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Tatort Bürokühlschrank Auf einmal ist das Frühstück weg

Rund 20 Minuten Mittagspause gönnen sich Büroangestellte am Tag. Jeder Dritte isst direkt am Schreibtisch. Problematisch wird das, wenn Kollegen die mitgebrachten Stullen geklaut haben. Das kommt ziemlich häufig vor.

Was deutsche Berufstätige am liebsten essen
Mittagspause Quelle: dpa/dpaweb
Kantine Quelle: dpa
Currywurst Pommes Quelle: dpa
Pasta Quelle: AP
Obst und Gemüse Quelle: Fotolia
Eine andere vegetarische Variante ist der Salat. Ihn essen acht Prozent regelmäßig. Quelle: Fotolia
Süßigkeiten Quelle: Fotolia

Regelmäßig beschäftigen sich Fachzeitschriften, Kantinenbetreiber und Caterer mit dem Mittagspausenverhalten der deutschen Arbeitnehmer. Was essen sie, wo essen sie, mit wem und wie lange? Arbeitsrechtlich ist die Sache klar: Laut Paragraph 4 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) hat ein Recht auf 30 Minuten Pause, wer sechs bis neun Stunden am Tag arbeitet. Wer länger als neun Stunden im Betrieb ist, darf 45 Minuten pausieren. Tatsächlich nimmt sich der Durchschnittsangestellte aber nur 20 Minuten Zeit, um Kraft zu tanken, 29 Prozent essen direkt am Schreibtisch, um Zeit zu sparen, wie die Statistik zeigt.

Entsprechend sagten 23 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage "Beruf und Karriere 2015" der Creditplus Bank, dass es bei ihnen im Büro mittags nur ein belegtes Brötchen gibt. Man braucht wenig Zeit für die Zubereitung, beziehungsweise kann sie schon morgens auf dem Weg zur Arbeit fix und fertig kaufen, man kann sie schnell essen - und braucht kein Besteck. Es lässt sich also auch noch während dem Essen weiter arbeiten. Und immerhin sagen 23 Prozent der Deutschen, dass sie ihre Mittagspause mit Arbeiten verbringen. Würde der Arbeitgeber das von seinen Angestellten verlangen, wäre ein Bußgeld fällig,

So macht die Welt Pause


Und wer rausgeht, ernährt sich in der Regel mit fetthaltigem, ballaststoffarmem und kalorienreichem Fast Food. Zwei Drittel mampfen mittags das Zeug vom Imbiss um die Ecke oder Süßes vom Bäcker. Das hat das private Marktforschungsinstitut Innofact einmal in einer Umfrage unter mehr als 1500 Beschäftigten ermittelt.

Fünfzehn Dinge, die Sie in der Mittagspause tun sollten
Machen Sie etwas völlig anderes! Die Arbeitspsychologin Antje Müller rät: „Sie sollten in Ihrer Pause auf keinen Fall dasselbe oder etwas Ähnliches machen wie bei der Arbeit.“ Konkret bedeutet das: Sitzen Sie den ganzen Tag, stehen Sie auf. Gucken Sie den ganzen Tag auf einen Bildschirm, gönnen Sie ihren Augen Erholung. Telefonieren Sie viel, legen Sie das Telefon weg. Sind Sie den ganzen Tag unterwegs, hetzen Sie sich nicht auch noch in der Mittagspause. Sitzen Sie den ganzen Tag im Auto, verlassen Sie das Auto. Quelle: dpa
Ein Kalender Quelle: Reinhold Foeger - Fotolia
Ein Schreibtisch und Uhr an der Wand Quelle: Peter Atkins - Fotolia.com
Salat Quelle: Tomboy2290 - Fotolia
Pommes Quelle: Ralf Dornheim - Fotolia
Leute unterhalten sich beim Essen Quelle: CandyBox Images 2012
Bewegen Sie sich! Sie sollten 30 Prozent der Mittagspause mit Bewegung zu verbringen. „Kaufen Sie sich ein Springseil oder gehen Sie eine Runde walken“, rät Antje Müller. Manche Fitness-Studios oder Yoga-Schulen bieten ein speziell auf die Mittagspause zugeschnittenes Trainingsprogram an. Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com

Das Gemeine: Selbst wenn sich Angestellte vorgenommen haben, sich in der Pause in der Büroküche etwas Gesundes zuzubereiten und das Ganze im Park zu essen, wird daraus oft nichts. Denn die anderen Kollegen bedienen sich häufig an Lebensmitteln, die ihnen nicht gehören, wie eine Umfrage der Jobsuchmaschine Monster zeigt. Demnach haben 28 Prozent der Befragten schon einmal Mahlzeiten der Kollegen aus dem Bürokühlschrank stibitzt.

In Arbeit
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16 Prozent sagten, dass sie schon mit knurrendem Magen vor dem Kühlschrank standen - und die Stulle waren weg. Reagiert wird in solchen Fällen nach dem Motto Joghurt um Joghurt, Salat um Salat: Fast jeder zehnte Befragte, dessen Mittagessen geklaut wurde, hat sich daraufhin am Essen der Kollegen bedient.

"Das Mopsen von Snacks der Kollegen, ob bewusst oder unbewusst, kann unangenehme Situationen erzeugen und sogar dem Büroklima schaden", sagt Bernd Kraft von Monster. Damit das eigene Essen im Kühlschrank bleibt, rät er dazu, die Lebensmittel zu beschriften. Dann kann zumindest niemand versehentlich den Joghurt eines anderen nehmen.

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