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St. Gallen Symposium So tickt die Wirtschaftselite von morgen

In einer aktuellen Studie wurden mehr als 1000 Top-Talente von den renommiertesten Universitäten der Welt zu ihren Karrierezielen und Zukunftsplänen befragt. Mit verblüffenden Ergebnissen.

So soll unser Traumjob sein
BetriebsklimaEine gute Arbeitsatmosphäre ist das wichtigste Kriterium der deutschen Arbeitnehmer bei der Firmenwahl. Zwei Drittel gaben in der repräsentativen Umfrage " Beruf und Karriere 2014" der CreditPlus Bank AG. an, dass ein gutes Klima unverzichtbar ist. Das angenehme Arbeitsklima ist aber nicht - wie man meinen könnte – vor allem der jungen Generation Y wichtig. In der Gruppe der 18 bis 24-Jährigen wird darauf am wenigsten Wert gelegt (60 Prozent). Erst nach einigen Berufsjahren wächst der Wunsch nach harmonischer Zusammenarbeit, besonders ausgeprägt ist er in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre (70 Prozent). Quelle: Fotolia
Work-Life-BalanceDas Gleiche gilt für die flexiblen Arbeitszeiten: Auch hier sprechen nur 43 Prozent der Jungen von einem wichtigen Kriterium. Dagegen sagen 60 Prozent der älteren Umfrageteilnehmer, dass ihnen die Work-Life-Balance besonders wichtig ist. So viel also zum Bild der jungen Generation, der ihre flexible Zeiteinteilung wichtiger ist, als die Karriere. Allerdings: Insgesamt steigt die Bedeutung der individuellen Zeitgestaltung über alle Altersgruppen hinweg an: Waren sie 2013 noch 49 Prozent der Deutschen wichtig, achten jetzt 56 Prozent auf flexible Arbeitszeiten bei ihrem Arbeitgeber. Quelle: Fotolia
KarriereAufstiegsmöglichkeiten sind heute weniger wichtig als noch 2013. Anstatt 40 Prozent geben nur noch auf 35 Prozent an, darauf großen Wert zu legen. Doch dieser Trend wird stärker durch Frauen als durch Männer getrieben, wie eine Betrachtung nach Geschlecht zeigt. Männern sind auf Aufstiegschancen und ein hohes Gehalt sehr wichtig (jeweils 42 Prozent). Bei Frauen liegen die Werte deutlich darunter (hohes Gehalt: 35 Prozent; Aufstiegschancen: 27 Prozent). Quelle: Fotolia
FamilienfreundlichkeitBeide Geschlechter legen aber in gleichem Maße Wert auf Sozialleistungen und Familienfreundlichkeit (jeweils 34 Prozent). Quelle: Fotolia
WeiterbildungGefragt, was sie für ihre berufliche Weiterentwicklung am liebsten tun würden, nennen die meisten Arbeitnehmer Auslandserfahrungen: 27 Prozent möchten einmal außerhalb Deutschlands arbeiten, vor allem in der Gruppe der 18-24-Jährigen ist dieser Wunsch ausgeprägt (38 Prozent). Einen Sprachkurs wollen ebenfalls fast 27 Prozent absolvieren, um mit internationalen Kunden und Kollegen besser kommunizieren zu können. Quelle: dpa
Selbstständig und verschuldetFür 23 Prozent ist die Selbstständigkeit ein erstrebenswertes Ziel. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (2013: 26 Prozent). Um sich die Karrierewünsche erfüllen zu können, würden 42 Prozent der Arbeitnehmer einen Kredit aufnehmen. Quelle: dpa

Ein gängiges Vorurteil über die junge Generation: Sie halten Hierarchien für ein Auslaufmodell. Entscheidungen im Team fällen – das neue Modell. Doch weit gefehlt.

