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Recruiting Wieso Unternehmen den Kampf um Talente verlieren

Gerade die Personalverantwortlichen großer Unternehmen müssen bei der Kandidatenauswahl flexibler werden.

Angesichts der niedrigen Arbeitslosenquote müssen immer mehr Unternehmen erleben, dass ihnen Top-Bewerber im Recruiting-Prozess abspringen. Eine neue Umfrage ergründet die Ursachen aus Sicht der Unternehmen.

Was Arbeitnehmer und Finanzminister freut, stellt Unternehmen vor wachsende Probleme: die niedrige Arbeitslosigkeit. Sie führt dazu, dass Jobsuchende bei der Wahl des neuen Arbeitsplatzes kritischer werden - und immer öfter auch mitten im Bewerbungsprozess aussteigen. Der Personaldienstleisters Robert Half hat nun in einer Umfrage unter 702 deutschen Personalverantwortlichen versucht zu ergründen, an welchen Problemen die Einstellungen aus ihrer Sicht am häufigsten scheitern. Dabei offenbarten sich Unterschiede je nach Unternehmensgröße.

Bei großen Unternehmen stellt demnach die Länge des Bewerbungsverfahrens das größte Problem dar. Die Hälfte aller Befragten aus Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern nannte die Abwanderung aussichtsreicher Kandidaten während des langen Einstellungsverfahrens als Haupt-Hindernis. Bei kleinen und mittleren Unternehmen kämpft nur etwa ein Drittel mit diesem Problem (32/35 Prozent). Hier ist es vor allem die generelle Konkurrenz durch attraktivere Konkurrenzunternehmen, die den Personalern zu schaffen macht. Diese Sorge teilen sie allerdings mit den Großunternehmen.

Auch die Schwierigkeiten mit der Digitalisierung, die deutsche Unternehmen beschäftigen, spiegeln sich in den Umfrageergebnissen: 38 Prozent aller Personalverantwortlichen gaben an, dass sich Kandidaten wegen veralteter Technologie im Unternehmen gegen eine Anstellung entschieden. Hier verteilt sich der Nachholbedarf gleichmäßig auf alle Unternehmensgrößen.

Auch bei den Maßnahmen für die bessere Besetzung offener Stellen weht langsam ein wenig frischer Wind. So will nur noch etwa ein Drittel der Unternehmen neue Kräfte klassisch über eine höhere Vergütung locken. Beliebter sind externe Personalvermittler und der Ansatz am anderen Ende der Gleichung: Wo die perfekte Besetzung nicht zu finden ist, wird der Anspruch angepasst. Gewünschte Zusatzkenntnisse, die Bewerber nicht mitbringen, werden dann nach Anstellung in Schulungen und Trainings vermittelt. Führend sind hier die Großunternehmen, deren auf den ersten Blick etwas überraschende höhere Flexibilität wohl auch mit ihrem größeren Personalbedarf zusammenhängt.

Die befragten Personalverantwortlichen arbeiten etwa zur Hälfte für mittlere Unternehmen (250-499 Mitarbeiter) und zu je einem Viertel bei kleinen und großen Unternehmen.

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