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Tipps für Bewerbung und Karriere So setzen Sie sich gegen Selbstdarsteller durch

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Höheres Streben nach Sicherheit

Dafür haben sie andere Vorzüge, weiß auch der Managementprofessor Adam Grant von der Wharton School der Universität in Pennsylvania. Vor allem trieben sie jene Mitarbeiter zu Spitzenleistungen, die gerne Eigeninitiative ergreifen. Grants Erklärung: Die Neigung zum Zuhören und das mangelnde Interesse an sozialer Dominanz führen dazu, dass introvertierte Führungskräfte die Vorschläge ihrer Mitarbeiter eher wahrnehmen und umsetzen.

Zudem wird Introvertierten ein erhöhtes Streben nach Sicherheit nachgesagt. Schon 2005 untersuchten britische Forscher den Zusammenhang zwischen Risikobereitschaft und den fünf Persönlichkeitsdimensionen. Extrovertierte nahmen in allen Bereichen – von Gesundheit über Karriere bis hin zu Investitionen – höhere Risiken auf sich. Sicher, eine gewisse Unsicherheit ist unabdingbar, wenn sich Branchen im Umbruch und neue Geschäftszweige im Aufbau befinden. In anderen Situationen kann sich Vorsicht auszahlen. Erst kürzlich veröffentlichte der Wissenschaftler Jacob Hirsh von der Universität Toronto eine Überblicksuntersuchung, die bestätigt, dass Extrovertierte deutlich weniger für die Rente zurücklegen als Introvertierte.

Bewerbungstipps für Schüchterne
Vorbereitung ist die halbe MieteSetzen Sie sich intensiv mit Ihrem eigenen Lebenslauf auseinander. Nichts ist peinlicher, als wenn man seinen eigenen Werdegang nicht wiedergeben kann. Versuchen Sie auch, sich für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, die jeweils wichtigsten Stationen Ihres Werdegangs klarzumachen und denken Sie darüber nach, wie sie Sie persönlich weitergebracht haben. Bereiten Sie sich also gut auf die ausgeschriebene Stelle vor und machen Sie sich mit den Anforderungen vertraut, die man dort an Sie stellen wird. So können Sie nicht so leicht überrascht werden und routiniert auf Fragen zu Kompetenzen antworten. Quelle: Fotolia
Perfektion gibt es nichtIntrovertierte Menschen sind oft extrem selbstkritisch und neigen zum Perfektionismus. Sie sollten sich klar machen, dass Ihre Ansprüche an sich selbst vermutlich viel höher sind, als die Anforderungen der Personaler. Sie erwarten keine Perfektion, keinen durchgestylten Lebenslauf, sondern wollen Sie persönlich und Ihre Fähigkeiten kennenlernen – und natürlich auch prüfen, ob Sie charakterlich ins Team passen. Eine eventuelle Absage hat also nichts mit „versagen“ zu tun – vielleicht wären Sie mit den potentiellen zukünftigen Kollegen auch überhaupt nicht klar gekommen. Quelle: Fotolia
Rollenspiele können helfen…Hier geht es nicht darum, sich in einen Elfen oder Zauberer zu verwandeln und mit Gummischwertern zu kämpfen – finden Sie sich in Ihre Rolle als Sie selbst ein. Üben Sie mit vertrauten Menschen, etwa dem Partner oder engen Freunden das Vorstellungsgespräch ein, bei denen es Ihnen nicht peinlich ist ins Stottern zu geraten, rot zu werden und so weiter. Es werden immer wieder ähnliche Fragen auftauchen und je vertrauter Sie damit sind, umso weniger unangenehm wird mit der Zeit auch die Situation. Quelle: Fotolia
…aber spielen Sie keine RolleWählen Sie Kleidung, in der Sie sich wohl fühlen und sich nicht verkleidet vorkommen. Wählen Sie Farben und Muster, bei denen man eventuelle Schweißausbrüche nicht sofort sieht. Stehen Sie auf jeden Fall zu Ihrer Schüchternheit und Nervosität. Authentisch herüberzukommen ist besser, als zu versuchen den Obercoolen zu spielen. Das wird Ihnen vermutlich in der Stress-Situation des Bewerbungsgesprächs sowieso nicht durchgehend gelingen – und erst recht nicht, falls so die Hürde übersprungen wird und man sich nun tagtäglich im Büro verstellen muss. Wenn Sie im Vorstellungsgespräch unehrlich sind und zum Beispiel vorgeben, total gerne Vorträge vor Gruppen zu halten, kann es zwar sein, dass genau das für die Stelle gesucht wird – aber dann müssen Sie diese Erwartungen auch im Alltag erfüllen können. So wird der Job schnell zum Albtraum.
Lassen Sie sich ZeitIm Vorstellungsgespräch kommt der Blackout – vor lauter Nervosität verlieren Sie den Faden. Nun bloß nicht in Panik verfallen. Nehmen Sie sich Zeit, sagen Sie ehrlich, dass Sie nervös sind und kurz nachdenken müssen. Das wird Ihnen jeder seriöse Personaler zugestehen – und wenn nicht, sind Sie sowieso an der falschen Adresse. Quelle: Fotolia
Eigenlob umgehenAnstatt darzustellen, wie toll Sie sind und sich dabei unwohl zu fühlen, umgehen Sie dies einfach, indem Sie vor allem über Ihre Erfolge und Erfahrungen berichten. Hier hilft es wieder, wenn man den eigenen Lebenslauf gut vor Augen hat und sich daran entlang hangeln kann. Sowas gibt Sicherheit, und reale Beispiele aus Ihrem Leben lassen sich leichter erzählen als dick aufgetragenes Eigenlob. Quelle: Fotolia
Einen „Spickzettel“ schreibenEin Trick um die flatternden Nerven zu beruhigen ist sich auf typische Fragen, die im Gespräch auftauchen können, vorzubereiten – und die Antworten aufzuschreiben. Vielen Menschen hilft es, so die Antworten zu verinnerlichen. Wiederholtes Lesen der Liste mit den eigenen Stärken verhilft zu einer positiven Einstellung. Auch Fragen, die man meist am Ende des Gesprächs stellen kann, kann man sich vorher aufschreiben. Nehmen Sie sich Ihren „Spicker“ mit. Wahrscheinlich müssen Sie ihn nicht einmal aufschlagen, allein die Sicherheit, dass Sie die Fragen und Antworten vor sich oder sicher in Ihrer Tasche wissen, beruhigt die Nerven. Quelle: Fotolia

