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Stellensuche Arbeitssuchende Frauen trauen sich weniger zu

Männer blenden ihre eigenen Defizite leichter aus, wenn es um Bewerbungen geht. Frauen nehmen die Anforderungen in Stellenanzeigen viel ernster, zeigt eine Studie.

Wer die meisten neuen Mitarbeiter sucht
Für die Untersuchung hat die Jobsuchmaschine "Adzuna.de" mehr als 400.000 aktuelle Online-Stellenanzeigen (Stand: 12. März 2014) ausgewertet. Dabei wurden die Top-5-Branchen ermittelt, in denen derzeit in Deutschland die meisten Jobs ausgeschrieben sind: IT, Beratung, Finanzen & Buchhaltung, Vertrieb und Ingenieurswesen. In diesen Branchen wurden dann die fünf Arbeitgeber mit den meisten Stellenangeboten ermittelt:Top 5: ITPlatz 1: Computer Futures In Deutschland angebotene Stellen: 621 Quelle: Screenshot
Platz 2: Logica In Deutschland angebotene Stellen: 216 Quelle: Gemeinfrei
Platz 3: Deloitte In Deutschland angebotene Stellen: 141 Quelle: REUTERS
Platz 4: 1&1 Internet In Deutschland angebotene Stellen: 137 Quelle: dpa
Platz 5: Next Level Consulting In Deutschland angebotene Stellen: 130 Interessantes Detail: In der IT-Branche dominieren britische Unternehmen. Hier liegen mit Computer Futures, Logica und Deloitte gleich drei britische Unternehmen vorn. Quelle: Presse
Top 5: BeratungPlatz 1: PricewaterhouseCoopers In Deutschland angebotene Stellen: 428 Quelle: dapd
Platz 2: Deloitte In Deutschland angebotene Stellen: 317 Deloitte landet damit auf Rang zwei der führenden Arbeitgeber. Derzeit werden in Deutschland in den untersuchten Branchen 554 Stellen angeboten. Quelle: REUTERS

Von den Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt ist oft die Rede. Vermutlich, so zeigt jetzt eine Studie, lassen sich viele Frauen aber auch manchen Job von männlichen Konkurrenten wegschnappen, weil sie sich oftmals von Stellentiteln und Anforderungsbeschreibungen in Jobinseraten einschüchtern lassen. Männer dagegen trauen sich nicht selten zu große Herausforderungen zu.

Eine Eye-Tracking-Studie im Auftrage der Jobbörse Jobware zeichnete die Augenbewegungen von 151 Männer und 79 Frauen beim Lesen von 150 Stellenanzeigen und ihre Aussagen dazu auf.

Die Studie zeigt: Frauen setzen sich bei der Lektüre von Stellenanzeigen weitaus kritischer mit den Anforderungen an die eigenen Fähigkeiten auseinander. Und sie weichen Stellentiteln aus, die besonders männlich, respekteinflößend oder antiquiert wirken. Umgekehrt überschätzen Männer gerne ihre eigenen Fähigkeiten. Ihnen fällt es deutlich leichter, Anforderungen, die sie nicht erfüllen, auszublenden und schnelle Entscheidungen zu treffen.
Frauen beschäftigen sich weitaus intensiver als Männer mit dem Anforderungsprofil (2,34 Sekunden) von Stellenanzeigen in der Erstkontaktphase in den ersten 5 Sekunden als Männer. Diese schauten im Durchschnitt schon nach 1,17 Sekunden weg. Dass Frauen akribisch Stellenprofile vergleichen, während Männer eine schnelle und selbstbewusste Auswahl treffen, bestätigte sich auch im Klickverhalten auf eine typische Job-Trefferliste. 19 Jobs klickten die Bewerberinnen im Durchschnitt an und verglichen sie miteinander. Dahingegen hatten sich Männer schon nach 13 Betrachtungen für einen Job entschieden.

In Arbeit
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Zudem lassen sich Frauen stark von einer eher „männlichen Wortwahl” in Stellenanzeigen beeinflussen. So steht zu vermuten, dass sich Frauen auf Jobs seltener bewerben, die typisch „männliche” Jobbezeichnungen wie „Senior Manager (m/w)” haben. Die Bezeichnung „m/w” ist anscheinend nicht geeignet, den „männlichen” Eindruck, den der Begriff „Senior Manager” auf Frauen ausübt, zu revidieren. Eine mögliche Folge: Frauen lassen sich durch solche Titel abschrecken. Auch Unternehmen, deren Anzeigen Anforderungsprofile, auf Schlüsselbegriffe wie „Kommunikationsfähigkeit” und „flexible Arbeitszeiten” verzichten, sprechen Frauen nicht an.



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