Studie Geringes Gehalt erhöht den Frust im Job

Laut einer neuen Studie wirkt sich eine Einkommenseinbuße stärker auf das seelische Wohlbefinden aus als eine Gehaltserhöhung. Der Schmerz eines Verlustes ist intensiver als die Freude über einen Gewinn.

So bekommen Sie mehr Geld
Bewerbungsschreiben Quelle: Fotolia
Euro-Scheine Quelle: dpa
Frau mit Geldscheinen Quelle: dpa Picture-Alliance
Den Unternehmenserfolg berücksichtigen Quelle: Fotolia
Mit dem Mehrwert für das Unternehmen argumentierenDas Gehalt hängt auch von den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen ab. Je mehr man vorzuweisen hat, desto mehr kann man erwarten und verlangen. Bei der Gehaltsverhandlung sollte man herausstellen, wie man zum Unternehmenserfolg beiträgt – und sein Geld entsprechend wert ist. Man kann etwa Vertriebserfolge, Kosteneinsparungen oder Projektabschlüsse nennen, die mit einem eintreten werden. Quelle: Fotolia
Achten Sie auf Ihre Worte Quelle: Fotolia
Immer vom Jahresgehalt sprechenWichtig ist, mit wie viel man am Ende des Jahres da steht. Verhandelt man allerdings mit Monatsgehältern, kann es dabei zu Missverständnissen kommen. Denn nicht jedes Unternehmen zahlt ein 13. Gehalt. Quelle: dpa
Das geeignete Maß findenBewerber sollten sich vor einer Verhandlung eine Untergrenze überlegen, die sie auf keinen Fall unterschreiten wollen. Die Verhandlung sollte man mit einer Gehaltsvorstellung beginnen, die über dieser Grenze liegt, um genügend Verhandlungsspielraum zu haben. Allerdings sollte sie auch nicht zu groß sein, um auch noch genügend Spielraum nach oben zu lassen und auch eventuelle Zusatzleistungen zu berücksichtigen. Quelle: dpa Picture-Alliance
An die Gehaltsentwicklung denkenMan sollte beachten, dass das Einstiegsgehalt lediglich die Basis ist, mit der man in den Job startet und dass das Gehalt mit den Jahren ohnehin steigen wird. Wenn zu große Differenzen bei der Verhandlung auftreten, sollte man gemeinsam mit dem Arbeitgeber einen Plan zur weiteren Gehaltsentwicklung schmieden. Quelle: Fotolia
Keinen Streit, sondern einen Dialog führenMan sollte beim Gehaltsthema nicht die Fassung verlieren und ausfallend werden. Dies gilt ohnehin, wenn die Gehaltsfrage schon beim Vorstellungsgespräch angesprochen wird – schließlich möchte man einen guten Eindruck hinterlassen. Aber auch die letztliche Gehaltsverhandlung sollte ein gemeinsamer Dialog bleiben und nicht zum Streit ausarten. Schließlich möchte man nicht schon zu Beginn das Arbeitsklima unnötig belasten und sich Feinde machen. Quelle: Fotolia
Nichts vorweg nehmenReden ist Silber, Schweigen ist Gold – das gilt auch bei der Gehaltsverhandlung. Mit Zurückhaltung nimmt man weniger vorweg und sieht, welche Standpunkte der Gegenüber hat und welche Angebote er alle macht. Dabei sollte man sich jedoch das Gesprächsruder nicht aus der Hand nehmen lassen. Quelle: Fotolia
Frauen trauen sich oft zu wenig Quelle: Fotolia

Es leuchtet ein, dass eine Gehaltserhöhung erst mal zu Glücksgefühlen führt. Ebenso logisch: Eine Gehaltseinbuße hinterlässt Frust. Aber was ist stärker – die Freude über mehr Einkommen oder der Frust bei weniger Geld? Eine Antwort darauf fand nun der Psychologe Christopher Boyce von der britischen Universität von Stirling.

Für seine Studie analysierte er eine britische und eine deutsche Langzeituntersuchung, darunter das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). Dafür befragt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung seit 1984 mehr als 20.000 Personen aus etwa 11.000 Haushalten. Die Freiwilligen geben darin an, wie glücklich und zufrieden sie mit ihrem Leben sind, ob sie sich seelisch gesund fühlen – und auch, wie viel sie verdienen.

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Als Boyce die Angaben verglich, stellte er zunächst fest: Die Zufriedenheit der Befragten stieg mit dem Einkommen – so weit, so erwartbar. Das eigentlich Überraschende war jedoch: Schrumpfte das Gehalt, verringerte sich das Lebensglück wesentlich stärker. Will heißen: Eine Einkommenseinbuße hatte größere Konsequenzen als ein Einkommenszuwachs.

Boyce erklärt sich das Ergebnis mit der Verlustaversion. Dahinter verbirgt sich eine Entdeckung der Ökonomie-Nobelpreisträger Amos Tversky und Daniel Kahneman. Vereinfacht gesagt: Was der Mensch einmal besitzt, will er nicht wieder hergeben. Wenn Angestellte nun feststellen, dass sie plötzlich weniger Geld zur Verfügung haben, fühlen sie sich mies – sogar mehr, als sie sich bei Gehaltserhöhungen freuen. Der Schmerz eines Verlustes ist intensiver als die Freude über einen Gewinn.



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