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ThemenWoche Live-Talk Arbeitsrecht: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Rechtsanwältin Aziza Yakhloufi von der Kanzlei Rödl & Partner war zu Gast beim ThemenWoche Live-Talk. Hier finden Sie die wichtigsten Antworten aus dem Gespräch rund ums Thema Arbeitsrecht.

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Krankheiten sind kein Kündigungsgrund
Wer zu oft krank ist, fliegt Quelle: dpa
Chronisch Kranke genießen keinen besonderen KündigungsschutzDass ein Krankenschein vor Kündigung schützt, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Tatsächlich ist eine Kündigung jederzeit möglich, allerdings nur unter Berücksichtigung der Kündigungsfrist und eines etwaigen Kündigungsverbots, wie es für Schwangere und Betriebsratsmitglieder gilt. Sogar eine Kündigung aufgrund einer langwierigen Krankheit ist möglich, sofern der Arbeitgeber damit rechnen kann, dass der Arbeitnehmer in den kommenden Jahren jeweils länger als sechs Wochen ausfällt und dem Unternehmen durch die Lohnfortzahlung somit hohe Kosten aufbürdet. Quelle: Fotolia
Auch Probe arbeiten ist versichertWer in einem Betrieb ein paar Tage zur Probe arbeitet, sollte gut auf sich aufpassen. Bei diesem Schnupperpraktikum greift der Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung nämlich nicht. Damit die Versicherung zahlt, muss jemand ein in den Betrieb integrierter Arbeitnehmer sein. Und das sind Probearbeiter nun einmal nicht. Dafür hat der mögliche zukünftige Chef aber auch keine Weisungsbefugnis und der Probearbeiter muss nicht arbeiten. Beim Probe arbeiten geht es mehr darum, sich den Betrieb einen Tag lang von innen anzuschauen. Quelle: dpa
Mein Bonus gehört mirUnter bestimmten Voraussetzungen kann der Vorgesetzte einen bereits ausgezahlten Bonus auch wieder zurückverlangen. Das ist beispielsweise möglich, wenn ein Mitarbeiter kurz nach der Bonuszahlung kündigt oder ihm verhaltensbedingt gekündigt wird, wie der Arbeitsrechtexperte Ulf Weigelt erklärt. Das gilt für Boni von mehr als 100 Euro. Kleinere Beträge kann der Arbeitnehmer in der Regel behalten. Wenn der Chef den Bonus zurückfordert, lohnt sich jedoch für den Arbeitnehmer einen Blick in die Bonusvereinbarung, die Betriebsvereinbarung oder den Tarif- beziehungsweise Arbeitsvertrag. Gibt es dort keine Rückzahlungsklausel, fehlt dem Vorgesetzten die rechtliche Grundlage und das Geld bleibt beim Arbeitnehmer. Quelle: Fotolia
Kündigungen sind auch ohne drei Abmahnungen im Vorfeld möglichIm Fall einer schweren Pflichtverletzung kann dem Arbeitnehmer auch ohne vorangegangene Abmahnung gekündigt werden, etwa weil er Büromaterial klaut oder die Portokasse leert. Voraussetzung ist ein gravierender Verstoß des Mitarbeiters. Mehr über Abmahnungen erfahren Sie übrigens hier. Quelle: Fotolia
Mündliche Kündigungen sind unwirksamEine Kündigung bedarf immer der Schriftform, der Gesetzgeber kennt da keine Ausnahmen. Auch im Fall einer regulären Kündigung muss der Arbeitgeber seinen Schritt nicht im Kündigungsschreiben begründen. Wer also „Sie sind entlassen!“ von seinem Chef hört, kann abwarten, bis die nachweisbare Zustellung des Kündigungsschreibens erfolgt ist. Außerdem muss eine Kündigung handschriftlich unterschrieben sein. Eine SMS oder E-Mail genügt nicht. Quelle: Fotolia
Mündliche Arbeitsplatzzusagen sind wirksamEine Anstellung erfordert anders als die Kündigung keine Schriftform – auch wenn dies üblich und meist vom Arbeitgeber selbst gewünscht ist. Arbeitsverträge können laut Bürgerlichem Gesetzbuch auch formfrei erfolgen. Allerdings müssen befristete Anstellungsverträge schriftlich erfolgen, sonst ist die Befristung unwirksam. Quelle: Fotolia

