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Süßigkeiten am Arbeitsplatz Wenn der kleine Hunger kommt

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So tricksen Sie den Hunger aus

Also: weg mit der Süßigkeiten-Schublade und Kekse und Schokolade durch eine ausgewogene Ernährung ersetzen. Aber wie sieht die aus? Krankenkassen wie die DAK-Gesundheit und Experten raten zu regelmäßigen Mahlzeiten, die dem natürlichen Biorhythmus des Menschen entsprechen. Und zwar: morgens, mittags und abends. Zum Frühstück empfiehlt Froböse beispielsweise kohlenhydratreiche Nahrung wie Vollkornbrot oder Müsli. "So gelingt ein energiegeladener Start in den Tag."

Das Mittagessen sollte hingegen vitalstoffreich ausfallen, also Obst und Gemüse enthalten.

Beim Abendessen dürfen es dann im Gegensatz zum Frühstück und Mittagessen viele Proteine sein – und wenige Kohlenhydrate. Denn: "Abends braucht der Körper weniger Energie als tagsüber, sodass der Körper die Kohlenhydrate über Nacht zu Fett umwandelt", erklärt Froböse.

Die sieben Erfolgsfaktoren gesunder Ernährung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt zwar auch wie Froböse davor, am Schreibtisch zu essen. Sie rät den Verbrauchern allerdings kleine Pausen einzulegen – und zwar für Zwischenmahlzeiten. Zum Beispiel aus Obst, fettarmen Milchprodukten oder dünn belegten Broten. "Das erhält die Konzentrationsfähigkeit, belastet Verdauungsorgane und Kreislauf wenig und vermeidet Heißhunger", heißt es in einem Ratgeber.

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    Diese Schreibtischsnacks halten Sie fit
    ChicoreeBitter, aber gesund! Chicoree hat eine hohe Nährstoffdichte. Wem die Rübe zu bitter ist, kann sie vorher Zuhause dünsten oder leicht anbraten.
    WasserkresseAls eher unbekanntes Gemüse taucht Wasserkresse kaum als Schreibtisch-Snack auf. Dabei besteht das Gemüse zu 100 Prozent aus Nährstoffen und ist damit optimal geeignet als Energiekick für zwischendurch. Geschmacklich erinnert das Gemüse an Rettich oder Senf. Um in den Genuss des vollen Aromas zu kommen, sollten Sie die Wasserkresse roh verzehren. Man kann die Blätter klein schneiden und über Salate streuen. Auch auf einem Butterbrot, als Zusatz zu Frischkäse oder Quark und in Dips macht sich die Brunnenkresse gut.  
    China-KohlChina-Kohl ist ein echtes „Power-Veggie“. Es schmeckt roh im Salat oder auch mit einem leckeren Dipp. Nur rund dreizehn Kilokalorien nimmt man pro 100 Gramm zu sich, da das Gemüse zu 95 Prozent aus Wasser besteht - also greifen Sie ordentlich zu!
    GrapefruitWer er lieber fruchtig mag, kann sich die Mittagspause mit Grapefruit versüßen. Wem die Frucht roh zu sauer ist, kann sie als Beilage für diverse Gerichte wie zum Beispiel Obstsalat verwenden. Ähnlich wie viele andere Zitrusfrüchte haben auch Grapefruits nur wenige Kalorien. 100 Gramm enthalten durchschnittlich zwischen 38 und 50 Kalorien. Damit ist die Grapefruit eine der gesündesten Früchte überhaupt.
    KräuterZusammen mit Salat sind Kräuter, insbesondere Schnittlauch, ein gesunder Snack für die Mittagspause. Meist enthalten sie größere Mengen an Vitamin A und C. Außerdem wirken sie bakterienhemmend, anregend auf Appetit und Verdauung und regulieren schonend erhöhten Blutdruck.
    KohlblätterEine wahre Vitaminbombe: Früher noch als Arme-Leute-Essen verschrien, ist Kohl heute der perfekte Manager-Snack. Besonders reich ist Kohl an Vitamin C. Und wem das Grünzeug roh nicht schmeckt – es gibt tolle Kohl-Smoothie-Rezepte.
    PetersilieLässt sich super zwischendurch knabbern, oder auch auf dem Brötchen. Macht nicht dick, stillt aber den kleinen Hunger, der uns im Büro so oft heimsucht. Auch in Salaten kommt Petersilie gut.

    Diesen Ernährungsratschlag halten Froböse und Ernährungsmediziner Klaus Winckler für veraltet. "Gerade Menschen, die abnehmen wollen, sollten nur drei Mahlzeiten, und zwar morgens, mittags und abends, zu sich nehmen", sagt Winckler. Die Zwischenmahlzeiten bringen den Körper nach Meinung der Experten aus seinem Biorhythmus, der Verdauungstrakt ist ständig in Aktion – die Angestellten nehmen möglicherweise mehr Kalorien zu sich als sie eigentlich wollen.

    Sich daran zu halten, kann aber ziemlich schwer sein, wenn die Kollegen mal wieder zum Imbiss um die Ecke gehen. "Wenn man sich über einen längeren Zeitraum qualitativ hochwertig ernährt, hat man irgendwann keine Lust mehr auf fettiges Essen wie Pommes und Currywurst", ist Froböse überzeugt. Schon ein Imbissbesuch pro Woche hält er für ungesund – einmal im Monat sei er noch vertretbar. "Der Angestellte sollte versuchen, seine Kollegen davon zu überzeugen, mit ihm etwas Gesundes zu essen."

    Ein weiterer Kalorienlieferant sind Getränke: Viele ahnen gar nicht, welche verstecken Kalorien sie über Flüssigkeit zu sich nehmen. "Latte Macchiato ist wegen des hohen Milchanteils besonders kalorienreich", weiß Froböse. "Genauso scheinheilig kommt der Früchtetee mit seiner Fructose daher." Alternativen seien Kaffee ohne Milch und Zucker, Kräutertee und Wasser. "Gerne auch mit einem Spritzer Zitrone oder Kamille für den Geschmack", sagt Froböse.

    Beruf



    Diese Getränke können übrigens helfen, wenn sich der kleine Hunger wieder zu Wort meldet. "Wenn man Hunger verspürt, hilft es manchmal schon, einen Schluck Wasser zu trinken", sagt Froböse. Der Magen hat etwas zu tun, fürs Erste fühlt man sich gesättigt.

    Wenn die Konzentration trotzdem fern bleibt, empfiehlt Ernährungsmediziner Winckler Entspannungstechniken und autogenes Training am Arbeitsplatz. Froböse geht noch einen Schritt weiter. Der Arbeitnehmer soll die Situation verlassen – und damit ist auch der unmittelbare Arbeitsplatz gemeint. Stichwort: Bewegung. "Laufen Sie am besten mehrere Etagen im Treppenhaus hoch und runter." So baut der Körper aktiv Stress ab. Er setzt Glückshormone frei und die Zellen werden mit neuem Sauerstoff versorgt, sodass er sich besser konzentrieren kann. Ganz ohne Schokolade.

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