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Rhythmus der Arbeit Mit welcher Musik Sie den Job am besten bewältigen

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Playlists für Routine und Konzentration

Routine

Es gibt Aufgaben, die man erledigen muss, die aber nicht alle Aufmerksamkeit erfordern. Reisekosten abrechnen, Posteingang sortieren, Notizen abtippen. Bei diesen wenig inspirierenden Tätigkeiten kann Musik belebend wirken – und das Denkvermögen wachhalten.

Forscher wissen: Repetitive Aufgaben können den Geist so stark einlullen, dass die Leistung nachlässt. In solchen Situationen ist vor allem variantenreiche Musik hilfreich: dynamische Stücke mit hohen und tiefen Tönen, lauten und leisen Passagen. Sie wirken auf das Gehirn aktivierend.

Eckart Altenmüller, Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, setzt Musik als eine Art persönliches Stimmungsmanagement ein: Er schaltet Tonkunsterzeugnisse zu, wenn er langweilige E-Mails beantwortet. Wichtig dabei sei, dass er die Klänge schon kenne – sonst lenkten sie zu sehr ab.

Die Empfehlung: stimulierende, aber nicht fordernde Musik. Hören Sie, was Sie kennen und was Ihnen gefällt. Das können Chart-Interpreten aus dem Radio sein oder Klassikhits von Mozart bis Dvorak, aber auch stampfende Bässe des Elektronikkomponisten Jon Hopkins oder Motown-Soul von Marvin Gaye.

Playlist für Routinearbeiten






Konzentration

Wenn Computer monotone Tätigkeiten übernehmen, bleiben den Menschen komplexere Aufgaben: Muster in riesigen Datenmengen erkennen, Code schreiben, neue Strategien entwickeln. Auch dabei kann Musikhören helfen.

Allerdings sollte man sich schon klar darüber sein, dass „jede Tätigkeit, bei der wir Musik hören, eine doppelte ist“, sagt Lutz Jäncke. Unsere Aufmerksamkeit springt zwischen zwei Stimuli hin und her. Musik zur Steigerung der Konzentration sollte daher recht unkompliziert sein. Andernfalls fangen wir unbewusst an, sie deuten zu wollen – und das geht zulasten der Ressourcen, die wir zur Erledigung der eigentlichen Aufgabe benötigen. Noch problematischer ist, wenn Songtexte uneindeutig sind und um unsere Aufmerksamkeit buhlen. Das führt zwar nicht sofort zu Leistungseinbrüchen, sagt Neurowissenschaftler Jäncke: „Aber man wird schneller müde.“

Er selbst hört in Phasen, in denen er seine Forschungsergebnisse aufschreibt, gern Stücke des Komponisten Philip Glass. Die Grundmuster seien immer ähnlich, es gebe nur leichte Variationen. „Das Gehirn liebt diese kleinen Abweichungen von der Norm, deshalb werde ich den Klangteppich über eine Stunde hinweg auch nicht leid“, sagt Jäncke. Naturklänge – Meeresrauschen, Regen, Gewitter – können ähnlich wirken. Und manchmal braucht jeder zur Konzentration auch Stille. Der passende Song dazu stammt von John Cage. Viereinhalb Minuten lang hört man: nichts.

Playlist für die Konzentration


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