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Studie Tätowierungen sind kein Karrierekiller

Quelle: Getty Images

Früher gingen Wissenschaftler davon aus, dass Tätowierungen der Karriere schaden. Doch nun behauptet ein US-Forscher: Menschen mit Tattoo haben keine beruflichen Nachteile.

Angeblich sieht man nur mit dem Herzen gut, aber die Augen lassen sich nun mal nicht verschließen. Überall dort, wo Menschen aufeinandertreffen, lassen sie sich von Äußerlichkeiten leiten – erst recht dann, wenn sie die Fähigkeiten anderer beurteilen sollen. Dicke sind demnach undiszipliniert und faul, Mitarbeiter jenseits der 50 unflexibel. Klischees sind einfach zu tief in unserem Gehirn verwurzelt.

Wissenschaftler bezeichnen die Eigenart, Menschen aufgrund ihres Aussehens zu diskriminieren, als „Lookismus“. Auch deshalb galt eine Tätowierung bislang als Karrierekiller – denn der Körperschmuck diente traditionell als Merkmal von Seeleuten, Gefängnisinsassen und Gangmitgliedern. Doch weil Tätowierungen inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind, wächst nun offenbar auch die Akzeptanz unter akademischen Berufen. Das legt zumindest eine neue Studie nahe, die kürzlich im Fachjournal „Human Relations“ erschienen ist.

Michael French, Professor für Gesundheitsökonomie an der Miami Business School, wertete dafür die Daten von 2008 Amerikanern aus, 685 Männer und 1323 Frauen, die aus allen US-Bundesstaaten stammten. Zum einen wollte er von den Freiwilligen wissen, ob und wie sie tätowiert waren. Zum anderen sollten sie Angaben zu ihrem Beruf machen. Hatten sie eine feste Stelle? Und wie hoch war ihr Jahresgehalt?


Und dabei bemerkte French: Es gab keinen Zusammenhang zwischen der Tätowierung und der beruflichen Situation. Weder waren Tätowierte seltener in einer Festanstellung noch verdienten sie weniger: „Entgegen der landläufigen Meinung scheinen Tätowierungen die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt nicht zu schmälern“, sagt French.

Er vermutet: Weil Arbeitgeber auf die besten Talente angewiesen sind, scheuen sie davor zurück, Menschen nur aufgrund einer Tätowierung abzulehnen – um den Kreis an Kandidaten nicht unnötig zu schmälern.

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