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TK-Studie Mehr als jeder Zweite geht zu früh in Rente

Jeder Siebte Arbeitnehmer gibt laut einer Studie der Techniker Krankenkasse seine Erwerbstätigkeit aufgrund von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder wegen einer Schwerbehinderung auf. Quelle: imago

In ihrer neuen Studie zeigt sich: Mehr als jeder Zweite verlässt vor dem offiziellen Renteneintrittsalter den Job. Vor allem Beschäftigte mit körperlich belastenden Berufen seien davon betroffen, warnen die Autoren.

Mehr als jeder zweite Erwerbstätige scheidet einer Studie der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Arbeitsleben aus. Jeder Siebte davon gibt seine Erwerbstätigkeit aufgrund von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit oder wegen einer Schwerbehinderung auf, wie aus dem am Mittwoch in Berlin vorgelegten TK-Gesundheitsreport hervorgeht. Ein weiteres Drittel der Berufstätigen, die früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden, hat zwar genug Berufsjahre zusammen, nimmt aber deutliche finanzielle Einbußen in Kauf, um früher in Rente zu gehen.

Besonders häufig seien Beschäftigte mit körperlich belastenden Berufen von einer Frühverrentung betroffen, erläuterte Thomas Grobe vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, das die TK-Daten ausgewertet hat. So sei das Risiko, berufs- oder erwerbsunfähig zu werden, im Bau- und Holzgewerbe 1,8-mal höher als in anderen Jobs. Das gelte auch für Verkehrs- und Lagerarbeiter (1,6-mal höheres Risiko) sowie für die Beschäftigten aus der Metallbranche mit einem fast 1,6-mal höheren Risiko. Die entsprechende Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen verzeichnet unter den Erwerbspersonen auch den höchsten Anteil an Arnzneiverordnungen.

TK-Chef Jens Baas sagte, die Zahlen müssten zu denken geben. „Es nützt nichts, das Renteneintrittsalter immer weiter hochzuschrauben, wenn schon heute nicht einmal jeder Zweite so lange arbeitet.“ Politik, Unternehmen und Krankenkassen seien gefragt, schnell dafür zu sorgen, dass die Menschen leistungsfähig blieben und bis zum Rentenbeginn arbeiten könnten. Für den Gesundheitsreport 2018 wurden die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet.

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