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Sinnhaftigkeit Sechs Tipps für mehr Sinn bei der Arbeit

Job: Sechs Tipps für mehr Sinn bei der Arbeit Quelle: Fotolia

Arbeit ist für immer mehr Menschen kein reiner Selbstzweck. Sie fragen sich: Wieso mache ich das hier überhaupt? Diese sechs Tipps können für mehr Sinn bei der Arbeit sorgen.

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Der Beruf muss nicht immer gleich Berufung sein. Die Sehnsucht nach Sinnhaftigkeit aber geht tief. So tief, dass sie den meisten Arbeitnehmern bares Geld wert ist. Mehr als neun von zehn Teilnehmer einer Umfrage in den USA gaben an, zugunsten sinnstiftender Arbeit auf einen Teil ihres lebenslangen Gehalts verzichten zu wollen. Das berichtete die Auftraggeberin der Erhebung, die Coaching-Plattform BetterUp, Ende 2018 in der „Harvard Business Review“.

Der Fakt an sich mag noch nicht überraschen. Erstaunlich ist allerdings, auf wie viel Geld die Befragten zu verzichten bereit wären: durchschnittlich 23 Prozent des Einkommens. Damit wird sinnstiftender Arbeit ein höherer monetärer Wert beigemessen als dem Dach über dem Kopf, wie die Verantwortlichen bei BetterUp bilanzierten. US-Amerikaner geben demnach nämlich im Durchschnitt 21 Prozent des Einkommens fürs Wohnen aus. Befragt wurden den Angaben zufolge 2285 Berufstätige in 26 Branchen.

Deutsche wollen gefordert werden

Dass Sinn im Job längst mehr als „nice to have“ ist, zeigt auch ein aktuelles Stimmungsbild aus Deutschland. Forsa fragte im Auftrag von  Xing E-Recruiting 1020 Erwerbstätige ab 18 Jahren, was sie zu einem Jobwechsel bewegen könnte. Am häufigsten wurden Faktoren wie Gehalt, Arbeitsklima und Arbeitszeiten genannt. „Herausfordernde Tätigkeiten“ lagen mit 47 Prozent immerhin auf Platz fünf der Top-Gründe, gefolgt von guten Weiterbildungsmöglichkeiten (39 Prozent) bei einem neuen Arbeitgeber.

Die Umfrage zeigte auch: 85 Prozent der Berufstätigen sind „eher zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit ihrem aktuellen Job. Arbeitgeber sollten sich davon jedoch nicht in Sicherheit wiegen lassen. Angestellte wissen, dass es noch besser geht. Jeder Dritte (32 Prozent) sucht laut der Erhebung zwar nicht aktiv nach einem neuen Job, ist aber generell offen für einen Wechsel. Ein sinnvoller neuer Job könnte beim Abwerben ein schlagendes Argument sein. Angestellte wünschen sich einen erfüllenden Beruf, Vorgesetzte können damit wertvolle Fachkräfte halten.

Aber wie genau lässt sich mehr Sinnhaftigkeit finden, wenn der Job an sich eigentlich ganz in Ordnung ist? Diese sechs Tipps können helfen.

1. Sinnvolle Arbeit: Kenne dich selbst
Sinnhaftigkeit entsteht aus Befriedigung. Befriedigt die Arbeit grundlegende emotionale Bedürfnisse, trägt das zur Zufriedenheit mit dem Job bei. Am Anfang steht hier die Selbsterkenntnis. Wo liegen die eigenen Stärken und Schwächen? Was löst beruflich Glücksgefühle aus? Wie wichtig ist einem ein Ehrenkodex im professionellen Alltag? Wer Fragen wie diese nicht beantworten kann, wird Schwierigkeiten haben, aktiv mehr Befriedigung aus der Arbeit zu ziehen.

Selbsterkenntnis stellt sich nicht über Nacht ein. Sie ist ein Reifeprozess, der das gesamte Berufsleben begleitet. Nach Ansicht von Unternehmer Jack Ma ist hier eindeutig derjenige im Vorteil, der zu Beginn der Karriere vor allem an sich selbst gearbeitet hat. Bei der Xing-Umfrage zeigte sich, dass vor allem junge Arbeitnehmer aus Unzufriedenheit eine baldige Kündigung erwägen. Ma rät Berufsanfängern hingegen vom Firmen-Hopping ab. Mindestens drei Jahre lang sollte man seiner Ansicht nach im ersten Job ausharren. Das sagte der Mitgründer des E-Commerce-Giganten Alibaba kürzlich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Er belegt aktuell in der „Forbes“-Liste der reichsten Unternehmer Platz 21.

Nach Ansicht Mas sind die ersten drei Jahre die wichtigste Zeit im Berufsleben. Sie stellten die Weichen für die künftige Karriere. Ma selbst hatte sechs Jahre als Englischlehrer gearbeitet und erst dann seinen Höhenflug als Unternehmer angetreten. Während dieser selbst verordneten Wartezeit erwarb der Pädagoge nach eigener Aussage wertvolle zwischenmenschliche Fähigkeiten im Umgang mit seinen Schülern, wurde ruhiger und legte jugendliche „Master of the Universe“-Fantasien ab. Sprich: Er wurde erwachsen.

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