Recht Wer zu spät kommt, verliert oft den Job

Eine Umfrage unter Arbeitgebern zeigt: Häufiges Zuspätkommen ist ein sehr verbreiteter Grund für Kündigungen.

Stau Quelle: dpa

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben - sagte Michail Gorbatschow mit Blick auf die Betonköpfe der späten DDR. Viele Arbeitgeber sind nicht weniger unerbittlich als die Weltgeschichte. Eine Umfrage des Karriereportals CareerBuilder unter Arbeitgebern zeigt: ein Viertel der befragten Personalchefs hat bereits Mitarbeitern gekündigt, weil sie wiederholt zu spät zur Arbeit gekommen sind.

Unpünktliche Arbeitnehmer sind anscheinend keine Seltenheit in deutschen Unternehmen. Jeder zehnte Angestellte ist laut Umfrage mindestens einmal im Monat unpünktlich. Fünf Prozent kommen sogar einmal pro Woche zu spät zur Arbeit.

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Die Gründe für Verspätungen sind unterschiedlich. Am häufigsten werden Angestellte vom Straßenverkehr aufgehalten (39 Prozent). 22 Prozent erreichen das Büro wegen Problemen im öffentlichen Nahverkehr zu spät. Immerhin 22 Prozent geben zu, dass sie hin und wieder verschlafen. Weitere Ursachen sind Behinderungen wegen schlechten Wetters oder weil die Kinder zur Schule gebracht werden müssen.

Das Kündigungsschutzgesetz erlaubt verhaltensbedingte Entlassungen – also auch Kündigungen auf Grund von wiederholtem Zuspätkommen. Allerdings muss der Chef vor der Entlassung eine Abmahnung erteilt haben, die dann nicht zu einer Besserung des Verhaltens geführt hat.

Anscheinend halten sich die meisten Arbeitgeber an diese zwei Stufen: Oskar Ehehalt, Geschäftsführer der CareerBuilder Germany GmbH, sagt: „Arbeitgeber haben in der Regel Verständnis dafür, dass Arbeitnehmer von Zeit zu Zeit unverschuldet zu spät kommen. Eskalieren wird es in der Regel erst, wenn sich dieses Verhalten wiederholt und Arbeitgeber sich genötigt sehen, disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen.“

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