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Studie Wer ist im Home Office produktiv?

Führungskräfte sollten erlauben, dass die Angestellten zu Hause arbeiten – falls sie deren Persönlichkeit kennen. Laut einer neuen Studie entscheidet der Charakter darüber, wer im Home Office produktiv ist – oder die Zeit im Internet verdaddelt.

Ein Mann telefoniert in seinem Home Office Quelle: Fotolia

Es klingt verlockend: Morgens entfällt das Warten im Stau oder am Bahnsteig, mittags der Gang in die Kantine. Stattdessen setzt man sich morgens mit einem Kaffee an den Schreibtisch und schmiert sich mittags schnell ein Brot. Tatsächlich hat es viele Vorteile, von zu Hause zu arbeiten – dennoch sehen viele Führungskräfte das Thema Home Office kritisch.

Die einen bangen um den Kontrollverlust, da sie ihre Angestellten nicht spontan sehen können. Die anderen fürchten den Vertrauensmissbrauch und argwöhnen, dass ihre Mitarbeiter zu Hause faul auf dem Sofa fläzen anstatt zu arbeiten.

Auch wegen dieser Bedenken ist die Zahl der Heimarbeiter in Deutschland weiterhin gering. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiteten im Jahr 2012 nur 7,7 Prozent der abhängig Erwerbstätigen manchmal oder hauptsächlich im Home Office.

Dabei können Führungskräfte ihre Angestellten durchaus problemlos von zu Hause arbeiten lassen – solange sie deren Persönlichkeit kennen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt der Psychologe Thomas O’Neill von der Universität von Calgary.

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Für seine Studie kooperierte er mit einem Finanzdienstleister und einer Personalvermittlung. O’Neill wollte herausfinden, ob es einen Zusammenhang gab zwischen dem Charakter der Angestellten und ihrer Tendenz zum „Cyberslacking“ – der Angewohnheit, die berufliche Arbeitszeit mit privaten Internetaktivitäten zu füllen. E-Mails schreiben, Videos gucken, Nachrichten lesen, solche Sachen.

Daher verteilte O’Neill verschiedene Fragebögen an die Probanden. Darin erkundigte er sich zum Beispiel danach, wie gewissenhaft sie waren. Verhielten sie sich verantwortungsbewusst und organisiert? Widmeten sie sich konzentriert einer Aufgabe? Oder neigten sie dazu, sich leicht abzulenken und wichtige Aufgaben aufzuschieben? Wie wichtig war es ihnen, ehrlich zu sein? Und mochten sie ihren Job?

In Arbeit
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Andererseits befragte er die Teilnehmer danach, ob sie im Home Office diszipliniert arbeiteten – oder ob sie oft und gerne und viel Arbeitszeit im Internet verdaddelten. Und siehe da: Der Wissenschaftler fand tatsächlich ein Zusammenhang.

Vor allem Angestellte, die besonders gewissenhaft, ehrlich und zufrieden mit ihren Aufgaben waren, neigten selten zum Cyberslacking – zumindest laut ihrer eigenen Aussage. Jene Mitarbeiter hingegen, die auch im Büro zur Aufschieberitis tendierten und mit ihrer Arbeit unzufrieden waren, verdaddelten im Home Office besonders gerne Zeit im Netz.

Zugegeben: Die Ergebnisse der Studie sind wenig überraschend. Aber sie zeigen: Führungskräfte können den Mitarbeitern durchaus die Arbeit im Home Office gestatten – falls sie deren Persönlichkeit kennen.

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