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Ranking Die beliebtesten Arbeitgeber Deutschlands

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Auszeit vom Beraterjob

Er selbst kam erst mit 14 Jahren aus der Türkei nach Deutschland – ohne auch nur ein Wort Deutsch zu sprechen. Nach Hauptschulabschluss und dem Besuch der Realschule kämpfte er sich bis zum Abitur durch und studierte anschließend Informatik an der Uni Stuttgart. Diese Erfahrung will er mit Jugendlichen, die heute in einer ähnlichen Situation stecken, teilen. Und hält regelmäßig Vorträge an Haupt- und Förderschulen. Unterstützt von seinem Arbeitgeber. „Ich will nicht nur fachlich wachsen, sondern auch persönlich“, sagt er.

Die Aufsteiger unter den Top-Arbeitsgebern 2015
Deloitte Quelle: Screenshot
Airbus Quelle: dpa
JP Morgan Quelle: dpa
BCG Quelle: Presse
John Deere Quelle: AP
Kuka Quelle: dpa
Pwc Quelle: dapd

Dazu gehört für ihn auch, Zeit für sein Hobby, das Basketballspielen, zu haben. Glücklicherweise hat die Beraterbranche, eigentlich bekannt für Nachtschichten und Wochenendarbeit, das Thema Work-Life-Balance für sich entdeckt: So gibt es etwa bei Accenture genaue Regeln für die vielen Dienstreisen. Wer von Montag bis Donnerstag vor Ort beim Kunden ist, kann am Freitag schon zurück bei der Familie sein und von zu Hause aus arbeiten. Ein Angebot, dass Kibarogullari gerne wahrnimmt.

Mittlerweile bietet jede große Beratung ihren Mitarbeitern solche Angebote. McKinsey gibt seinen Beratern die Möglichkeit jedes Jahr eine dreimonatige Auszeit zu nehmen, um sich sozial zu engagieren, zu reisen oder einfach nur Zeit mit der Familie zu verbringen. Die Boston Consulting Group regt ihre Mitarbeiter dazu an, sich zwischen zwei Projekten ein paar Wochen frei zu nehmen.

So stieg nicht nur Accenture auf – auch die anderen großen Unternehmensberatungen legten ordentlich zu. McKinsey stieg unter den angehenden Ingenieuren 13 Plätze auf – von 41 auf Platz 28. BCG machte 33 Positionen gut und liegt nun auf Platz 39. Bei den IT-Studenten holte McKinsey um vier Plätz auf, PwC sogar um 38 Positionen. BCG verbesserte sich um 17 Plätze. Und bei den Naturwissenschaftsstudenten legte McKinsey um 15 Positionen zu, BCG kletterte immerhin um vier Positionen auf Rang 35.

Gutes Gehalt, gute Talente

Und noch ein weiterer Trend zeichnet sich unter den Naturwissenschaftlern ab. Bislang hatte es die Industrie traditionell schwer, sich gegen die renommierten Forschungseinrichtungen wie die Max-Planck-Gesellschaft oder die Fraunhofer-Gesellschaft durchzusetzen.

Welche Unternehmen fächerübergreifend vorne liegen (zum Vergrößern bitte anklicken)

Doch das ändert sich, immer mehr Talente wie die Pharmazeutin Franziska Baum entscheiden sich bewusst für einen Job in der Industrie. Sie und ihr Arbeitgeber, der Generikahersteller Ratiopharm fanden schon während eines Praktikums zusammen, als die 27-Jährige einen Teil ihres praktischen Jahres im Werk in Blaubeuren-Weiler absolvierte. Wie im Medizinstudium müssen auch Pharmazeuten nach ihrem Studienabschluss ein Jahr Berufserfahrung sammeln. So arbeitete Baum von Mai bis November 2013 in der Produktion der sterilen Arzneiformen von Ratiopharm. Und lernte dort die Vorteile der Industrie kennen. „Ich arbeitete damals schon in Gleitzeit, das hat mir sehr gut gefallen“, sagt Baum. „Freitags gehe ich immer reiten – wenn ich unter der Woche mehr gearbeitet habe, kann ich jetzt auch schon mal früher in den Stall gehen.“

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