte Leistung im Verhältnis zu den Erwartungen beurteilt. So wenden Sie diese Theorie an: Stellen Sie ein Qualitätsteam zusammen, das Ihr Programm zur Qualitätsverbesserung vorantreibt. Diesem Team sollten Sie dann die nötigen Ressourcen, Schulungen und Fähigkeiten zur Verfügung stellen. Erzielen Sie Erfolge, feiern sie diese! Und seien sie noch so klein. Quelle: Fotolia
2. Das VerhaltensgitterDas besagt die Theorie: Was bedeutet das Wort Führung eigentlich? Robert Blake und Jane Mouton haben dazu ein Verhaltensgitter erstellt. Es gibt an, wie sehr sich eine Führungskraft um die Erledigung der Aufgabe und um ihre Mitarbeiter kümmert. Ihre Führungstypen tragen schönen Namen: Der Glacéhandschuh-Manager interessiert sich weniger für die Erledigung der Aufgaben als für die sozialen Bedürfnisse seiner Kollegen. Der Befehl-Gehorsam-Manager will dagegen strikt die Aufgaben erledigen. Der Organisationsmanager sorgt sich permanent um das Wohlergehen der Mitarbeiter, will aber auch die Unternehmensziele erreichen, während der Überlebensmanager sich weder für die Kollegen noch für die Arbeit interessiert. Der Team-Manager vereint die Aufgabenerfüllung mit guten Mitarbeiterbeziehungen. Wenig überraschend: Blake und Mounton empfehlen allen Managern, letzteren Ansatz zu verwenden. So wenden Sie diese Theorie an: Nutzen Sie diese Theorie, um Ihren bevorzugten Führungsstil zu untermauern. Erkennen Sie aber auch an, dass Sie Ihren Stil anpassen können, wenn es die Umstände verlangen. Sie sind ein Team-Manager? Toll! Aber passen Sie auf, dass Sie engagiert wirken, nicht rasend oder kriecherisch. Glacéhandschuhe bringen Sie auf Dauer nicht weiter, die Arbeit ruft! Organisationsmanagement kann schön und gut sein, verprellt aber dauerhaft die Mitarbeiter. Wenn Sie sich als Überlebensmanager sehen, sind Sie entweder im falschen Unternehmen oder Sie sollten besser den Beruf wechseln.  Lange Rede , kurzer Sinn: Finden Sie Ihren Stil. Sie werden merken, dass es keinen Management-Stil gibt, der pauschal in allen Situationen funktioniert. Bleiben Sie also flexibel. Quelle: Fotolia
3. Maslows BedürfnispyramideDas besagt diese Theorie: Menschen haben Bedürfnisse, die sie erfüllen wollen. Abraham Maslows Pyramide stellt eine Hierarchie von Bedürfnissen auf, die von unten nach oben erfüllt werden müssen. Diese Ebenen lauten: Biologische Grundbedürfnisse (Nahrung, Wärme, Ruhe), Sicherheit (Gewissheit, Freiheit von Angst), Sozialbedürfnis (Zuneigung und Liebe), Anerkennung und Wertschätzung (Reputation und Respekt) und Selbstverwirklichung. Wurde eine Ebene nicht befriedigt, kann man nicht auf die nächsthöhere Ebene aufsteigen.   So wenden Sie diese Theorie an: Laut James McGrath und Bob Bates ist die Anwendung simpel: Sorgen Sie dafür, dass die Grundbedürfnisse Ihres Teams erfüllt werden. Nahrung, Wasser und eine ruhige Arbeitsumgebung können da schon einmal nicht schaden. Auch soziale Interaktion ist wichtig. In manchen Firmen kommen die Mitarbeiter freitags in legerer Kleidung – das fördert die Interaktion untereinander. Glücklich machen Sie Ihre Angestellten auch mit positivem Feedback für anspruchsvolle Aufgaben. Quelle: Fotolia

Viele Missverständnisse und Konflikte entstehen, weil man glaubt, andere müssten die Dinge genauso sehen wie man selbst. Das ist nicht der Fall. Wer den anderen also durchschaut, ist ihm voraus.

Leo Martin ist jemand, der andere durchschaut. Wenigstens behauptet der ehemalige Geheimagent das von sich. Jetzt schreibt er Sachbücher, arbeitet als Coach und Trainer und bringt Führungskräften bei, wie Denk- und Handlungsmuster unterbewusst ablaufen. Gelernt hat er das in seiner zehnjährigen Tätigkeit für den Inlandsnachrichtendienst. Als Experte für organisierte Kriminalität warb Martin V-Männer an. Bei diesem Job war seine Fähigkeit, Menschen blitzschnell einordnen zu können, entscheidend. Und diese Fähigkeit sei erlernbar, behauptet Martin in seinem neuen Buch Ich durchschau Dich!.

Cover von Leo Martins

Dabei greift er auf gängige, einfache Erkenntnisse aus der Psychologie sowie aus dem Neurolinguistischen Programmieren (NLP) zurück, einem Metaprogramm, das in der Psychologie, Therapie, beim Coaching, aber auch im Management angewendet wird. Der Autor ergänzt diesen theoretischen Unterbau mit Erkenntnissen aus der Lügen-Forschung des amerikanischen Wissenschaftlers Paul Ekman – fertig ist der Ratgeber zum Menschenlesen, den Martin mit Kriminalanekdoten aus seiner Agententätigkeit anreichert. Der Agent Martin trifft den V-Mann Tichow, der als Geldkurier für die Russenmafia gearbeitet hat und allerbeste Kontakte in die organisierte Kriminalität hat. Aus der Begegnung mit dem V-Mann entspinnt sich ein wilder Kriminalroman, der immer wieder aufgebrochen wird durch kurze Analysen, in denen der Autor seine Tricks erklärt.

Der dynamische Wechsel zwischen Geschichte und Infoteil erzeugt Lesespaß, auch wenn es eine Weile dauert, bis man sich eingelesen hat. Hilfreich ist hier, dass im Buch zwei verschiedene Schriftarten verwendet werden, welche Krimi und Sachkapitel voneinander optisch abgrenzen.

Was Manager tun können, um Begeisterung zu entfachen

Detail oder Überblick?

Martin unterscheidet Menschen anhand ihrer Perspektive auf die Welt in zwei Grundtypen: die Detail- und die Überblicksorientierten. Die Detailorientierten oder Lupentypen kümmern sich lieber um Kleinigkeiten, aus denen sie sich ein Gesamtbild verschaffen.

Sie brauchen viele Informationen. Im Jobumfeld konzentrieren sich solche Menschen oft darauf, dass das Ergebnis auch in der Tiefe stimmt. Sie erwarten allerdings auch, dass diese Detailarbeit gewürdigt wird. Unterbrechungen mögen diese Mitarbeiter nicht.

Ganz anders dagegen die Weitwinkler oder Überblicksorientierten. Sie wollen keine Details, sondern lieber rasch einen Überblick. Die Fokussierung auf Details stört ihren Denkprozess. Sie wollen das Wesentliche angehen, bearbeiten die Eckpunkte, erst dann kommt der Rest.

Die meisten Menschen beherrschen sowohl den Detail- als auch den Weitblick und wechseln situativ. Ein Grundtypus sei jedoch dominanter ausgeprägt.

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