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Vergütung Gute Unternehmen zahlen schlecht

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1700 Euro netto sind Mittelmaß, 3000 Euro gut, 7500 Euro sehr gut


Unternehmen an den begehrten Standorten – Berlin, Hamburg, Köln, München, Frankfurt – müssen ihre Bewerber nicht mit Geld locken. Schließlich zieht es vor allem junge Leute in die Metropolen. Und es zieht sie zu den Global Playern mit dem großen Namen: BMW ist angesagt, Audi, Porsche, Google. Dass der Traumarbeitgeber ein Weltkonzern sein muss und kein Mittelständler, belegt das WirtschaftsWoche-Arbeitgeber-Ranking jedes Jahr aufs Neue.

Angebot und Nachfrage regeln allerdings nicht nur bei Gütern und Dienstleistungen den Preis, sie wirken sich auch auf Gehälter aus. Haussmann ist überzeugt, dass gute, namhafte Unternehmen tendenziell eher schlechter bezahlen – weil sie es sich leisten können. „Natürlich gibt es branchenabhängige und regionale Unterschiede, aber solange die Leute kommen, ändern Unternehmen ihre Vergütungsstrukturen nicht.“ Schließlich seien die Vergütungsstrukturen in den meisten Unternehmen mehr oder weniger historisch gewachsen.


Das Gesamtpaket entscheidet

Und: „Weil das Personalbudget begrenzt ist, sind die Gehälter niedriger, wenn es mehr Sozialleistungen gibt.“ Je mehr ein Unternehmen also für betriebliche Altersvorsorge, Jobticket, Zuschuss zum Fitness-Studio und sonstiges ausgibt, desto weniger bleibt für das eigentliche Gehalt übrig. Das sei laut Haussmann aber auch gar nicht weiter tragisch. „Ein Unterschied zwischen 50.000 Euro und 70.000 Euro Jahresgehalt ist natürlich ein Wort, aber bei einer Differenz zwischen 50.000 Euro und 55.000 Euro gewinnt der Arbeitgeber mit dem attraktiveren Gesamtpaket.“ Ergo: Fitness-Studio und Jobticket sind letztlich Trumpf. Haussmann: „Auch wenn Daimler x bezahlt und BMW x plus fünf Prozent, wechselt trotzdem keiner, denn ein solcher Unterschied ist einfach zu gering.“

So hoch ist das Gehaltsniveau in Deutschland

Hinzu komme, dass kein Unternehmen es sich leisten könnte, den Mitarbeitern 15 Prozent mehr zu zahlen, weil es ein anderes Unternehmen aus derselben Branche so handhabt. Und gerade die Beliebtheit der Dax-Konzerne zeigt: Wenn die Marke stimmt, ist das auch gar nicht nötig.

Durchschnitts- und sehr gute Gehälter

Bei der Frage nach dem guten Gehalt stellt sich natürlich nicht nur die Frage nach der Branche oder dem Arbeitgeber, sondern auch nach den eigenen Erwartungen: Der Berufseinsteiger freut sich über andere Summen als der Arbeitnehmer mit 20 Jahren Berufserfahrung und für ein Gehalt, das den Einzelhandelskaufmann glücklich macht, stehen der Bauingenieur und die Unternehmensberaterin vielleicht gar nicht erst auf.
Um den eigenen Marktwert und das eigene – vermutlich als zu niedrig empfundene Gehalt – besser einschätzen zu können, hilft ein Blick in verschiedene Portale zum Gehaltsvergleich. Oder in die offizielle Statistik. Ein Single ohne Kinder (Steuerklasse I/0) verdiente im Jahr 2014 durchschnittlich 31.981 Euro brutto.


Nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben bleiben bei 40 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland zwischen 1.000 und 2.000 Euro im Monat übrig, rund 30 Prozent verdienen weniger, 20 Prozent mehr.

In ganzen Zahlen: Im Jahr 2014 verdiente der deutsche Durchschnittsarbeitnehmer im Monat 1756 Euro netto.

In Arbeit
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Nur fünf Prozent der Arbeitnehmer verdienen mehr als 5000 Euro brutto, also rund 3000 Euro netto, was in der Relation wohl schon als gut betrachtet werden kann. Wer zu den deutschen Topverdienern gehören will, muss laut Statistik allerdings etwas mehr mit nach Hause bringen. In die Kategorie Top-Verdiener fallen alle, die monatlich 7500 Euro netto (und mehr) verdienen. Auf die gesamte arbeitende Bevölkerung bezogen, trifft das auf rund 2,7 Prozent zu.
Wer zu dieser Gruppe gehören will, wird am besten Investmentbanker – zumindest eignet sich die Finanzbranche gut. Auch in der Unternehmensberatung oder der Medizin sind Top-Verdiener überrepräsentiert. Und selbstverständlich in der Chemie- und Pharmabranche.

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