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Studie Geringes Gehalt erhöht den Frust im Job

Laut einer neuen Studie wirkt sich eine Einkommenseinbuße stärker auf das seelische Wohlbefinden aus als eine Gehaltserhöhung. Der Schmerz eines Verlustes ist intensiver als die Freude über einen Gewinn.

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Bewerbungsschreiben Quelle: Fotolia
Euro-Scheine Quelle: dpa
Frau mit Geldscheinen Quelle: dpa Picture-Alliance
Den Unternehmenserfolg berücksichtigen Quelle: Fotolia
Mit dem Mehrwert für das Unternehmen argumentierenDas Gehalt hängt auch von den eigenen Fähigkeiten und Qualifikationen ab. Je mehr man vorzuweisen hat, desto mehr kann man erwarten und verlangen. Bei der Gehaltsverhandlung sollte man herausstellen, wie man zum Unternehmenserfolg beiträgt – und sein Geld entsprechend wert ist. Man kann etwa Vertriebserfolge, Kosteneinsparungen oder Projektabschlüsse nennen, die mit einem eintreten werden. Quelle: Fotolia
Achten Sie auf Ihre Worte Quelle: Fotolia
Immer vom Jahresgehalt sprechenWichtig ist, mit wie viel man am Ende des Jahres da steht. Verhandelt man allerdings mit Monatsgehältern, kann es dabei zu Missverständnissen kommen. Denn nicht jedes Unternehmen zahlt ein 13. Gehalt. Quelle: dpa

Es leuchtet ein, dass eine Gehaltserhöhung erst mal zu Glücksgefühlen führt. Ebenso logisch: Eine Gehaltseinbuße hinterlässt Frust. Aber was ist stärker – die Freude über mehr Einkommen oder der Frust bei weniger Geld? Eine Antwort darauf fand nun der Psychologe Christopher Boyce von der britischen Universität von Stirling.

Für seine Studie analysierte er eine britische und eine deutsche Langzeituntersuchung, darunter das Sozio-oekonomische Panel (SOEP). Dafür befragt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung seit 1984 mehr als 20.000 Personen aus etwa 11.000 Haushalten. Die Freiwilligen geben darin an, wie glücklich und zufrieden sie mit ihrem Leben sind, ob sie sich seelisch gesund fühlen – und auch, wie viel sie verdienen.

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Als Boyce die Angaben verglich, stellte er zunächst fest: Die Zufriedenheit der Befragten stieg mit dem Einkommen – so weit, so erwartbar. Das eigentlich Überraschende war jedoch: Schrumpfte das Gehalt, verringerte sich das Lebensglück wesentlich stärker. Will heißen: Eine Einkommenseinbuße hatte größere Konsequenzen als ein Einkommenszuwachs.

Boyce erklärt sich das Ergebnis mit der Verlustaversion. Dahinter verbirgt sich eine Entdeckung der Ökonomie-Nobelpreisträger Amos Tversky und Daniel Kahneman. Vereinfacht gesagt: Was der Mensch einmal besitzt, will er nicht wieder hergeben. Wenn Angestellte nun feststellen, dass sie plötzlich weniger Geld zur Verfügung haben, fühlen sie sich mies – sogar mehr, als sie sich bei Gehaltserhöhungen freuen. Der Schmerz eines Verlustes ist intensiver als die Freude über einen Gewinn.



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