1.       Aus welchen Gründen kann mir mein Arbeitgeber kündigen?

Aziza Yakhloufi: Da muss man unterscheiden. Haben wir einen Betrieb mit unter zehn Mitarbeitern braucht der Arbeitgeber keinen Kündigungsgrund. Bei Betrieben über zehn Mitarbeitern schon. Es gibt drei verschiedene Kündigungsgründe: personenbedingte, verhaltensbedingte und betriebsbedingte. Einer verhaltensbedingten Kündigung muss meist eine Abmahnung vorangehen, sonst hat der Arbeitnehmer vor Gericht gute Chancen gegen seine Entlassung vorzugehen.

2.       Wann kann ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter abmahnen?

Aziza Yakhloufi: Die Gründe für die Abmahnung müssen auf jeden Fall im Verhalten des Arbeitnehmers liegen. Ein Grund, den die Arbeitgeber gerne anführen, ist Verschlafen oder Zuspätkommen. Hierbei ist eine Abmahnung nur in bestimmten Fällen gerechtfertigt.

Zum Beispiel, wenn jemand regelmäßig zu spät kommt. Andere Sachverhalte sind klarer. Mit einer Abmahnung oder gar mit einer fristlosen Kündigung muss der Arbeitnehmer rechnen, wenn er Kollegen oder Vorgesetzte schwer beleidigt. Ein weiterer Abmahnungsgrund ist Alkoholkonsum am Arbeitsplatz.

3.       Was sind Aufhebungsverträge und warum werden sie angeboten?

Aziza Yakhloufi: Die Zahl der Arbeitsverträge, die durch einen Aufhebungsvertrag beendet werden, steigt in Deutschland. Diese Verträge haben zur Folge, dass ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter nicht kündigen muss, sondern sich beide Seiten darauf einigen das Arbeitsverhältnis zu beenden. Der Vorteil des Arbeitgebers liegt darin, dass er eine Kündigung, die im schlimmsten Fall unwirksam ist,  gar nicht aussprechen muss. In der Regel wird dem Arbeitnehmer eine Abfindung gezahlt. Dennoch hat dieser dadurch auch Nachteile. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erhält er eine Sperre beim Arbeitslosengeld. Deshalb raten viele Arbeitnehmervertreter von Aufhebungsvereinbarungen ab.

Über maximale Arbeitszeiten, Überstunden und Erreichbarkeit im Urlaub

Was der Chef alles wissen darf - und was nicht
Arbeitnehmer dürfen im Einstellungsgespräch lügen. Das bestätigte das Bundesarbeitsgericht 2012 in einem Urteil (BAG 6 AZR 339/11). Ein Lehrer hatte auf die Frage, ob gegen ihn ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren laufe, eine falsche Antwort gegeben. Als sich herausstellte, das gegen den Seiteneinsteiger ein Verfahren lief, kündigte der Arbeitgeber. Das sei nicht rechtmäßig, erklärten die Richter in der letzten Instanz. Nicht die einzige Frage, die Chefs nicht stellen dürfen... Quelle: dpa
Wenn sich der Vorgesetzte für den Mitarbeiter interessiert, ist das nicht immer in seinem Interesse. Wer beim Chef als krank, unflexibel oder finanziell angeschlagen gilt, muss mit schlechteren Karrierechancen rechnen. „Es kommt immer wieder zu Missverständnissen, was der Arbeitgeber von seinem Mitarbeiter wissen darf und was nicht“, sagt Marc Spielberger, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Beiten Burkhardt. Quelle: dpa
Der Chef darf sowohl bei der Einstellung als auch während des Arbeitsverhältnisses Fragen stellen. Unzulässige Fragen dürfen Mitarbeiter allerdings falsch beantworten – es drohen keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen. Bei legitimen Fragen muss der Angestellte allerdings wahrheitsgemäß antworten. Sonst riskiert der Mitarbeiter eine fristlose Kündigung oder Rückabwicklung des Arbeitsvertrages mit möglichen Schadenersatzansprüchen. Auf den folgenden Seiten erklärt Handelsblatt Online, welche Fragen zulässig sind – und welche nicht. Quelle: dpa
AusbildungDie Übersicht startet mit zulässigen Fragen. Dazu zählt etwa Angaben zu Ausbildung, Qualifikation und dem beruflichen Werdegang. „Der Arbeitgeber darf auch ins Detail gehen und nach Ausbildungs- und Weiterbildungszeiten fragen“, sagt Spielberger. Selbst die Frage nach Vorbeschäftigungszeiten beim eigenen Unternehmen ist legitim, wenn der Mitarbeiter ein befristetes Arbeitsverhältnis abschließen möchte. Wer bei diesem Fragen falsche Angaben macht, riskiert eine außerordentliche Kündigung. Quelle: dpa
FlexibilitätIm Interesse des Arbeitgebers steht auch die Frage nach der Einsetzbarkeit des Mitarbeiters. Der Vorgesetzte darf etwa zur Bereitschaft zur Versetzung an andere Standorte oder Bereiche. Der Chef darf auch Fragen, ob der Mitarbeiter für Schichtdienste zu Verfügung steht. Quelle: AP
SpracheAuch nach Fremdsprachenkenntnisse und der Beherrschung der Muttersprache darf der Arbeitgeber fragen. „Aber nur wenn sie für die tatsächlicher Aufgabe des Mitarbeiters von Belang sind“, sagt Spielberger. Der Arbeitgeber darf zusätzlich nach Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis oder Staatsangehörigkeit fragen, etwa wenn der Mitarbeiter ins Ausland entsendet werden soll. Quelle: dpa
ZweitjobsEbenfalls erlaubt sind Fragen nach Nebenjobs, wenn sie den Job behindern könnten. Das gilt auch für bestehende Wettbewerbsverbote, etwa aus dem alten Job. Quelle: dpa

