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Prout at Work Stiftung Wie das Coming-out am Arbeitsplatz klappt

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Chef, Kunden, offizielle Anlaufstellen

Sollte ich es meinem Chef sagen?
Das ist allein Ihre Sache, es gibt keine Verpflichtung dazu.  Diese Entscheidung ist ganz individuell und hängt stark von der eigenen Vertrauensbeziehung zu der Führungskraft sowie dem möglichen Rückhalt durch das Unternehmen ab. Die Erfahrung zeigt aber auch, dass die eigene Verstrickung in Halbwahrheiten und mangelnder Offenheit erst dann abgebaut werden kann, wenn das gesamte nahe Umfeld über die eigene sexuelle Identität aufgeklärt wird. 

Wenn die Kunden nichts von der Homosexualität wissen sollen …
Lassen Sie sich das von Ihrem Chef doch bitte schriftlich geben, denn das verstößt eindeutig gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Und überlegen Sie sich gleichzeitig, ob es sich um das richtige Unternehmen für Sie handelt – und ob Sie diesem Arbeitgeber tatsächlich auch in Zukunft die eigene Arbeitsleistung zur Verfügung stellen möchten.

Bei der Wahl des Arbeitgebers kritisch sein
Achten Sie bei der Wahl neuer Arbeitgeber darauf, dass diese offen mit dem Thema LGBT*IQ im Unternehmen umgehen. Wird zum Beispiel bei Stellenausschreibungen aktiv darauf hingewiesen? Inwiefern betont ein Unternehmen auf der eigenen Homepage die Wichtigkeit von Diversity? Setzt das Unternehmen hier zum Beispiel durch die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ oder eine Mitgliedschaft bei „Prout at Work“ im Unternehmen auch offen ein Signal für Vielfalt und Chancengleichheit?

Was, wenn Dritte drohen, mich zu outen?
Führen Sie mit demjenigen ein offenes Gespräch. Wenn das nicht fruchtet, holen Sie sich Unterstützung beim firmeninternen LGBT*IQ-Netzwerk oder – bei einem vertrauensvollen Verhältnis – auch bei Ihrem Vorgesetzten. Dennoch ist ein ungewolltes Fremd-Outing letzten Endes nicht kontrollierbar: Selbst, wenn Sie mit niemandem über ihre sexuelle Identität reden, können Sie nicht verhindern, dass jemand meint, diese zu kennen und Sie outet.

Welche offiziellen Anlaufstellen gibt es im Unternehmen?
Sie können Unterstützung beim firmeninternen LGBT*IQ-Netzwerk, meist eher in größeren Unternehmen vorhanden, dem Diversity-Management und spezialisierten Beschwerdestellen im Unternehmen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) finden. Parallel können Mitglieder des Betriebs- oder Personalrats beziehungsweise die Personalabteilung sinnvolle Ansprechpartner/innen sein.

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    Ist das alles bei trans*-Personen nicht ganz anders?
    Bei transidenten Beschäftigten ist wegen der Transition eine Sichtbarkeit oft nicht zu vermeiden. Damit unterscheidet sich die Situation für diese Beschäftigten noch einmal sehr von der lesbischer und schwuler Beschäftigter. Mit dem Coming-out als trans* entsteht eine Öffentlichkeit, die so meist nicht gewollt ist. Prout at Work und viele Beratungseinrichtungen der trans*-Community arbeiten hierzu direkt mit Unternehmen zusammen, um ein Klima der Akzeptanz zu schaffen.

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