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Vereinbarkeit von Familie und Beruf Familienfreundlichkeit ist gut angelegtes Geld

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Arbeitgeber fürchten hohe Kosten - Studie entkräftet diese Sorge

Denn wer Gleit- und Teilzeit anbietet, hat zumindest administrative Kosten in der Personalabteilung – irgendjemand muss ja den Überblick behalten. Wer Elternzeit anbietet, muss womöglich in der Zwischenzeit einen Ersatz suchen, einstellen und anlernen. Wer Kita-Plätze verspricht, muss sich um die Vermittlung kümmern. Innerbetriebliche Kindergärten verlangen nach Räumen, für das Home-Office braucht es Technik. Und die Führungskräfte müssen sich für individuelle Wünsche Zeit nehmen und mit mobil arbeitenden Beschäftigten anders kommunizieren.

Da stellt sich die Frage: Kostet das alles nur Geld – oder bringt das unter dem Strich auch was? Eine Antwort liefert eine bislang unveröffentlichte Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Die Beratung Roland Berger kooperierte dafür mit den Personalexperten Jutta Rump (Hochschule Ludwigshafen) und Helmut Schneider (Steinbeis School of Management and Innovation in Berlin). Zehn deutsche Unternehmen äußerten sich in ausführlichen Interviews zu ihren Vereinbarkeitsmaßnahmen und deren Kosten – und zwar solche Unternehmen, die sich durch vorbildliche Maßnahmen auszeichnen.

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Darunter waren neben Innotax etwa die Bitburger Braugruppe und der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim.

Doch es äußerten sich auch kleinere Mittelständler wie das IT-Beratungshaus Perbit Software. Die Auswahl trafen die Studienautoren bewusst. Denn viele Arbeitgeber sehen zwar die Notwendigkeit entsprechender Maßnahmen, befürchten aber zu hohe Kosten und zu wenig Nutzen. Um es vorwegzunehmen: Diese Sorge kann ihnen die Studie nehmen.

Familienfreundliche Unternehmen haben weniger Fehltage

Zunächst erstellten die Berater in einer Szenariorechnung die Kosten der entsprechenden Maßnahmen – also beispielsweise Betreuungs- und Beratungskosten wie Kita-Plätze oder Zuschüsse für eine Ferienbetreuung; Verwaltungs- und Abstimmungskosten für flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office-Angebote. Um die Aufwendungen in Zahlen zu fassen, fragten die Berater unter anderem den Anteil an der Gesamtarbeitszeit ab, der für die Verwaltung und Organisation entsteht, und multiplizierten ihn mit der entsprechenden Stundenzahl und dem Lohnsatz.

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Nun berechneten sie die Einsparungen, die sich durch all diese Maßnahmen ergeben. Und siehe da: Unter dem Strich überwog der Nutzen. Familienfreundliche Unternehmen verzeichneten insbesondere weniger krankheitsbedingte Fehltage, die Angestellten kehrten nach einer familienbedingten Pause schneller in den Beruf zurück, sie waren motivierter, zufriedener und produktiver.

Die Autoren der Studie glauben sogar, diese Zahl beziffern zu können. Demnach liegt die „Vereinbarkeits-Rendite“ auf Investitionen zur Familienfreundlichkeit bei bis zu 25 Prozent. Zugegeben, dabei handelt es sich nur um einen Näherungswert. Die Botschaft der Studie stimmt dennoch optimistisch. Belegt sie doch, dass sich die Investitionen in die viel zitierte Work-Life-Balance durchaus lohnen.

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