4.       Gibt es bei der wöchentlichen Arbeitszeit eine gesetzliche Höchstgrenze?

Aziza Yakhloufi: Ja, eine solche Grenze gibt es. Bei einer Fünftagewoche liegt diese bei 40 Stunden pro Woche.

5.       Habe ich bei regelmäßigen Überstunden einen Anspruch auf zusätzliches Geld?

Aziza Yakhloufi: Das kommt zunächst auf den Arbeitsvertrag an. In den meisten Verträgen ist eine exakte Überstundenregelung festgehalten. Es geht nicht im Arbeitsvertrag einfach zu schreiben: „Mit Zahlung des Entgeltes sind alle Überstunden abgegolten.“ Sprich es gibt keine Zusatzzahlungen. Diese Klausel ist unwirksam.

Was Arbeitnehmer dürfen - und was nicht
Steuerhinterziehung kann den Job kostenWer bewusst Steuern hinterzieht, kann seinen Job verlieren. Eine Kündigung ist auch ohne vorherige Abmahnung selbst dann rechtens, wenn der Vorgesetzte von der Steuerhinterziehung weiß oder ihr sogar zugestimmt hat. Das geht aus einem vom Landesarbeitsgericht Kiel veröffentlichten Urteil hervor (ArbG Kiel, Urteil vom 7. Januar 2014 - 2 Ca 1793 a/13). Das Urteil ist nicht rechtskräftig. In dem zugrundeliegenden Fall ging es um eine Reinigungskraft, die eine Kündigung bekam, als der Geschäftsführer erfuhr, dass sie Arbeitsstunden auch über zwei auf 400-Euro-Basis beschäftigte Mitarbeiterinnen abgerechnet hatte. Zu Recht, entschieden die Juristen. Die Frau habe mit ihrem Verhalten in erster Linie sich selbst begünstigt. Sie habe nicht ernsthaft glauben können, dass die vom Betriebsleiter gut geheißene Praxis von der auswärtigen Geschäftsführung gebilligt werden würde. Die Schwere der Verfehlung und die Vorbildfunktion der Klägerin würden trotz langjähriger Betriebszugehörigkeit, Schwerbehinderung und sonst beanstandungsfreier Tätigkeit überwiegen. Quelle: dapd
VorstellungsgesprächWer krankgeschrieben ist, darf trotzdem ein Vorstellungsgespräch bei einem anderen Unternehmen wahrnehmen. Das gilt zumindest, wenn das Gespräch die Genesung nicht gefährdet. Eine gebrochene Hand oder ähnliches ist demnach kein Hinderungsgrund. So entschied jedenfalls das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern (Az.: 5 Sa 106/12), nachdem ein Mitarbeiter gekündigt wurde, weil er trotz Krankschreibung einen Vorstellungstermin wahrgenommen hatte. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
KrankmeldungIst ein Arbeitnehmer krank, kann er zuhause bleiben und erhält trotzdem seinen Lohn. Allerdings muss er den Arbeitsgeber umgehend über den krankheitsbedingten Ausfall informieren, das heißt vor dem regulären Arbeitsbeginn am ersten Tag. Hier ist ein Anruf beim Chef ausreichend. Erst wenn die Erkrankung länger als drei Tage dauert, muss dem Arbeitgeber am vierten Tag ein ärztliches Attest vorliegen – der sogenannte „gelbe Schein“. Im Gesetz ist nämlich