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Rhythmus der Arbeit Mit welcher Musik Sie den Job am besten bewältigen

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Playlists für Abschottung und Erholung

Abschottung

Kaum jemand kann einfach die Bürotür hinter sich schließen und damit stundenlang für Ruhe sorgen. Stattdessen hört man: klingelnde Telefone, brummende Drucker, hustende Kollegen. Im Jahr 2005 befragte die Psychologin Dianne Berry Dutzende von Arbeitnehmern, ob sie sich von der Geräuschkulisse bei der Arbeit abgelenkt fühlten – 99 Prozent bejahten. Offenbar kann man sich leicht an bestimmte, sich wiederholende Hintergrundgeräusche gewöhnen. Aber nicht an die Kakofonie des Klapperns und Plapperns im Büro.

Warum also nicht alle Geräusche und Töne, auf die man keinen Einfluss hat, einfach aussperren – und ersetzen durch bekannte Wohlklänge? Am besten funktioniert das bekanntlich mit Noise-Cancelling-Kopfhörern, die wie Scheuklappen für geplagte Ohren funktionieren und die meisten Umgebungsgeräusche förmlich absaugen.

Wer keinen dieser Kopfhörer zur Hand hat, die vor allem unter Vielfliegern beliebt sind, kann versuchen, „akustische Reize“ mit „Musik zu überlagern, die weder überrascht noch ablenkt“, sagt Lutz Jäncke: Die unangenehmen Geräusche werden dadurch gleichsam in den Hintergrund gedrängt. Gut geeignet sind Ambient-Stücke, etwa von Brian Eno oder Aphex Twin.

Aber auch Musik, die als Soundtrack für Computerspiele komponiert wurde, erfüllt den Zweck: Sie lenkt nicht ab und motiviert zum Weitermachen. Oder wie Eno sagt: „Sie sollte so leicht zu ignorieren sein, wie sie interessant ist.“

Playlist, um sich abzuschotten






Erholung

Strategisch gewählte Auszeiten, das zeigt die Forschung, sind grundsätzlich gut, um dem Kopf zwischen Abgabefristen und Besprechungen ein bisschen Leerlauf zu gönnen. Wer sein Wohlbefinden weiter steigern möchte, sollte sich in der Pause beschallen: „Menschen können mit Musik ihre Emotionen regulieren“, sagt Thomas Fritz, Leiter der Forschungsgruppe Musikevozierte Hirnplastizität am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften.

Die Psychologen Patrik Juslin und Petri Laukka von der Universität von Uppsala schätzten in einer Studie, dass grundlegende Emotionen wie Glück und Trauer durch Musik ausgelöst werden können.

Wie genau ein Lied emotional bewertet wird, hängt aber nicht nur von der Komposition ab, sondern auch von der eigenen Erfahrung. So können etwa Songs von Bob Marley bei einem Hörer Glücksgefühle auslösen, der damit die positive Botschaft des Sängers verbindet. Wer dagegen eher an die lange Krankheitsgeschichte Marleys denkt, könnte darüber traurig werden. Für Arbeitspausen sind daher schnelle, harmonische, hell klingende Werke gut geeignet, weil sie tendenziell für ein positiveres Gefühl beim Hören sorgen.

„Durch Musik, die man mag, kann man Arbeit auch mit etwas Positivem, Aufregendem und Schönem assoziieren“, sagt Thomas Fritz vom Max-Planck-Institut. Anders gesagt: Wer mit guter Laune aus der Pause kommt, kann seinen Job unter Umständen besser machen. Und wenn nicht, dann fühlt er sich zumindest gut dabei.

Playlist zur Erholung






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