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Süßigkeiten am Arbeitsplatz Wenn der kleine Hunger kommt

Jeder Zehnte nascht während der Arbeit Schokolade. Dabei hilft die süße Kalorienbombe nur kurzfristig gegen Stress. Wie Sie das Verlangen nach Süßem austricksen und dem Gruppen-Naschzwang widerstehen.

Wir essen zu viel Süßigkeiten am Arbeitsplatz. Quelle: Getty Images

Deutschland nascht: Der Stresspegel steigt und prompt meldet sich der kleine Hunger: "Schokolade! Jetzt! Sofort!" Widerspruch zwecklos. Also: Süßigkeiten-Schublade auf – und Schokoriegel raus. Schon ist der Körper wieder voller Energie – und die Arbeit kann weitergehen. Zumindest für die nächsten 20 bis 30 Minuten. Dann ertönt die Stimme des kleinen Hungers erneut. Erst leise, dann fordernder. "Schokolade! Jetzt! Sofort!" Widerspruch zwecklos.

Diesen Kampf mit dem inneren Schweinehund führt laut einer Befragung der Techniker-Krankenkasse jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland regelmäßig – und verliert. Besonders beliebt: Schokolade und andere Schokoprodukte sowie Snacks. Vor allem junge Angestellte können den Kalorienbomben nur schwer widerstehen. Unter den 18- bis 25-Jährigen sind es laut Umfrage doppelt so viele, die regelmäßig während der Arbeitszeit Schokoladenriegel futtern.

Schnell geht der Kalorienüberblick verloren

Für das undisziplinierte und unkontrollierte Essverhalten am Arbeitsplatz gibt es laut Experten verschiedene Gründe: Viele Angestellte sind so gestresst, dass sie einfach keine Zeit haben, eine Mittagspause einzulegen, sie essen nebenbei am Schreibtisch. Dabei verlieren sie schnell den Überblick darüber, was sie alles in sich hineinstopfen: ein Brötchen hier, ein Plätzchen da, noch ein Stückchen Schokolade und ein Tässchen Cappuccino.

Wieviel Zucker steckt in...

Zu den kalorienreichen Kleinigkeiten für Zwischendurch kommt hinzu, dass viele Arbeitnehmer in der Mittagspause auf fettiges Essen zurückgreifen. Dr. Wolz, ein Hersteller von Ernährungspräparaten, hat kürzlich 220 Manager nach den Essgewohnheiten ihrer Mitarbeiter gefragt und kommt zu dem Ergebnis: In sieben von zehn Unternehmen essen die Angestellten regelmäßig in ihrer Mittagspause kalorienreiches Fast Food, 60 Prozent essen am Arbeitsplatz.

Die Hitliste der Mittagsgerichte: "Platz eins geht an die Currywurst, gefolgt von Spaghetti Bolognese und frittiertem Seelachs", sagt Wissenschaftler Ingo Froböse, der mit Fernsehkoch Helmut Gote kürzlich das Buch "Ran an den Speck" veröffentlicht hat, das die bewusste Ernährung im Alltag thematisiert.

Was deutsche Berufstätige am liebsten essen
Mittagspause Quelle: dpa/dpaweb
Kantine Quelle: dpa
Currywurst Pommes Quelle: dpa
Pasta Quelle: AP
Obst und Gemüse Quelle: Fotolia
Eine andere vegetarische Variante ist der Salat. Ihn essen acht Prozent regelmäßig. Quelle: Fotolia
Süßigkeiten Quelle: Fotolia

Neben dem Zeitdruck verleitet die Gruppendynamik zum Naschen. Wenn Kollegen Schokolade, Plätzchen und Co. für die Allgemeinheit im Büro zur Verfügung stellen und die süße Versuchung permanent im Blickfeld ist, dann fällt es vielen schwer, zu widerstehen.  Doch so verlockend Süßigkeiten am Arbeitsplatz auch sein können – Froböse rät davon dringend ab. "Arbeitnehmer sollten die Finger von allen Süßigkeiten lassen. Sie sind pures Gift für den Körper."

Schokolade pusht den Körper nur kurze Zeit

Schokolade liefert zwar Energie. Die ist aber nur von kurzer Dauer. Der Körper hat abwechselnd Leistungshochs- und tiefs, die 70 bis 80 Minuten anhalten. "In den Hochleistungsphasen am Arbeitsplatz sind wir vollkommen konzentriert", erklärt Froböse. In den Tiefphasen fällt es uns schwer, uns zu konzentrieren – und der Körper schüttet unter Leistungsdruck vermehrt Stresshormone aus.

Dann greifen Arbeitnehmer besonders häufig zu Schokolade und Co., um unbewusst an die Hochphase anzuknüpfen und sich wieder besser zu konzentrieren. Wegen ihres hohen Zuckeranteils und der vielen Kohlenhydrate sind Süßigkeiten wie Schokolade ein schneller Energielieferant.

Die beliebtesten Süßigkeiten der Deutschen

Die Konzentration des Blutzuckerspiegels steigt rasant, wodurch der Körper mehr Insulin produziert. Der Mensch fühlt sich fitter.

Lieber Nüsse statt Kekse

Das Insulin baut den Blutzucker schnell wieder ab und wandelt die Überschüsse des Blutzuckers in Fettgewebe um – und wir nehmen zu. "Nach 20 bis 30 Minuten ist der Blutzuckerspiegel wieder auf seinem normalen Niveau und wir werden müde", erklärt Froböse. Dann bekommen wir wieder Hunger. "Das Verlangen nach Süßigkeiten wird sogar noch schlimmer", warnt der Experte. Stattdessen rät er zu Obst, Gemüse oder Nüssen. "Nüsse sind ein guter Energielieferant, weil diese nachhaltigen Kohlenhydrate länger verdaut werden."

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