von "spätestens am vierten Tag" die Rede. Verlangen darf der Arbeitgeber das Attest dennoch schon früher. Beschäftigte müssen auf Verlangen ihres Arbeitgebers schon am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Das entschied jetzt das Bundesarbeitsgericht in Erfurt. Die Arbeitgeber müssen demnach auch nicht begründen, warum sie bereits so früh einen Krankenschein vorgelegt bekommen wollen. Vielmehr liege es in ihrem Ermessen, dies auch ohne objektiven Anlass von ihren Mitarbeitern zu verlangen, entschieden die obersten deutschen Arbeitsrichter. Was aber viele Beschäftigte nicht wissen: Der erkrankte Arbeitnehmer ist nicht verpflichtet, zuhause zu bleiben, geschweige denn das Bett zu hüten. Er darf durchaus während der Krankheit etwas unternehmen, sofern dadurch die möglichst rasche Genesung nicht gefährdet und der ärztliche Rat befolgt wird. Mit einem gebrochenen Bein spricht somit nichts gegen einen Kinobesuch, auch Einkaufen ist okay, wenn sich sonst niemand dafür findet. Quelle: Fotolia
Ein Schild mit der Aufschrift "You play we pay" vor der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) auf dem Gelände des Protest-Camps. Quelle: dpa
Eine Weihnachtsmann-Figur steht inmitten verschiedener Euro-Banknoten Quelle: dpa
Hennen in einer Legebatterie Quelle: AP
Garderobe und SchmuckGrundsätzlich haben Arbeitnehmer das Recht, über ihre Kleidung, Frisur und Schmuck nach eigenem Gusto zu entscheiden. Dies gilt auch für das Tragen von Buttons, Abzeichen oder bedruckte T-Shirts – sofern sie nicht den Betriebsfrieden stören (siehe Bild 2 zur Meinungsäußerung). Allerdings gibt es viele Ausnahmen, etwa bei notwendiger Schutzkleidung oder bei zahlreichen Berufen, die eine Dienstbekleidung erfordern, etwa für Hotelbedienstete oder Stewardessen. Dann ist der Arbeitnehmer zum Tragen der Dienstbekleidung verpflichtet, sofern sie nicht seine Würde verletzt. Die subjektive Meinung des Arbeitgebers ist aber ebenso wenig ausschlaggebend wie die Kritik einzelner Kunden. Im Zweifel müssen Betriebsvereinbarungen die Kleiderordnung regeln. Quelle: dpa

Dem Arbeitnehmer muss nämlich klar sein, wie viele Überstunden er ohne Mehrzahlung ableisten muss und ab wann er einen Bonus bekommt. In der Regel gibt es keine zusätzliche Vergütung, solange die Überstunden die Monatsstundenzahl nicht um mehr als 10 Prozent übersteigen. Bei leitenden Angestellten sieht das etwas anders aus. Von ihnen werden in der Regel unentgeltliche Überstunden verlangt.

6.       Muss mir mein Arbeitgeber für bestimmte Anlässe freigeben?

Aziza Yakhloufi: Generell dürfen Sie der Arbeit nur fernbleiben, wenn Sie krank sind oder Urlaub haben. Es gibt aber Sonderfälle: Wenn Ihr Kind schwer krank ist, wenn ein Angehöriger gestorben ist oder Sie heiraten.

