Urlaubsgeld-Anspruch: Grafiken zeigen, wer Urlaubsgeld bekommt – und wie viel
Viele Deutsche sehnen sich nach Urlaub. Laut einer aktuellen, weltweiten Befragung des Reisekonzerns Expedia leiden 70 Prozent der Berufstätigen im laufenden Jahr hierzulande unter Urlaubsmangel. Weltweit ist das Platz drei. Im Schnitt stehen den Deutschen demnach 28,5 Tage zur Verfügung.
Doch wer verreisen will, muss dieses Jahr tief ins Portemonnaie greifen. Gerade Pauschalreisen und Flugtickets haben bei den Preisen deutlich angezogen, im Schnitt wurde der Pauschalurlaub im Ausland um zehn Prozent teurer. Da hilft ein lukratives Benefit, das Unternehmen anbieten können: Urlaubsgeld. Doch nicht jeder bekommt es, zudem gibt es große Unterschiede selbst beim tariflich vereinbarten Urlaubsgeld.
Immerhin fast die Hälfte aller Tarifbeschäftigten in Deutschland erhält im Jahr 2023 Urlaubsgeld. Im Schnitt stockt das die Urlaubskasse nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 1602 Euro brutto auf, ein Plus von gut vier Prozent zum Vorjahr. Allerdings erhalten Tarifbeschäftigte in Westdeutschland deutlich mehr Urlaubsgeld als Beschäftigte in Ostdeutschland, im Schnitt sind es 479 Euro mehr.
Immerhin: Unternehmen werben in ihren Stellenausschreibungen immer häufiger mit Urlaubsgeld. Das zeigen exklusive Daten der Employer-Branding-Beratung Index. „Unternehmen, die ihren Angestellten Urlaubsgeld auszahlen und in ihren Jobangeboten am besten noch den konkreten Betrag nennen, verschaffen sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen personalsuchenden Firmen“, kommentiert Index-Marketingchef Philipp Diefenbach.
Im ersten Halbjahr 2023 erwähnten Arbeitgeber in etwa sieben Prozent der Stellenangebote Urlaubsgeld als Benefit.
Den Daten des Dienstleisters zufolge, der für die WirtschaftsWoche Anzeigendaten seiner Stellenmarkt-Datenbank ausgewertet hat, lassen sich nicht nur im Ost-West-Vergleich Unterschiede erkennen, sondern auch im Vergleich der Bundesländer.
Besonders häufig erwähnen Unternehmen in Bremen und Schleswig-Holstein in ihren ausgeschriebenen Positionen Urlaubsgeld als Benefit, selten ist es in Berlin der Fall.
Am häufigsten bekommen Fachkräfte im Gewerbe Urlaubsgeld – zumindest versprechen es Unternehmen es in ihren zu besetzenden Stellen oftmals. Praktikantinnen, Studierende und Schüler haben das Nachsehen.
Auch bei den Berufsgruppen gibt es deutliche Unterschiede. Wer in Bereichen wie Bauwesen und Handwerk, Einkauf und Materialwirtschaft oder Transport und Logistik tätig ist, hat bessere Karten, von Unternehmen Urlaubsgeld bezahlt zu bekommen. Zumindest erwähnen das die Stellen in diesen Bereichen am häufigsten als Benefit.
Übrigens: Sparen wollen die wenigsten beim Urlaub. Die Auswirkungen der Inflation wollen der Expedia-Umfrage zufolge Berufstätige eher abmildern, indem sie bei Lebensmitteln oder Restaurantbesuchen weniger Geld ausgeben.
Viele nutzen die Urlaubszeit auch für Verpflichtungen: Über zwei Drittel erledigen private Termine im Urlaub, über die Hälfte verwendete im Schnitt fast zwei Urlaubstage anstelle von Krankentagen.
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