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Peter Fankhauser "Die Jungen haben schon immer die Alten kritisiert"

Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser über die größten Herausforderungen der nächsten Managergeneration und wie er als Berufseinsteiger die Geschäftswelt verändern wollte.

Peter Fankhauser von der Thomas Cook AG. Quelle: dpa

WirtschaftsWoche Online: Herr Fankhauser, eine neue Generation von Führungskräften steht in den Startlöchern, bereit zu übernehmen, wenn Ihre Generation in den Ruhestand geht. Was unterscheidet die Jungen und die Alten am meisten?
Herr Peter Fankhauser: Die junge Generation ist viel internationaler und global besser vernetzt als alle vorhergehenden. Studium in anderen Ländern und Mehrsprachigkeit sind inzwischen selbstverständlich. Gleichzeitig ist sie mit digitalen Medien und dem Internet aufgewachsen, nutzt die technologischen Möglichkeiten ganz natürlich. Dadurch bieten sich ihnen viel mehr Möglichkeiten, ein globales Netzwerk zu pflegen und Kontakte in aller Welt zu halten.

Vita

Eine Studie passend zum St. Gallen Symposium, bei dem sich junge Talente mit der aktuellen Wirtschaftselite treffen, ergab, dass die junge Generation sich selbst als tolerant und unabhängig einschätzt. Ihre Generation aber eher als Verfechter harter Arbeit, Gehorsam und Sparsamkeit. Was halten Sie von diesen Einschätzungen?
Wie immer im Leben geht es nicht um das Entweder-oder, sondern um das Sowohl-als-auch. Ich glaube, dass es ohne harte Arbeit nun einmal nicht geht. Doch von dem Thema Gehorsam sind wir in den Unternehmen mittlerweile weit weg. Es geht um Teamarbeit, auch wenn am Ende einer entscheiden muss. Und Kostenbewusstsein wird in der Wirtschaft immer ein wichtiges Thema sein, vor allem in Industrien mit niedrigen Margen. Die Globalisierung der Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren hat beim gesamten Management zu größerer interkultureller Toleranz geführt. Sie können heutzutage ein internationales Unternehmen nur führen, wenn Sie Rücksicht auf kulturelle Identitäten nehmen.

Hat sich das Verhältnis zwischen den  Generationen geändert?
Nein. Die Jungen haben schon immer die „Alten“ kritisiert und wollten alles anders machen. Das ist auch gut so, denn nur so bleibt der Schwung erhalten und kommen neue Ideen in die Gesellschaft und Unternehmen. Ich wünsche es der jungen Generation von ganzem Herzen, dass sie ihre Wünsche verwirklichen kann und eine aus ihrer Sicht noch bessere Welt kreiert. Das haben wir „Alten“ ja auch gewollt. Manches hat geklappt, anderes nicht, wie immer im Leben.

Was wollten Sie in der Arbeitswelt verändern, bevor Sie in die Führungsetage aufgestiegen sind?
Ich persönlich hatte mir damals vorgenommen, dass ich nicht in Anzug und Schlips zur Arbeit gehe. Das habe ich nicht ganz durchgehalten, doch heute kann ich mir die Freiheit nehmen, ohne Krawatte zur Arbeit zu gehen, wenn ich will.

In Arbeit
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Was wird aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung für die nachfolgende Managergeneration werden?
Grundsätzlich müssen wir alle immer bereit sein, uns an neue Entwicklungen anzupassen. Die Innovations-Zyklen spielen sich heute nicht mehr in Dekaden, sondern in Jahren oder Monaten ab. Dieses Tempo bestimmt auch künftig die Veränderungsgeschwindigkeit der Wirtschaft. Die Technologie bietet außerdem neue Möglichkeiten der Kommunikation, die das Miteinander im Unternehmen und die Arbeitsprozesse nachhaltig verändern werden. Das zu managen, wird wahrscheinlich die größte Herausforderung für die neue Generation der Manager.

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