7.       Muss ich im Urlaub für meinen Chef erreichbar sein?

Aziza Yakhloufi: Nein, das müssen Sie nicht. Denn der Urlaub dient der Erholung des Arbeitnehmers – auch wenn sich dieses permanente Abrufen von E-Mails und die ständige Erreichbarkeit via Handy mittlerweile schon in unseren Alltag eingeschlichen hat.

Über Arbeitsvertragsverlängerungen, freie Mitarbeit und Bewerbungsgespräche

Das sind die größten Job-Mythen
Ohne Vitamin B geht es einfach nichtBereits vor einigen Jahren stellte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung fest, dass etwa 40 Prozent der offenen Stellen über Beziehungen vergeben werden. Gerade für Berufseinsteiger wirkt das abschreckend, haben doch Hochschulabgänger und frisch gebackene Gesellen in diesem Bereich Nachholbedarf. Doch sie müssen sich keine Sorgen machen - wenn sie genau schauen, wo die anderen Stellen angeboten werden: auf Jobmessen, Ausschreibungen und über Personaldienstleister. Bedeutet also für den Anfänger: Messen abklappern, Lebensläufe an die richtigen Headhunter schicken und fleißig die Stellenanzeigen in Zeitungen und einschlägigen Magazinen nach dem Traumjob durchforsten. Quelle: dapd
Ohne Weiterbildung gibt es keine BeförderungWichtig ist es, die richtigen Weiterbildungen zu machen. Also die Kurse und Workshops zu belegen, die man auch tatsächlich im Berufsalltag einsetzen kann. Außerdem sollte man sich vor Antritt des Kurses sicher sein, dass ein angestrebter Karriereschritt auch mit dem Kompetenzzuwachs verbunden ist. Alles andere ist Zeit- und Geldverschwendung. Und fördert nicht der Karriere. Quelle: Fotolia
Stress bei der Arbeit ist negativNeben dem Stress, der durch Überstunden und ständiger Spannung erzeugt wird, gibt es auch positiven Stress. Es ist der Stress, der einen fordert, die eigne Komfortzone zu verlassen und bei der Bewältigung der Aufgaben stets dazu anspornt, neue Grenzen zu überschreiten. Ein motivierender Stress also. Quelle: Fotolia
Arbeit ist nicht zur Selbstverwirklichung daVöllig falsch. Wer die Arbeit nur wegen des Gehaltschecks macht, der wird langfristig nicht glücklich - sondern unzufrieden, unmotiviert und unproduktiv. Umgekehrt gilt: Mache nie dein Hobby zum Beruf. Der Grund liegt auf der Hand: Betreibt man das Hobby aus einer inneren Motivation (Neugier, Spaß, Glück) heraus, ist man im Beruf vor allem auf die Belohnung (= Gehalt) fixiert. Verliert man dann den Job, fällt man in ein Loch - beides ist nicht dann nämlich nicht mehr da: Motivation und Belohnung. Quelle: Fotolia
Leistung ist das A und OWer sich bei der Arbeit verausgabt und ständig Überstunden macht, wird nicht zwingend zum Kandidaten für die nächste Beförderung. Nur verbissen seinen Aufgaben nachzugehen kann dazu führen, dass man den Blick für die soziale Komponente verliert. Am Feierabend mit Kollegen ein Bier zu trinken, ist oft genauso wichtig, wie die Arbeit ordentlich zu verrichten. Außerdem haben mehrere Studien bewiesen, dass geselliges Beisammensein der Karriere sehr gut tun kann. Quelle: Fotolia
Ein gutes Zeugnis ist der Garant für den ErfolgSicher, ein Einser-Zeugnis ist für alle, die Stipendien abgreifen wollen und an der Uni bleiben, einfach unerlässlich. Auch bei vielen anderen Berufe vereinfachen gute Noten den Einstieg im Unternehmen. Danach stehen alle Uhren aber wieder auf Null. Wer in einem Unternehmen Fuß fassen möchte und nur seine guten Noten baut, kann schnell ein Debakel erleben. Die reine Fokussierung auf vergangene Leistung kann davon ablenken, dass der Charakter auch richtig geformt werden muss. Social-Skills und Empathie haben so manchen schlechten Schulabgänger bei der Karriere weitergebracht. Sich die Fähigkeiten der besten Mitarbeiter abzuschauen, ist auch nicht ohne Weiteres möglich. Einfühlvermögen und Koordination mit anderen Kollegen ist aber für den eigenen Aufstieg oft wichtiger, als eine Eins mit Sternchen in Latein oder Mathematik. Quelle: Fotolia
Lücken im Lebenslauf sind tödlich Was bei der Nutzung der U-Bahn richtig ist, nämlich "Mind the Gap" (Vorsicht bei der Lücke zwischen Bahnsteig und Bahn), ist nicht unbedingt richtig beim Lebenslauf. Wichtig ist, dass man die paar Monate oder das Jahr Auszeit richtig begründen kann. Hat man im Sabbatical eine neue Sprache gelernt? War man auf Reisen und hat neue Kulturen kennen gelernt? Oder hat man auf einem Bio-Bauernhof mal so richtig mitangepackt und körperlich gearbeitet? Das sind alles Motive, hinter denen sich niemand verstecken muss. Arbeitgeber schauen zudem eher auf die Fähigkeiten, die Referenzen und die Erfahrung, die man bei der vergangenen Stelle entwickelt und vertieft hat.