Eine aktuelle Studie unter 1095 Top-Talenten von den renommiertesten Universitäten der Welt ergab, dass 64 Prozent der Befragten einen Verantwortlichen, der die Entscheidungen trifft, in einem Projektteam für unersetzlich halten.

„Es stimmt einfach nicht, dass die Digital Natives immer alles gleichberechtigt entscheiden wollen. Sie fordern aber sehr wohl, dass ihnen zugehört wird“, kommentiert Andreas Neus, Studienautor und stellvertretender Geschäftsführer des GfK Vereins, das überraschende  Ergebnis. Das nur eines von vielen aus dem diesjährigen „Global Perspektive Barometer“ ist, den der GfK Verein gemeinsam mit dem St. Gallen Symposium herausgegeben hat.

Die Befragung ist auch deshalb so einzigartig, weil die Teilnehmer ausgewählte, herausragende  Talente sind.

Sie stammen entweder aus dem Netzwerk rund um das jährlich stattfindende St. Gallen Symposium, bei dem sich die aktuelle Wirtschafts- und Politikelite zum Austausch mit der nächsten Generation trifft. Oder sie wurden direkt von ihren Dozenten an den renommiertesten Universitäten der Welt von Cambridge, über Yale bis Shanghai als High Potentials identifiziert und zur Teilnahme ermutigt. „Wir können hier einzigartige Einblicke in die Gedankenwelt des internationalen Führungskräftenachwuchses gewinnen“, sagt Neus.

Berufe mit Zukunftsgarantie
Ein Turm aus Styropor-Bausteinen, der vor dem Arbeitsministerium in Berlin aufgebaut wird, soll den ohne Fachkräfte zusammenbrechenden Arbeitsmarkt symbolisieren. Quelle: dpa
Ein junger Mann bedient einen Gasschweißer Quelle: dpa
Eine Dialyseschwester überprüft in Hamburg im Marienkrankenhaus die Einstellungen eines Dialysegerätes. Quelle: dpa
Ein Schiff fährt in Köln an den Kranhäusern und dem Dom vorbei den Rhein hinunter. Quelle: dpa
Einen Aufkleber mit dem offiziellen Slogan der Imagekampagne des Landes Baden-Württemberg "Wir können alles. Außer Hochdeutsch." hält eine junge Frau in der Hand. Quelle: AP
Der Reichstag in Berlin Quelle: REUTERS
Besucher aus Holland in bayerischem Blauweiß prosten sich beim Münchner Oktoberfest zu. Quelle: dpa

So überrascht es auch, dass die vermeintlichen Chefs von morgen sich gar nicht so sehr in der Rolle des Top-Managers sehen. 44 Prozent wollen viel lieber Experte auf dem eigenen Fachgebiet werden.

„Wenn jemand vor dreißig Jahren eine coole Idee hatte, konnte er sie nur umsetzen, wenn er im Unternehmen eine Führungsposition innehatte“, sagt Johannes Berchtold vom St. Gallen Symposium. „Heute kann er seine Idee vielleicht ganz alleine und ohne viel Budget zum Beispiel in Form einer App umsetzen.“ Macht und Karrierestufe sagen nicht mehr so viel über den Gestaltungsspielraum.

In Arbeit
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Und gerade dieser ist der nächsten Generation wichtig. Mehr als die Hälfte der Befragten will im Laufe des Berufslebens als Unternehmer selbst etwas auf die Beine stellen. Eine ungewöhnlich hohe Quote, die anscheinend zum Zeitgeist passt. Sind es doch gerade die großen Innovatoren aus dem Silicon Valley von Jeff Bezos, über Elon Musk bis hin zu Mark Zuckerberg, die für die junge Generation als Vorbilder taugen.

Wenn Sie außerdem wissen wollen, in welchen Branchen die junge Elite einsteigen möchte, wonach sie ihren Arbeitsplatz aussucht und wie sie es mit dem Thema Work-Life-Balance hält, schauen Sie doch einfach in die neue WirtschaftsWoche.

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