Auch in ihrer Kommunikation unterschieden sich Intro- und Extrovertierte gravierend. Während die Forschen am liebsten direkt zum Hörer greifen oder im Büro des Kollegen vorbeischauen, setzen Introvertierte auf schriftlichen Austausch. Die E-Mail ist für sie ein Segen. „So können sie sich besser ausdrücken“, sagt Löhken. „Sie haben Zeit, um ihre Antwort zu formulieren, und müssen nicht spontan eine Lösung aufzeigen.“ Denn darin sind sie den großen Rednern hoffnungslos unterlegen.

Stärken liegen oft im Verborgenen

Doch ihre Kommunikation unterscheidet sich noch in einem zweiten Punkt, wie eine Studie der Freien Universität Amsterdam aus dem Jahr 2012 belegt. 40 Angestellte einer niederländischen Firma sollten darin fünf Bilder beschreiben und anschließend einen Persönlichkeitstest ausfüllen.

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    Das Ergebnis: Extrovertierte bleiben in ihrer Sprache vage und werten mehr. Introvertierte hingegen beschränken sich auf das, was sie wirklich sehen, und beschreiben dies konkret. Während ein Extrovertierter also etwa „schöne Bäume“ gesehen hätte, würde ein Introvertierter von „fünf Birken“ sprechen.

    Diese präzise und sachliche Sprache ist für Controller, Ingenieure oder Programmierer unerlässlich. Ein Verkäufer kann damit nichts anfangen – für ihn zählt die Emotion des Kunden.

    Wie so oft geht es also um die richtige Mischung, denn ein starkes Team setzt sich aus beiden Temperamenten zusammen – auch wenn die Stärken der Introvertierten häufig im Verborgenen liegen.

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