8.       Wie oft dürfen befristete Arbeitsverträge verlängert werden?

Aziza Yakhloufi: Es kommt darauf an, ob der Vertrag mit oder ohne Sachgrund befristet ist. Das bedeutet, wenn jemand zum Beispiel eine Elternzeitvertretung übernimmt und danach eine Frau vertritt, die in Mutterschutz geht oder ähnliches, liegt ein Sachgrund vor. Dann können die Verträge immer wieder befristet ausgesprochen werden. Gibt es für die Befristung keinen Sachgrund, kann der Arbeitgeber den Vertrag maximal dreimal verlängern. Die gesamte Beschäftigungszeit darf zwei Jahre aber nicht überschreiten.

Der Knigge fürs Großraumbüro
"Fenster zu!" Dem einen ist es zu kalt und zugig, dem anderen zu warm und stickig. Einer der Hauptstreitpunkte in Großraumbüros ist die Raumtemperatur. Das bestätigte auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Gut ein Viertel der Befragten gab an, dass es um die Temperatur im Büro immer wieder Diskussionen gibt. Da hilft nur, Frostbeulen und Kollegen mit Dauerhitzewallungen in getrennten Räumen unterzubringen. Quelle: dpa
Ein Mann und eine Frau reden in einem Büro Quelle: Rofeld Hempelmann
Meeting Quelle: Kzenon-Fotolia.com
Eine Frau telefoniert Quelle: Hanik - Fotolia.com
Ein Mann mit zugeklebtem Mund Quelle: Mirko Raatz - Fotolia
Eine Frau schreit aus einem Computer heraus Quelle: SnappyStock
Mann an einem Kopierer Quelle: Arne Pastoor - Fotolia

9.       Worauf muss ich achten, wenn ich als freier Mitarbeiter tätig bin?

Aziza Yakhloufi: Das Problem in der Praxis nennt sich schlicht Scheinselbstständigkeit. Wenn ein freier Mitarbeiter von montags bis freitags jeweils von acht bis 18 Uhr in einem Unternehmen arbeitet, einen festen Arbeitsplatz hat, regelmäßig an Meetings teilnimmt und im Grunde auch weisungsgebunden ist, dann kann man nicht mehr von einer freien Mitarbeit sprechen, sondern von einem Arbeitsverhältnis.

Dann liegt Scheinselbstständigkeit vor. Und wenn es dann zu einer Betriebsprüfung kommt, muss der Arbeitgeber alle Sozialbeiträge nachbezahlen. Der freie Mitarbeiter könnte Probleme mit dem Finanzamt bekommen.

In Arbeit
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10.   Welche Fragen dürfen beim Bewerbungsgespräch nicht gestellt werden?

Aziza Yakhloufi: Der Arbeitgeber darf zum Beispiel nicht nach der Religionszugehörigkeit, nach einer möglichen Schwangerschaft oder nach dem Gehalt beim letzten Arbeitgeber fragen. Außerdem hat der Bewerber in solchen Fällen auch „das Recht zur Lüge“. Fragt der Personaler im Vorstellungsgespräch also beispielsweise nach der Schwangerschaft und die Bewerberin erwartet wirklich ein Kind, kann sie sich nicht nur weigern die Frage zu beantworten, sondern auch das Gegenteil behaupten.   

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